Tag Archives: Ukraine

Ukraine-Waffenruhe ist sowas von fragil…

(hp) Stell dir vor, deine Rentner-Eltern leben schon wochenlang ohne Geld, weil Kiew nach Donezk nichts auszahlt.
Stell dir vor, du bist Soldat einer „Separatisten“-Gruppe und erlebst, wie Frau und Kinder seit Wochen im feuchten Keller hausen und von Rüben und Erdäpfeln leben, ohne Geld und Aussicht auf eine anständige Unterkunft.
Stell dir vor, … diese Aufzählung könnte mehr als eine Textseite füllen.
Unser Verlags-Senior Gert hat, anno 2000/2001 beruflich Zeitzeuge der Entschädigungsvorgänge zu Gunsten ehemaliger ukrainischer Zwangsarbeiter, einige unmenschliche Ungereimtheiten bei der Auszahlung an ostukrainische Opfer miterlebt: Korruption fand statt und zwar in einem ungeheurlichen Ausmaß. Verteiler und Zusteller der Entschädigungsgelder, ob Briefträger oder Funktionär, steckten bis zu 90% des Geldes in die eigene Tasche oder forderten bis zur Hälfte der ohnehin nicht allzu hohen Summen von den überwiegend sehr alten Leuten als „Trinkgeld“. Dagegen sei man in Berlin, wo die „Stiftungsinitiative“ unter der Leitung des Ex-Ministers Lambsdorff agierte, hilflos, bedauerte eine russischsprachige Mitarbeiterin.

Damals herrschte Friede im Land. Heute ist es „ruhig“. Von „friedlich“ kann keine Rede sein. Da bleibt nur die Forderung an die Regierung in Kiew,  möglichst flott und korruptionsfrei den Menschen das, was ihnen bisher vorenthalten wurde, auszuzahlen. Würde diese Regierung die ihr vom Westen geschenkten Millionen in Waffenkäufe stecken anstatt die Bedürfnisse der von Krieg und Schicksal geknechteten Menschen im Osten des Landes zu befriedigen, hätten wir rasch wieder die Situation wie vor Minsk II.

 

 

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Ukraine-Ost, ein slawisches Südtirol?

(rrc) Die „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk wird es nicht geben, wohl aber Autonomiegebiete, wenn es nach Minsk II geht. Damit wäre erfüllt, was wir in unserem offenen Brief an die deutsche Südtirol-Urlauberin Dr. Angela Merkel gefordert haben. Ob sie sich bewusst sei, dass ihr Urlaubsland ein Autonomiegebiet auf italienischem Boden sei, fragten wir, und ob sie irgendwo anders glücklichere Menschen – vom Bozener Amtsrat bis zum höchsten Bergbauern – angetroffen habe. Die alten Südtiroler hätten weder Flinten im Schrank noch Panzergranaten im Stall, um sich aggressive Italiener vom Leib zu halten. Wäre das nicht die ideale, besser: die einzige Lösung für ein friedliches Miteinander im Staat Ukraine, fragten wir.
Von der Kanzlerin oder ihren Paladinen kam keine Reaktion. Die finden wir jetzt in den Schlagzeilen, blutgerahmt und in Schutt und Asche gefasst.
Hilfreich, wie unser Blog sein will, ein Hinweis an die schreibende und tönende Zunft: Die Entscheidung, Südtirol nach dem Ende des II. Weltkrieges zu einer Autonomie auf italienischem Staatsgebiet zu erklären (Basis: Gruber/de Gasperi – Abkommen), erfolgte als erste nennenswerte Aktion der Vereinten Nationen nach dem Weltkriegsende. Die allererste Ausgabe des Nachrichtenmagazins DER SPIEGEL machte daraus den ersten erinnerungswerten Titel. Darin wird das Rezept, Frieden zu schaffen, journalistisch brauchbar aufbereitet. Schade, dass kein Berater unserer Kanzlerin das Thema rechtzeitig ans Herz gelegt hat. Vermutlich wären nach der sofortigen Schaffung einer Autonomie für die Gebiete im Osten der Ukraine weitaus weniger Menschen verblutet bzw. ausgebombt und ihrer Lebensgrundlage beraubt worden.

 

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Totengräber der ukrainischen Wirtschaft sind bei uns kein Thema…

(hs) …denn in unseren Medien liest und hört man nach wie vor nur vom bösen Putin, der dem Nachbarn Uraine nichts Gutes will. Über den korrupten, spekulativen Sauhaufen an Dnjepr, Dnjestr, Bug und Donez lese ich nichts. Von Namen jener ukrainischen Millionäre, die ihren Staat und dessen Bürger frech betrügen, keine Spur in unseren Medien. Wenn schon, dann heißt es, die Ukraine stehe vor dem Staatsbankrott oder sei bereits mitten drin. Wie dies?

