GrExit: Hochsaison für Angstmacher

(rf) Auf allen Kanälen, auf allen Titelseiten, auf allen Plantagen der Sozialnetzwerke beschäftigen sich Plethi und Krethi mit dem Grexit. Wie beim Fußball fühlt sich beinahe  jedermann als Analytiker und Strafrichter. So etwas sind wir gewohnt, nicht zuletzt vom Mann, der – ohne sich persönlich aufs Spielfeld begeben zu haben – vom Sofa aus urteilt.

Unter das schreibende und tönende Volk mischen sich, wie bei jedem größeren Ereignis, auch die Verschwörungstheoretiker und die Angstmacher. Vieles von dem, was die Letztgenannten äußern, ist Mist. Die Gefahr dabei ist, dass dieser Mist zum Dünger wird für die Nicht-Briten, denen die EU ohnedies nie etwas anderes war als eine teure Bürokratendisco für jene, die über Finanzen und damit über Macht verfügen. Viel mehr als Reisefreiheit – und die auch nur für jene, die das Geld zum Reisen haben -, kam ja bisher nicht an beim sogenannten kleinen Mann. Und Europa ist voller kleiner Männer. Und die sind seit je besonders empfänglich für Angstparolen.

Wenn nun der Boß des österreichischen Magazins profil, Christian Rainer, feststellt, die EU  ringe „mit dem Tod“, dann ist das nicht nur rhetorisch ein wahrer Angstmacher. Hinter dieser Schlagzeilentechnik steckt allerdings keine Diagnose eines klinischen Zusammenbruchs, sozusagen etwas Präfinales, sondern lediglich der Hinweis darauf, dass die über vereinfachte Handelsbeziehungen hinausgehenden, größtenteils illusorisch gebliebenen „Werte“ völlig zum Teufel  gehen könnten bzw. dürften. Ewige Mahnung

Ich denke, es reicht, wenn die EU ihre äußeren Zwiebelschalen fallen lässt und sich zum Niemals-wieder-Krieg-Vertrag bekennt.

 

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Gegen das Zündeln an der EU-Ostfront

(hp) Unglaublich, diese Dummschwätzereien gewisser deutscher CDU-Politiker, die Außenminister Steinmeier dafür kritisieren, dass er ungeschminkt fordert, den Dialog mit Putin zu forcieren. Was sind das für Leute, die derart NATO-hörig und auf beiden Augen blind sind? – Schauen wir uns – als Beispiel – die Ukraine an:

Als der von der Jelzin-Ära hinterlassene ukrainische Saustall offenbar wurde, hatte der Westen nichts anderes zu tun, als einen Putsch zu veranlassen, der das alte KP-Regime ein- für allemal beseitigen sollte. Die Positionen der korrupten alten Garde nahmen nun „neue“ Männer ein, allen voran ein Schokoladenmilliardär. Allein schon die Frage, wie man in einem „Ukraine“ genannten Armenhaus so etwas werden kann, lässt meinen Hamster kotzen.

Im August 2014 hatte William Pfaff, einer der feinsinnigsten amerikanischen Kommentatoren, den Vereinigten Staaten vorgehalten, die Ukrainekrise durch den von ihnen veranlassten Putsch begonnen zu haben und dass er es nicht für unvorstellbar halte, dass diese in einem Krieg enden könne. Pfaff wurde damals publizistisch niedergemetzelt. Den von ihm vorausgesagten Krieg im Osten des Landes gibt es noch immer. Weil es der Westen nicht erlaubte, kam es nicht zu einer Autonomie für die mehrheitlich russisch sprechenden und vor allem russisch denkenden Bewohner des Donez, vor dem Zerfall der Sowjetunion eine ihrer industriellen Herzeige-Regionen. Die dank ihrer Finanzmacht treibenden Kräfte für das Nein des Westens waren und sind zwar keine Schoko-Barone, sondern ukrainischstämmige Milliardäre, die in den USA ihre Geschäfte, Finanzspekulationen und den Hass auf alles Sowjetische, pardon: Russische, pflegen.

