Tag Archives: Israel

Nahost: Die neuen Häuser der Feinde verstärken Wut und Hass

(hp) Das Journalisten- und Politiker-Geplapper über „Friedensverhandlungen“ zwischen Israel und den Führern der Palästinenser ist nicht mehr auszuhalten. Dieselben Berichterstatter und Kommentatoren, die von solchen Verhandlungen berichten, erwähnen zwei Sätze weiter den ungestört inszenierten Siedlungsbau Israels in den besetzten, also palästinensischen Regionen. Es wird geschwafelt und am nächsten Tag wieder geschwafelt, obwohl jedem einigermaßen intelligenzbegabten Beobachter des Geschehens klar sein muss, dass es angesichts der Politik des Staates Israel niemals zu einem wirklichen Frieden kommen kann. Da täuschen Aktionen wie die Freilassung palästinensischer Häftlinge nur kurzfristig; die Journaille berichtet weltweit darüber und erweckt den falschen Eindruck, es ginge voran mit einem Friedensprozess. Wer seinen Hausverstand noch nicht abgegeben hat, weiß, dass ein „Friede“ dort nie zu schaffen ist. Im Gegenteil: Wenn sowohl aufgeschlossene Israelis als auch hoffnungsvolle Palästinenser dies durchschauen, werden Enttäuschungen zur Wut und neuem Hass – vermutlich nicht endenwollend. Da können noch so viele Politiker ihre Wunschzettel in die Spalten der Klagemauer stecken.

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Vergesst Obama und die anderen Pelzwäscher!

(ar) „Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass!“ – Wer kennt nicht diesen Spruch, der auf fast jedermann/jedefrau zutrifft, insbesondere auf PolitikerInnen. Aktuelles Beispiel: Obama, der US-Präsident und Friedensnobelpreisträger, von dem  wir große Gesten und leicht durchschaubare Reden kennen; Obama, der so viele Menschen hoffen ließ, er würde die Welt verbessern und nicht nur Anstöße geben, sondern auch durchsetzen, was er an Plänen und Ideen verkündet. Er sei ja, wird dem braven Michel eingeredet, der mächtigste Mann der Welt…
Welch eine Chimäre! – Der (von mir aus) „brave Mann“ aus Chicago konnte Appläuse einheimsen, in West und Ost, aber zur Durchsetzung seiner Forderungen kam es nicht. So blieb es auch beim ersten und sicherlich letzten Obama-Besuch in Israel bei der Pelzwaschaktion für die dortige Regierung. Die Einmauerung der Palästinenser-Regionen und der demonstrative israelische, mit US-amerikanischem Kapital finanzierte Siedlungsbau auf palästinensichem Grund und Boden bleiben, und dem US-Präsidenten blieb nur übrig,  gegenüber jungen Israeli zu motzen, ihnen alles Gute zu wünschen und danach unter dem Motto „Wer hier die Wahrheit sagt, muß ein schnelles Pferd haben!“ abzuhauen. Die USA sind also definitiv von der seinerzeitigen Schutz- und Ordnungsmacht Israels zu erfolglosen Beobachtern geworden. Man darf gespannt sein, ob Obama noch etwas anderes, international Relevantes von Bedeutung, zustande bringt…

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„Freundschaft mit Israel“: Welches Israel ist gemeint?

(silv)  Dass Deutschland Israel freundschaftlich verbunden sei, weiß man hierzulande. Dass sich Deutschland für die Sicherheit Israels verantwortlich fühle, wird allseits betont. Das ist richtig und auch gut so. Immerhin war es die Ausrottungspolitik des Deutschen Reiches, die nach dem Ende des Weltkrieges die Gründung und Anerkennung eines eigenen