Nach Angaben des staatlichen Statistikamts der Ukraine gingen 91 Prozent der Investitionen des Landes in internationale Steueroasen. Seit dem 1. Oktober gingen 90,6 Prozent der Investitionen in die Steueroase Zypern (die heute über die jüngst erfolgten Maßregelungen durch die EU nur lachen kann). Das entsprach einer Summe von 5,819 Milliarden US-Dollar. Weitere 0,4 Prozent der Investitionen gingen lut ukrainischem Statistiamt auf die Jungferninseln, was einer Summe von 25,8 Millionen US-Dollar entsprach.

Die Nachrichtenagentur Ukrinform zitiert aus dem Quartals-Bericht des Statistikamts: „Das Volumen der Direktinvestitionen aus der Ukraine in die westliche Weltwirtschaft belief sich seit dem 1. Oktober 2014 auf 6,426 Milliarden US-Dollar, von denen 6,046 Milliarden US-Dollar (94,1 Prozent der Gesamtsumme) in EU-Länder gingen. In anderen Länder wurden 380,6 Millionen US-Dollar (5,9 Prozent des Gesamt-Volumens) angelegt.“ Ukrainische Investitionen in die Russische Föderation gingen im selben Zeitraum um 1,7 Prozent auf 254,7 Millionen US-Dollar zurück.

Der von den USA dominierte IWF heuchelt Sorgen, die EU mit ihrem finanzerfahrenen Boss schweigt sich aus und die deutsche Politik gibt sich ahnungslos. Und die Medien dieses unseres Landes? Schweigen im Winterwald. Sind unsere Journalisten bestochen oder haben sie Schreibverbot? Bleibt dem aufmerksamen Beobachter nur der Griff zu einer Tafel Schokolade, vielleicht sogar ukrainischer Herkunft? Bin gespannt, wann der wohl nur aus Angst vor einem gierigen russischen Bärenklau erfolgte Nacht-und-Nebel-Transport von 42 Tonnen ukrainischer Staatsgoldreserven in die USA deutsche Schlagzeilen zieren werden!

 

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Ukraine: Es reicht!

(hp) Nach dreimonatiger Pause sollte ich mich endlich rühren, da die mediale Geschwätzigkeit in Sachen Ukraine-Putin-Sanktionen-NATO ein volksverblödendes Maß erreicht hat. Soweit der Beschluss unter meinen Verlagsnovizen, dem ich nun nachkommen will:

Wenn sogar der greise Fidel auf seiner fidelen Insel über die Affronts der EU, der Merkels und ihrer Jasager-Gemeinde  dies- und jenseits der Grenzen Deutschlands sowie über die Nato samt  kriegserprobten Amerikanern, erbost grantelt, wird es Zeit zu einer klaren Ansage.

Majdan hin und her: Gegen einen ex-sowjetischen Provinzdiktator erfolgreich zu protestieren, ist das eine, die russisch sprechende, fühlende und denkende Bevölkerung des Staates Ukraine von Anfang an zu ignorieren, anstatt eine Autonomie für diese „Ost-Ukrainer“ anzustreben – natürlich im Einklang mit dem Völkerrecht (Beispiel Südtirol nach 1945) – zu inszenieren, das andere.

Stattdessen wurde vom Westen samt Südtirol-Urlauberin Merkel die geschichtlich idiotische Idee forciert, die gesamte Fläche der Ukraine für den Westen als wirtschaftliches Absatzgebiet und als Polit-Puffer gegenüber Russland umzumodeln. Die Konsequenzen sind bekannt.

Jedes Schulkind weiß, daß Bären – auch russische – scheue, friedlich Pflanzen und Honig fressende Geschöpfe sind, aber zu zähnefletschenden und zupackenden Raubtieren werden können, sofern sie sich bedroht fühlen. Die Südtirol-Urlauberin hat davon sicher auch schon mal gehört, ihr Ex-DDR-Bürger Gauck, der gestern in Polen staatstragend stänkerte, wohl auch.

Ich frage mich, wie lange man Russland noch reizen und ein von Anfang an unharmonisches Staatsgebilde wie die Ukraine zusammengepfercht erhalten will.

 

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Krim-Konflikt: Willkommen in der Renaissance der Einseitigkeit!

Ob Nordirland, Ex-Jugoslawien oder Ex-Sowjetunion oder oder: Das Kalte-Kriegs-Denken hierzulande  ist nicht auszurotten. Dank solider Halbbildung der Berichterstatter in den Redaktionen und leider auch an „Tatorten“ im Ausland wird jede Maßnahme, die etwa Putin veranlasst, grundsätzlich verurteilt. Erst im „heute spezial“ zum Thema Krim erklärte ein Nicht-ZDF-Mann, weshalb – abgesehen vom russischen Kriegshafen Sewastopol – die Halbinsel im Schwarzen Meer den Russen besonders wichtig ist: 60 Prozent der Bevölkerung der Krim sind Russen, 20 Prozent sind russische Tartaren, die sich nach der Zwangsunsiedlung durch Stalin wieder in ihrer alten Heimat angesiedelt und mit den russischsprachigen Mitbürgern ein gutes Verhältnis pflegen. Lediglich 20 Prozent der Bewohner der Krim sind Ukrainer. Wen wundert’s, dass die russische Mehrheit angesichts der in den letzten Wochen heftig propagierten Lösung der Westukraine aus der russischen  Umarmung unsicher geworden ist und den Vorgängen und Entscheidungen in Kiew misstraut. Im Schwarzen Meer stehen nicht nur russische Kriegsschiffe und, vor allem, nicht nur amerikanische Jachten.

