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Fremde Scheiße fressen?!

(hp) SPIEGEL online unterhält seine LeserInnen heute mit medizinisch-wissenschaftlichen News. Bostoner Wissenschaftler haben angeblich, so SPIEGEL online, ermittelt, dass Patienten, denen das Darmbakterium Clostridium difficile das Leben zur Hölle macht oder es auf die Dauer gar auslöscht, durch Implantation des Stuhls gesunder Patienten von ihrem Leiden geheilt werden können. Und das soll eine neue Erkenntnis sein, liebe SPIEGEL-Redaktion?
Wie unser in der Steiermark geborener Romanheld Martinus (1494 – 1546), Famulus bei Paracelsus, bereits in früher Neuzeit berichtet, habe er mit vielen verachteten Dingen „fast alle, auch die schwersten, gifftigsten Kranckheiten und Schäden vom Haupt biß zu den Füssen in- und äusserlich glücklich curirt“. Es ging damals darum, magen- und darmgeschwächte Männer mit dem Kot gesunder, jüngerer Mitmenschen zu behandeln, und weil fremde Scheiße zu schlucken nichts besonders Angenehmes war und ist, wurde der menschliche Kot mit allerlei Gewürzen, derer man damals im schweizerischen Basel habhaft wurde, verfeinert. Bevor die Zensurmaßnahmen der Kirche(n) das Treiben der damals so genannten Dreck-Apotheker einschränkte, waren solche Heilmittel, so abstrus sie uns Heutigen vorkommen mögen, für reiche Patienten gang und gäbe. Im Taschenbuch „Leobner Geplärr“ (Verlag Kalwang & Eis; Erscheinungstermin Sept. 2014, siehe Titelbild unten!) wird von einer weiteren  biologisch gut erklärbaren Heilmethode berichtet:
In nicht bigotten Familien, denen Zwingli, Calvin & Co. noch keine zwingenden Vorbilder waren, gab es zur Erleichterung für schwer Gebärende eine unterleibische Methode der Linderung: Martinus berichtet über eine Nachbarsfamilie des berühmten Baseler Verlegers Frobenius, bei dem etliche Schriften des Erasmus von Rotterdam produziert wurden. Deren Schwiegertochter stand eine komplizierte Geburt bevor. Da wurden, wie Martinus ohne zensorische Skrupel beschreibt,  fünf junge Männer aus der Nachbarschaft in ein Nebenzimmer vergattert, um dort in ihre hohle Hand zu ejakulieren. Mit schweinischen Liedern waren die Jungmannen „scharff gemacht“ worden (da Pornofilme kurz nach der Entdeckung Amerikas noch nicht vorrätig waren). Danach wurde der gesamte Unterleib der Gebärenden damit eingerieben, worauf eine reguläre Niederkunft erfolgen konnte. Der Grund für diese geburtshilfliche Maßnahme: Im Sperma ist Oxytocin enthalten. Dieser hormonale Wirkstoff wird heute unter hohen Kosten chemisch hergestellt und sauteuer verkauft.

Fazit: Angesichts der heute hohen Gesundheitskosten wäre die Erinnerung an uralte Heilmethoden und Rezepte angezeigt. Meinen Sie nicht? „Bio“ ist einem großen Teil der Bevölkerung ohnehin sympathischer als „Chemie“!

Cover "Leobner Geplärr". Das Buch kommt im Sept. 2014 in den Handel.

Cover „Leobner Geplärr“. Das Buch kommt am 1. Oktober. 2014 in den Handel.

 

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Unser unrunder Tisch in 6 Folgen (2): ad „Machtergreifung“ in Berlin