Damit es nicht auch auf der Krim zu tagtäglichem Gemetzel komme, nahm Rußland die Halbinsel in Besitz. Das verlief ziemlich unblutig. Der Westen reagierte mit Restriktionen, unter denen insbesondere die Bevölkerung leidet.  Juristen der UNO sind nach wie vor uneins, ob Putin gegen das Völkerrecht verstoßen habe. Auch wenn dies der Fall gewesen sein sollte – der Berliner Mauerbau, das ganz nebenbei, war übrigens kein solcher Verstoß -, wird es meines Erachtens höchste Zeit, Russland nicht weiter zu isolieren. Putin ist kein dressierter Schokoladenbär und er wird auch nie nach westlicher Pfeife tanzen – aber reizen sollte man ihn nicht. Sondern mit ihm reden. Nichts anderes meint Steinmeier. Und wenn er gegen die NATO-Zündeleien an der östlichen EU-Grenze wettert, warnt er lediglich davor, diese Grenze zur Front umzuwandeln, alte Feindschaften wiederzubeleben und neue Feindschaften zu eröffnen.

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Brüllaffen nicht vom Aussterben bedroht!

(rb) Ein Gerücht, das ein WWF-Rentner mit Sorgenfalten im Gesicht geäußert hat, ist widerlegt. Es handelt sich bei den noch lebenden Exemplaren der Atelidae (so deren wissenschaftliche Bezeichnung dieser Klammeraffensorte) eallerdings um eine ganz besondere Rasse. Äußere Merkmale: zwei- anstatt vierbeinig, nicht auf Ästen im Tropenwald sitzend und vor bzw. während eines Begattungsvorganges brüllend, sondern à la Klammeraffe an einem Mikrofon klebend, an künstlichen Standorten, zurzeit in Frankreich, aufzufinden. Die Brüllaffen, um die es hier geht, reportieren für ihre Hörer in aller Welt und falls einem Zweibeiner ihrer Nationalmannschaft ein Tor gelingt oder ein kräftiges Foul, dann setzt Gebrüll ein, direkt aus der Reporterkabine. Die Fortsetzung des Einzelgebrülls findet vor und nach dem jeweiligen Match auf öffentlichen Plätzen sowie in einschlägigen Wirtshäusern statt. Der WWF-Rentner darf sich also beruhigt seinem Bier widmen.

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Liebe Amerikanerinnen und Amis!

(cm) Die Illuminaten-Symbole, Inbegriffe der Weisheit und Erleuchtung, habt ihr sogar auf euren 1-Dollar-Scheinen1doll. In euren Hirnen herrschen  offenbar jedoch noch Prärie- und Trapperzeiten à la Cooper und Karl May. Für die vermutlich immer noch bösartig hinterm Baum lauernden Indianer braucht ihr selbstverständlich Schusswaffen zu eurer Verteidigung. Denn Überleben, Glück und Freiheit stehen in eurer Verfassung. Weil ihr in eurer Geschichte aber so oft heimtückisch überfallen wurdet von feindseligen, neidischen, mordlustigen Völkern und deren Partisanen, müsst ihr unbedingt zum Schutz eurer Familie, eurer Kinder und eurer Freiheit eine Schusswaffe besitzen, gut geölt und schnell greifbar, weil der lebensbedrohende Feind überall lauern könnte – hinter jeder Hauswand, auf jedem Freeway, in jedem Coffeeshop. Und wenn mal etwas zu viel geschossen wurde gegen lebensbedrohende Feinde, dann schaut  ihr rasch nach, ob der eigene Revolver im Handschuhfach noch funktioniert.DONKEY