Hierzulande, wo die Ereignisse vorwiegend aus dem Sofa vor der Glotze konsumiert werden, kommt das Kalte-Kriegs-Denken gut an. Dass der Sowjetunions-Generalsekretär Chruschtschow, geboren in der damaligen Sowjetrepublik Ukraine, 1954 die Krim als Autonome Republik der sowjetischen Republik Ukraine zum Geschenk machte, weiß kaum jemand, weil die mediale Berichterstattung in Deutschland und in anderen EU-getreuen Staaten immer nur aus EU-Sicht erfolgt.
Wie lang hat es gedauert, bis aus der (riesigen) ukrainischen Provinz zwischen Lemberg, Charkiv, Donezk oder Odessa überhaupt einmal ein Stimmungsbericht gefilmt und ausgestrahlt wurde! – Das mediale Dauerfeuer gegen Putin kann keine Lösung sein, verehrte Journaille. Man darf gespannt sein, ob unsere heutigen Journalisten aus den Balkan-Konflikten wenigstens eines gelernt haben: Altera pars audiator! …und es gibt in der Ukraine eine große Menge an alternativen Strömungen und Stimmungen unter der Bevölkerung.

 

 

 

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Begrenztes Mitleid mit Julija und ihrer Gretelfrisur

(hp) Julija Timoschenko leidet unter ihren Rückenschmerzen. Dafür hat sie mein Mitleid. Meiner Nachbarin ging es auch so: Badscheibenvorfall, Diagnosen, Therapien, schließlich Operation 1 und 2,  bald danach wiederum die gewohnten Schmerzen. Heute holt sich meine Nachbarin einmal wöchentlich ihre Spritze, die ihr Rückenleiden mildert. Rosa, so heißt die Frau, ist nicht prominent. In ihrem Berliner Arbeiterschließfach, in das sie als Hartz4-Gezeichnete, die bislang erfolglos um Frühverrentung kämpft, wohnt sie tapfer und ist ihrem Hartz4-Neffen dankbar dafür, dass er einkauft und im Haushalt hilft. Weil sie sich nicht anstrengen soll, kann sie sich ihre Lockenfrisur nicht mehr leisten. Sie trägt nun einen pflegeleichten  Bubikopf. Zöpfe trug sie, weil alle gleichaltrigen Mädchen im Dorf Gretelfrisur zu tragen hatten, nur bis zu ihrem 16. Geburtstag. Zu Ostern schenkte ich ihr einen Senseo-Kaffeeautomaten.

Julija T. hat, sofern sie ihrer Tochter den Zugang zu einem ihrer Konten ermöglicht, sicher all das, was sie braucht. Vornehmlich hat sie etwas, was Rosa nicht hat: Image mit Breitenwirkung. Hierzulande erfahren wir von einem sogar körperlich misshandelten Opfer ukranischer Präsidentenbrutalität. Uns werden ihre Hämatomflecken am Bauch serviert, vornehmlich während des Abendessens („heute“). Wer  Julija T. wirklich ist, was sie auf dem Kerbholz hat, erfahren wir nur aus Intelligenzblättern. Weil die Frau derart schwer leiden muß, wird ihr vermutliches Vermögen nicht genannt, das sie – als geschickte Geschäftsfrau und Nutznießerin des Umbruchs nach dem Ende der Sowjetunion – angesammelt hat. Die PR-Strategie zielt ausschließlich auf die wackere Oppositionsheldin und gescheiterte Staatspolitikerin.

Da kommt es gerade recht, dass die Ukraine die Fußball-EM auszurichten hat. Verwirrtheit herrscht in der Sport-Finanz-Welt. Und weil die Ukraine die Antrag auf eine EU-Mitgliedschaft beantragt hat, ist das Schicksal  der Dame mit den Zöpfen ein europäisches Politikum geworden, das auch Politiker wirre macht, die ansonsten nichts zu sagen haben. Fadenscheinige Empörung aus dem Sofa ist die Folge. Als wär so etwas auch nur im Entferntesten möglich, fordern hiesige wohlversorgte Politiker „Demokratie“, möglichst nach deutschem Muster. Die obersten Sport-Funktionäre schweigen. Ich denke, die Duden-Redaktion sollte sich für den Begriff „Korruption, materielle und geistige“ ein paar aktuelle Deutungen einfallen lassen. Und auch bei der „Gretelfrisur“ (österr. Gretlfrisur) fehlt bislang der Hinweis, dass bezopfte Mädchen und Frauen nicht unbedingt als „unschuldig“ zu gelten haben.

 

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