(fs) Florian, Realschullehrer aus Berlin, ist dran. Er war im Deutschen Historischen Museum und besuchte dort die Ausstellung „Zerstörte Vielfalt“. Erst mal allein. Noch ohne Schüler: „…und das war gut so!“.
Was heisst hier „Machtergreifung„?
Ein Beitrag des ARD-Senders Berlin-Brandenburg hat mich animiert, mir bald nach der Eröffnung einen ersten Eindruck zu gönnen. Was im Glasbau des Deutschen Historischen Museums zu sehen ist, haben die Veranstalter offenbar für jüngere Besucher gestalten lassen. Die Grundfarbe Grau wird durch Dokumente aller Art, von Porträts bis zu Plakaten – dankenswerterweise auch aus der Zeit vor 1933 – unterbrochen. Man windet sich kreuz und quer durch die dicht bestückte Schau und verlässt diese Pauschalausstellung mit dem langzeitlich geübten schlechten Gewissen, auch wenn man erst nach 1945 geboren wurde. Die Inhalte der Ausstellung sind dem Erwachsenen nicht neu. Es soll halt wieder mal, da Volksaufklärer Guido Knopp (ZDF) nicht mehr im Fernsehen agiert, nichts davon vergessen werden, was damals geschah. Durchaus ehren-, dennoch lückenhaft. Die Lücke: Wie es zum „Hitler-Regime“ kommen konnte, wie skandalös die Parteien der Weimarer Republik und deren Anführer mit den jeweiligen Gegnern umgingen, das Grundkapital des Staates durch Ränke und Feindseligkeiten verspielten und was dies an negativen Auswirkungen auf die Bevölkerung hatte -, das kam viel zu kurz. Ebenso die von Papen und Konsorten kurzsichtig inszenierte Aufforderung an den altersschwachen Monarchisten v. Hindenburg, den Chef der NSDAP zum Reichskanzler zu ernennen, der eine stabile Koalitionsregierung  anführen sollte. Letztlich schwebt, wahrscheinlich nicht nur in dieser Zeughaus-Schau, der Begriff der „Machtergreifung“ über allem. Dabei gab es diese Machtergreifung objektiv gar nicht:
Das deutsche Volk wählte die Nazis nämlich ohne Zwang am 5. März 1933. Erst danach erließ Reichspräsident v. Hindenburg eine Verordnung, die zum „Ermächtigungsgesetz“ führte, das am 24. März 1933 in Kraft trat.
Nur um der Klarheit willen: Die Nazis feierten Hitlers Ernennung zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 als Tag der „Erhebung“. Und was das von dem Reichstages beschlossene Ermächtigungsgesetz betrifft, so handelt sich sich hierbei um eine (damals noch) demokratische Entscheidung seiner absoluten Mehrheit.  Der interessierten Leserschaft hier noch einige Passagen aus diesem für heutiges Empfinden ominösen Gesetzestext, der mir in der Zeughaus-Ausstellung fehlte:

„Der Reichstag hat das folgende Gesetz beschlossen, das mit Zustimmung des Reichsrats hiermit verkündet wird, nachdem festgestellt ist, dass die Erfordernisse verfassungsändernder Gesetzgebung erfüllt sind:
 Art. 1.: Reichsgesetze können außer in dem in der Reichsverfassung vorgesehenen Verfahren auch durch die Reichsregierung beschlossen werden. Dies gilt auch für die in den Artikeln 85 Abs. 2 und 87 der Reichsverfassung bezeichneten Gesetze.
Art. 2.: Die von der Reichsregierung beschlossenen Reichsgesetze können von der Reichsverfassung abweichen, soweit sie nicht die Einrichtung des Reichstags und des Reichsrats als solche zum Gegenstand haben. Die Rechte des Reichspräsidenten bleiben unberührt.
Art. 3.: Die von der Reichsregierung beschlossenen Reichsgesetze werden vom Reichskanzler ausgefertigt und im Reichsgesetzblatt verkündet. Sie treten, soweit sie nichts anderes bestimmen, mit dem auf die Verkündung folgenden Tage in Kraft. […]
Art. 4.: Verträge des Reichs mit fremden Staaten, die sich auf Gegenstände der Reichsgesetzgebung beziehen, bedürfen nicht der Zustimmung der an der Gesetzgebung beteiligten Körperschaften. Die Reichsregierung erlässt die zur Durchführung dieser Verträge erforderlichen Vorschriften.
Art. 5. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Verkündung in Kraft. Es tritt mit dem 1. April 1937 außer Kraft; es tritt ferner außer Kraft, wenn die gegenwärtige Reichsregierung durch eine andere abgelöst wird.

„Das bedeutete, dass neue Gesetze nicht mehr verfassungskonform sein, insbesondere die Grundrechte nicht wahren mussten, und dass Gesetze neben dem verfassungsmäßigen Verfahren auch allein von der Reichsregierung erlassen werden konnten (damit bekommt die Exekutive auch legislative Gewalt)“, heisst es dazu sachlich bei Wikipedia.