Um den Ernst dieser Diagnose zu unterstreichen, lasst ihr eure positive Haltung zum Thema „Waffen für alle“ auch von professoralen Autoritäten (s. rechts) bestätigen. Unabhängig von Ereignissen, die den nicht ganz korrekten Umgang mit Schießeisen beweisen, noch dazu, wenn es nur Schulkinder oder Homosexuelle sind, die eben mal da, mal dort von der Landkarte verschwinden,  dann zuckt ihr die Schultern, seid kurzzeitig mitfühlend mit eventuellen Hinterbliebenen, aber dann ist’s auch schon wieder erledigt. Fehlt eigentlich nur  noch ein Ratespiel, wo und mit wie vielen  Toten die nächste Ausnahme von der Regel der Waffenfreiheit für jedermann erfolgen wird. Und euer Präsident, in gewissen Angelegenheiten angeblich der mächtigste Mann der Welt, darf dann wieder eine herzzerreißende Betroffenheitsrede halten…

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Papst Franciscus nervt

(hm) Jetzt meckert er über die meisten Ehen, da sie angeblich nicht in christlichem Sinne geschlossen worden seien. In der zum katholischen Medienhaus Styria gehörenden Wiener „Presse“ lese ich folgenden Wortlaut:

Vatikanstadt. Neigt Papst Franziskus, dem einige wenige Relativismus vorwerfen, gar zum Rigorismus? Die „große Mehrheit“ der katholisch geschlossenen Ehen ist nach seinem Urteil „ungültig“, wie er bei einem Pastoralkongress meinte. Der Mehrzahl der Paare fehle das nötige Verständnis von Dauer und Verpflichtung einer Ehe.“

Ich glaub, ich spinne. War und ist es nicht seine Kirche, die all jene, die die Freuden des Geschlechtsverkehrs genießen woll(t)en, zur Eheschließung zwangen? Ist nicht jede dritte Braut bei uns wie in den sog. Entwicklungsländern schwanger, um ja nicht als unverheiratete Sünderin dazustehen? Wenn die reine Liebe der einzige Grund für die Eheschließung sein sollte, dann müßte der Vatikan folglich auch die gleichgeschlechtliche Liebe als Sakrament freigeben. Im übrigen war es doch die Kirche, die im Sinne der Gesellschaftsverantwortung speziell die materielle Versorgung des Weibes als Produzentin des Gotteskinder-Nachwuchses vorschrieb. Ob dem Schritt der Eheschließung auch so etwas wie Liebe folgte, war der Kirche bisher doch völlig egal, wenn ihre Schäflein brav waren. Heiliger Vater, Sie  sind doch sonst ein so sympathischer Realist!?

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Verroht das Abendland ungebremst?

(hp) Ja. Der Neokapitalismus hat gewollt, dass aus Menschen Konsumenten werden. Er hat es erreicht. Die Ökonomisierung aller Gesellschaften – von der Kleinfamilie bis zum Großkonzern – ist vollendet. Dank wirtschaftshöriger Politiker ist alles erlaubt, was nach Geld riecht. Nicht nur bei uns in Deutschland, wo die Verrohung aller Sitten allerorten zu spüren ist. Kluge Leute haben es vorausgesehen, aber nicht laut genug gewarnt. Und die Medien?

Für das fernsehhörige und glotzensüchtige Deutschland begann es mit Effenbergs Stinkefinger und der Kachelmannschen Wetterdiagnose „arschkalt“. Epidemisch wurde es –  von der Grundschule bis ins Ministerbüro – zur Mode, sich wo immer möglich, möglichst cool, besser: ordinär auszudrücken. Ordinäre Ausdrücke, für die man früher mal in der Schusslinie stand oder in die Eselsbank versetzt wurde, fanden Eingang auch in die Phrasendrescher-Maschine der oberen Zehntausend. Dann – Sie erinnern sich – kam der Effenbergische Stinkefinger auf die Titelseite des Süddeutschen Magazins. Der Stinkefingerzeiger mit bekannt arrogantem Gesicht hieß Peer Steinbrück, Kanzlerkandidat.

