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Zum Henker, Herr Juncker!

(kb) Sie kapieren wohl nichts mehr, Jean-Claude Juncker! Sitzen Sie auf einem so hohen Roß, dass Sie, von der goldenen Sonne des Geldes geblendet, das, was sich an der Basis tut, nicht mehr sehen und hören? Nachdem der lavierende Inselbrite höflich verabschiedet wurde, mit Freundschaftsküsschen ihrerseits belästigt, sollte man Sie ohne Kusshand zum Teufel jagen! – So, die erste Galle ist raus.

Wenn sich sogar der nagelneue österreichische Bundeskanzler, bisher erfolgreicher Manager des Großkonzerns ÖBB, bereits in seiner ersten Brüsseler Sitzung laut über Ihren EU-Entscheid, das Handelsabkommen mit Kanada (CETA) an den Parlamenten der Mitgliedsstaaten vorbei abzuschließen, empören muß, sollte das für Sie ein ernstzunehmendes Warnsignal sein:

Eine Direttissima für die Durchsetzung der CETA, lieber Herr Juncker, wäre die falscheAuf dem bevorsthenden EU-Gipfel wird nur abgenickt.Strategie, eventuellen Einsprüchen und damit verbundenen Verzögerungen aus dem Weg zu gehen. Wenn nun auch der deutsche Wirtschaftsminister warnend erklärt, das könnte das Ende der TTIP-Verhandlungen werden, dann sollten Ihnen die Grausbirnen aufsteigen. Was glauben Sie denn, wer Sie sind? Haben Sie Ihren EU-Juristen einen Maulkorb verpasst (siehe Bild)? – Als oberster Dienstleister der EU haben Sie nicht das Recht, sich – auch wenn durch Paragraphen abgestützt – aufzuführen wie ein König. Basta.

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Von Wulff bis Gauck – Klamauk!

(hp) Das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland hat so gut wie keine politischen Kompetenzen. Er ist – etwa im Gegensatz zu seinem österreichischen Amtskollegen Fischer – nicht einmal Oberbefehlshaber des Heeres. Er darf nur, falls so etwas passieren sollte, Gesetze missbilligen und zur Umarbeitung an die Regierenden zurück delegieren. Die Fülle an Machtlosigkeiten haben die Alliierten in Erinnerung an die bösen Zeiten der Hitler-Diktatur den Neubeginnern nach 1945 befohlen. Und die Väter des Grundgesetzes haben sich verständlicherweise gefügt.

Nun erlebten wir die ratenweise Zerlegung des Christian W. durch die sogenannte 4. Gewalt. Niemand litt mit dem Ehepaar W., ausgenommen Altmayer, ein Willi Wichtig der CDU. Pfarrer Hinze verteidigte W. in den Tratschrunden Jauch & Co. Sodann der FDP-Coup, der das Volk königlich amüsierte. Das war’s. Pfarrer Gauck, der Wulff-Nachfolger, hielt „die beste Rede, die ich je im Bundestag erlebt habe“ (SPD-Chef Gabriel), obwohl sie zwangsweise nichts Besonderes enthielt. Endlich Ruhe rund ums Bellevue.

Das Volk war solcherart abgelenkt, sodass im Parlament Stillstand herrschen konnte. Lappalien wie die künftige Flensburger Punktierung verdampften rasch. Des Gesundheitsministers Vorschläge, die Krankenkassen mit zarter Hand an die Kandare zu nehmen, wurden abgeschmettert. Die Familienministerin legte, außer in Talkrunden, eine wohltuende Pause ein. Dann endlich etwas Dramatisches: Schlecker. Die vom Provinzler Schlecker aus den USA übernommene Vertriebsidee, auch mit uninteressantem Angebot großen Umsatz zu machen, wenn an jeder Hausecke in jedem Kaff des Landes eine Filiale existiert, ging nicht auf. Jetzt müssen die jahrelang kurz gehaltenen Mitarbeiterinnen auf Staatskosten ernährt werden, bis sie in andere, wahrscheinlich „prekäre“ Arbeitsverhältnisse übernommen werden. Man darf gespannt sein, wie die aufgelassenen Räumlichkeiten der geschlossenen Filialen verscherbelt werden.

Was darüber hinaus wichtig ist, erfährt der brave Bürger, der vornehmlich seine Ruhe haben will, nebenbei: Wie krank es macht, unter „prekären“ Verhältnissen leben zu müssen, erfahren wir aus der „Apotheken-Rundschau“. Das Leiharbeit-Unwesen bleibt uninteressant, sofern man nicht betroffen ist. Und die Trauer über den tragisch verlaufenen Bus-Unfall war auch nur eine Zweitagesfliege. Derweil spazieren neugierige Berliner Rentner am Schloss Bellevue vorbei und lassen ihren Sumpfdackeln die Freiheit, sich zu entleeren. Stolz auf unsere Demokratie sollen wir sein, sprach der Präsident nach seiner Wahl. Wenn ich nächstens meinem „Motz“-Verkäufer begegne („Hast ’nen Euro für einen Obdachlosen?“), werde ich an die Worte Gaucks denken. Versprochen!

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