 

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Unser unrunder Tisch in 6 Folgen (1): ad Jakob Augstein & Wiesenthal-Liste

(hp) Ladies vor. Anne, Pädagogin in unserer Verlagsrunde, hat als erste das unzensurierte Wort:
Jakob Augstein bleibt „Antisemit“: Rufmord Erster Klasse!
Was ist los in dieser Gesellschaft? Keine Minderheit in diesem Staat genießt so viel Verständnis, so viel Akzeptanz und Freiheit im heutigen Deutschland. Ich erinnere mich an die Beschneidungs-Demo im Sommer ’12 auf dem Platz gegenüber der Berliner Humoldt-Uni. Was da von Vertretern und einer Vertreterin des Zentralrats ins Mikro gerufen, stellenweise gebrüllt wurde gegen jeglichen Versuch, die Beschneidung jüdischer Säuglinge zu untersagen (Landgericht Köln), grenzte an die pauschale Beleidigung der (heutigen) Deutschen. Im Hintergrund, auffällig auf einem Baucontainer nahe der Opernfassade platziert, bewachten bewaffnete Polizisten die Demo. Die protestierenden Juden hatten damals noch mein Verständnis. Was aber zur Zeit im Fall der Simon-Wiesenthal-Liste gegen Jakob Augstein stattfindet, der nichts gegen Juden äußerte, sondern die derzeitige Regierung Israels kritisiert und niemandem etwas zuleide tut, finde ich verabscheuungswürdig: Ihn als Antisemiten international an den Pranger zu stellen, finde ich ebenso zum Kotzen wie das Schweigen der Meinungsmacher nach der am Donnerstag in Berlin stattgefundenen Veranstaltung im Bundespresseamt, in der der für die Liste verantwortliche Rabbiner Abraham Cooper die Anprangerung Augsteins rechtfertigte, heftig unterstützt vom Hamburger Politikwissenschaftler Matthias Künzel. Sogar Augsteins Kritik an den Ultraorthodoxen, die im eigenen Land Israel als Extremisten kritisiert werden, wurde pauschal als Antisemitismus deklariert. Wenn das so weitergeht, wundert es mich nicht, wenn Berufs-Anti-Antisemiten wie Broder & Co. noch lange beschäftigt sein werden. gez. Anne B.

 

 

 

 

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…ob Ernst Schering Jude war?

(hp) Weil ihr Wikipedia nicht reichte, fragte gestern eine Berliner Gymnasiastin hier im Verlagsbüro an und wollte wissen, weshalb unser Autor Gert J. Wlasich in seiner Ernst-Schering-Biografie die „jüdische Identität“ (Zitat) des Firmengründers verschwiegen habe. Sie frage im Auftrag ihrer Arbeitsgruppe, die sich im November zur Vorbereitung einer Gedenkveranstaltung zum „Auschwitz-Tag“ (27. Januar) gebildet habe.Nach meiner Erinnerung war diese Anfrage nicht die einzige in der letzten Zeit.

Leicht überrascht, fragte ich unter der von N.N. hinterlassenen Handy-Nummer zurück und erfuhr, Schering habe den Davidsstern auf seiner Firmenschutzmarke doch nicht aus „Jux und Tollerei“ (Zitat) verwendet. Nachdem ich die engagierte junge Dame kurz darüber aufgeklärt hatte, dass es sich bei der in Wlasichs Broschüre abgebildeten Scheringschen Schutzmarke um eine Zeichenkombination aus der Alchemie handle – Feuer, Säuren, Gase,  symbolisch übereinander gezeichnet – dankte die Schülerin recht unzufrieden und bat um einen weiteren „Beweis“. Diesen wird, allerdings nicht mehr rechtzeitig zum Holocaust-Gedenktag, unser Autor nachliefern. Die Scherings aus Prenzlau entstammten nämlich  schwedischen Ahnen, die sich noch Schäring schrieben, was die Herkunft von den schwedischen Inseln (Schären) vermuten lässt. Doch dies wird unser Autor für die gymnasiale Arbeitsgruppe fachlich einwandfrei aufbereiten.