Es waren nicht nur die Privatsender mit ihrem Billigschund; allein die Überschüttung mit Krimis, die nicht brutal genug sein konnten und können, hat – um bei diesem Beispiel zu bleiben – auch in den staatlichen Sendern zusätzlich die Volksverblödung incl. Verrohung forciert und die Sprache verseucht. Was einmal out war,  gilt heute als cool. Für Gegenmaßnahmen ist es zu spät, weil die Züge längst abgefahren sind.

 

 

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Aktuell: Rettung vor unserer Pleite

(hp) Wohlmeinende Beobachter unserer Verlagsseite mussten eine siebenmonatige Buch-Frei-Seite erdulden. Einige beherzte Freunde unseres Kleinverlags Kalwang & Eis ermahnten uns nun, endlich einzugestehen: Was ist los mit euren Buchprojekten?
Unsere Erklärung hat zwei Seiten. Zum einen sind alle herausgegebenen Bücher vergriffen. Ausnahme: „Die Schering AG in der Zeit des Nationalsozialismus“ (2013) gibt es noch als e-book. – Die zweite Seite: Um unseren Autoren eine ökonomisch bessere Breitenwirkung zu ermöglichen, haben wir unser Verlagsgewerbe in den Tiefschlaf versetzt und die in Arbeit befundenen Manuskripte an Großverlage abgegeben. Bisher hat sich – für die Autoren, wohlgemerkt – diese Maßnahme ausgezahlt. Lektor Hans-Peter Eis ist nach wie vor beschäftigt, der Rest unserer Besatzung geht wie bisher dem Brotberuf nach bzw. genießt das Nichtstun.

Auf Wunsch unserer BloggerInnen (1w und 3m) soll die Kolumnenspalte bis auf Weiteres erhalten bleiben. Über die Nutzung von twitter und facebook vergrößern wir wie bisher den Nutzerkreis. Wer uns treu bleiben möchte, findet also ab sofort wieder journalistisch-literarisch-satirisches Kleinzeug im Angebot.

 

 

 

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Israel: Wenn Günter Grass noch lebte,…

(rh) …so denke ich angesichts der blutigen Zwistigkeiten rund um den Tempelberg (Jerusalem-Ost), hätte er vielleicht ein weiteres  „politisches“ Gedicht komponiert. Nicht aus Langeweile, sondern aus Verzweiflung. Dieser Gedanke kommt mir dieser Tage nicht von ungefähr:

In meinem Tagebuch, das ich als rundum interessierter Jungjournalist führte, steht unter dem 12. Oktober 1973 die Notiz, ein aus Oberösterreich gebürtiger Sektionschef und Kreisky-Fan habe in Bad Ischl die Meinung geäußert, die Gründung des eigenständigen Staates Israel  in den Grenzen des bisherigen britischen Mandatsgebietes Palästina durch die UNO sei ein schwerwiegender „Geburtsfehler“ gewesen. Ganz Israel, wenigstens aber Jerusalem, sollte zu einem internationalen Gedenkort unter der Kontrolle der UNO werden. Mein damaliger Eintrag, unter dem Eindruck des kurz zuvor ausgebrochenen Yom-Kippur-Krieges  lautet wörtlich: „Hier wird es niemals Frieden geben!“ …und für die aktuelle Situation bedarf es des Zusatzes: Mit weiteren Wohnungen auf palästinensischem Gebiet wird die Glut des Hasses nicht gelöscht, sondern kriegsgefährlich angefacht.

 

 

 

 

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Politische Lästigkeiten, die mich nerven

(rf) Röttgen lautet heute das Stichwort. Genauer: Norbert Röttgen (Ich will ja andere Leute namens Röttgen nicht beleidigen!). Als außenpolitischer Sprecher der Bundesregierung verwahrt sich dieser NRW-Wahlverlierer gegenüber jedermann/-frau, sich mit dem amtierenden syrischen Präsidenten auf keinen Fall an einen Tisch zu setzen. Dass mittlerweile seine Chefin Angela M. Kalte-Kriegs-Marotten abgeworfen und ein Krisenlösungs-Szenario mit Putin  u n d Assad fordert, stört den Norbert nicht. Er plädiert, als wäre er der Leihbischof der CDU für die Sektion Moralpolitik, nach wie vor für einen Ausschluss des (geistes-)gestörten Assad von etwaigen Friedensgesprächen. Glücklicherweise hört (hoffentlich) kein Schwein – die Medien ausgenommen – auf den geschmeidigen Norbert.