auf dem seit Theodor Herzl topografisch vorgesehenen Gebiet erforderlich machte. Bekanntlich wurden und werden die Israelis von ihren Nachbarn nicht geliebt, insbesondere nicht von den Palästinensern, die von ihren angestammten Lebensräumen vertrieben wurden. Mit jedem gewonnenen Verteidigungskrieg, um es bei diesem Begriff zu belassen, wurde die Fläche Israels größer. Und der Raum für die palästinensische Bevölkerung immer kleiner. Und spätestens seit dem iraelischen Premier Rabin schien es klar, dass zur Befriedung der Region neben Israel ein palästinensischer Staat geschaffen werden müsste. Kurze Zeit gab es so etwas wie ein Fünkchen Hoffnung. Eine sehr kurze Zeit fürwahr. Doch alles hat sich anders entwickelt in den letzten Jahrzehnten. Israel baute den Staat zu einer Festung aus, zog Mauern zwischen den „eigenen“ und den „besetzten“ Gebieten – von anderen Pressionen gegenüber der angestammten arabischen Bevölkerung nicht zu reden. Israel konnte sich stets auf den Schutz durch die USA und Deutschlands verlassen. Die Regierungen dieser „Schutzmächte“ ignorierten die Palästinenser nicht, sondern sorgten durch Geldspritzen für eine Art Beruhigung in der Region. Nach verschiedenen Anschlägen auf israelisches Gebiet tat sich die Regierung in Jerusalem aber immer schwerer mit der von allen anderen Staaten der Welt geforderten Zweistaatenlösung, ohne dies bis zum Ende der Welt nie Ruhe in der Region geben wird. Wie heftig die derzeitige Regierung Israel die Zweistaatenlösung torpediert, erleben wir spätestens seit der aktuellen Regierung in Jerusalem. Niemand, weder Obama noch seine deutsche Kollegin Merkel, vermag bei aller „Freundschaft“ eine Korrektur der Absichten Netanjahus zu bewirken. Bin gespannt, in welch gekühlten Phrasenbrei  das heutige Berliner Gesprächsergebnis der Öffentlichkeit preisgegeben wird.

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Jutta v. Winterfeldt outet sich nur ungern…

…aber seit sie 47 geworden ist und dazu noch von ihrem langjährigen Gatten verlassen, treibt sie sich in ihren privaten Kreisen gern unter ihrem Mädchennamen Darmstädter herum. Als Autorin bringt sie in einschlägigen Frauenzeitschriften manchen Artikel unter, heute zwar seltener als noch vor Jahren, dafür hat sie aber für unseren Verlag mehr Zeit. Sie bezeichnet sich gern als Frau in Lauerstellung, was aber nichts zu tun hat mit ihrer kürzlich begonnenen Suche nach einem Nachfolger ihres ehebrecherischen Daniel. Sie fühlt sich wie ein Füchslein, das auf die richtige Gelegenheit wartet, den einen oder anderen „verkaufbaren“ Interviewpartner zu erwischen. Vorige Woche stellte sie uns eine hübsche israelische Schriftstellerin vor, die sie von einer Israelreise mitgebracht hatte, und bedrängte unseren Verlagsleiter, der jungen Dichterin einen Kurzgeschichtenband zu widmen.

Wird wohl bei der Vorstellung bleiben. Als Lektor habe ich höflich meine Bedenken eingebracht. Denn die junge Dame schreibt hip-hop-artige Texte politischen Inhalts in schlechtem Englisch. „In Israel kann sie nicht publizieren“, erklärte uns Jutta, die Beflissene, „da würde sie verhaftet werden.“ Obwohl die junge Dame nicht ehrenrührig formuliert, wohl aber klagend bis aggressiv, hip-hop-artig, wie schon gesagt. Wer weiß schon, ob es nicht strafbar ist, gegen die orthodoxen Juden zu wettern, die offenbar etwas gegen die Frauen des sonnigen Landes haben. Auch die Kritik an einem unverschämt langen Wehrdienst dürfte unter der militärdiktatorisch ausgerichteten Politik nicht straffrei bleiben. Und um Israels Zukunft fürchten dürfen sich nur etablierte Schriftsteller wie der über achtzig Jahre alte Herr Yoram Kaniuk, an dessen Buch „Der letzte Jude“ ich mich düster erinnere. Mit Jutta und der jungen Autorin werde ich mir morgen den von Paul Schrader verfilmten „Adam Hundesohn“ ansehen. Für die Lektüre des fünfzig Jahre alten Kaniuk-Buches fehlt mir zurzeit der Drive.

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