Pofalla, der andere Merkel-Schleimer, gab als neuer Bahn-Vorstand heute früh die außerordentlich beruhigende Meldung an die Presse, die Deutsche Bahn habe für Sonderfahrten im Rahmen der Flüchtlingsbeförderungen ab München „eine einstellige Million Euro aufgewendet“; diese Summe würde allerdings vom Bund ersetzt werden. Wie schön und wahrscheinlich so bedeutsam für das Volkswohl, dass die Medien Pofallas Meldung wiedergaben.

Bleibt noch die Dame Marieluise Beck von den Grünen. Sie protestiert seit langem vorbeugend dagegen, die Sanktionen der EU gegen Russland zu lockern. Erst müsse Minsk II von Putin & Co. hundertprozentig beherzigt werden, meint Beck, die begeisterte Radlerin aus Bremen (s. vorzügliche Webseite). Ob sie, offensichtlich gesund, schon mal daran gedacht hat, dass auch bestimmte Krebsmedikamente zu den Produkten gehören, die nicht nach Russland geliefert werden dürfen? – Ich wünsche Ihnen weiterhin gute Gesundheit, Frau Beck!

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Hört endlich auf, liebe Freunde,..

(mb) …Kritiker der hierzulande so genannten Asylpolitik als schlechte Menschen abzuurteilen! Wer von euch, gerührt von Schlagzeilen und mediengeilen Fotos toter Kinder und begeistert vom langlebig wirksamen Kanzlerinnenwort – ein nicht hilfsbereites Land sei nicht das ihre -, hat sich überhaupt schon mal überlegt, wie es morgen und übermorgen (auch im „reichen“ Deutschland) ausschauen wird, wenn die Politik mit der Situation weiter so verfahren wird wie bisher?

Auch ich habe Kleidung und zwei Wolldecken zum LaGeSo (Berlin, Turmstraße) gebracht und mich von freiwilligen Helferinnen und Helfern faszinieren lassen. Bin heute noch voller Hochachtung gegenüber den Frauen und Männern, die dort bis zur Erschöpfung helfen.

Auf der Nachhause-Fahrt gestern fand ich mich am U-Bahnhof Nollendorfplatz in einer Ansammlung jugendlicher Vorderasiaten. Mein türkischer Begleiter Ugan, der seit Tagen bei „Moabit hilft“ mitarbeitet, zwang mich zum Stehenbleiben. Dann übersetzte er mir, was er aufgeschnappt hatte: Wie will Deutschland, so seine Zusammenfassung, mit den neuen Einwanderern fertig werden, wenn es schon bisher hinten und vorne mit der Integration nicht klappt?

Fast 100 Prozent der Flüchtlinge, für die er dolmetscht, seien ungelernte junge Männer; einen einzigen Studenten aus Aleppo habe er angetroffen, der nach Schweden wolle. Die Menschenmenge, täglich im Fernsehen zu sehen, sei von ihrer Verwandtschaft auf die große Reise geschickt worden in der Hoffnung auf Nachzugsmöglichkeiten in ein reiches Land. Ob das diejenigen sind, von denen wir andauernd in den Medien hören und lesen?

In der „Zeit im Bild 2“ des ORF wurde abends der Vorwahlkampf zur Wiener Gemeinderatswahl am 11. Oktober kommentiert. Der Satz „Es brauche in Österreich keine brennenden Flüchtlingsheime, um die Ablehnung der Flüchtlingspolitik durch die Bevölkerungsmehrheit zu demonstrieren!“ gab mir etwas zu denken…

 

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