Für mich bleibt ein fader Nachgeschmack. Gab es doch schon mal ein ähnliches, ebenfalls überhapsig recherchiertes Beispiel dafür, wie nach schlampiger Lektüre missverständliche Deutungen entstehen können. So wetterte im Herbst 2012 eine alte Dame in Basel, Wlasich habe den Ober-Nazi Gregor Straßer in seinem Buch „Die Schering AG in der Zeit des Nationalsozialismus“ geschönt dargestellt. Er, Straßer, habe  doch auch..! – Welch Erstaunen, als spontan nachgewiesen werden konnte, dass Straßer am 30. Juni 1934 ermordet wurde und allein schon deshalb keine Holocaust-Schuld auf sich lud.

Wlasichs "Ernst-Schering, eine Biografie", € 6,00

„Ernst-Schering, eine Biografie“, € 6,00

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Alexis sagt: „Ein Grieche lügt nicht, auch wenn er betrügt.“

(hp) Dass es unter politischen Entscheidern Ungebildete gibt und solche, die vor dem politischen Geschäft ihre Bildung an der Garderobe abgegeben haben, erleben wir tagtäglich. Wäre das anders, gäbe es in der EU kein Griechenland (Zypern inklusive). Bevor ich weiter poltere, nehme ich meinen Freund Alexis und all die lieben anderen Griechen, die ich persönlich kenne, gern aus. Nur: Dass über 50.000 Griechen, und dazu gehören nicht nur feudalkorrupte Politiker und Schweizer-Bank-Liebhaber quer durch alle Reihen, ungehindert Altersrenten ihrer längst gestorbenen Verwandten beziehen (siehe heutige Presse), reicht uns Korrekt-Deutschen mal wieder. Deshalb soll die Zeit bis zur Veröffentlichung der nächsten, Griechenland betreffenden Skandale für die Bildung genutzt werden. Sie, werte/r LeserIn, entscheiden, was Sie von Vor-Urteilen halten, wie Sie sie bewerten, was für Sie – beispielsweise das Unwort „Pleite-Grieche“ – wieviel Realitätsbezug hat:

Beginnen wir mit den bösesten Definitionen: Lord Byron schrieb anno 1810 an Henry Drury: „Ich mag die Griechen. Sie sind geschickte Gauner mit allen Lastern der T…, aber ohne deren Mut.“ – Luther, der im Gegensatz zu Byron nie in Griechenland weilte, pauschalierte deftig: „Der Griechen Weisheit ist gar viehisch“ (Tischrede, 1535). Reichskanzler Otto v. Bismarck  schrieb 1881: „In Griechenland gibt es nur einen ehrlichen Mann, das ist der König, denn er ist kein Grieche [sondern Däne. die Red.], und wir dürfen nicht dulden, dass man ihn vertreibt.“ – Aktueller: Jacques Lanzmann, 1957: „…erwartete ich, an jeder Straßenecke edle Gestalten und Gesichter zu treffen, weisse Muskelmänner wie die antiken Statuen. Was ich fand, waren unansehnliche Murkse – Typ Dardanellen-Türke – mit einem Flackern in der Pupille, das nicht Genie verriet, sondern Neid.“ – Bösestes zum Schluss: „Degenerierte, schmutzige, verarmte Nachkommen von Gemüsehändlern, die die Demokratie erfanden und dann…vergaßen, wie sie funktioniert“ (P.J.O’Rourke, National Lampoon, 1976). Altbekannt formuliert der albanische Volksmund: „Wenn du einem Griechen die Hand geschüttelt hast, zähle deine Finger!“ –
Es reicht, meint unser Alexis, ein gebürtiger Athener. Er versteht bis heute nicht, dass der vormalige, an schwerer Adipositas leidende Finanzminister Griechenlands, Evangelos Venizelos, seinerzeit in Brüssel von zweien seiner Ministerkollegen mit Wangenschmatz begrüßt wurde. Nachdem er dies im TV gesehen hatte, übergab er sich entsetzt in unserem Verlags-WC. Sein Kommentar hieß damals: „Der ist kein Grieche, sondern ein korrupter Lügner. Ein Grieche lügt nicht, nicht einmal dann, wenn er betrügt!“

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RBB: Endlich Entbroderung nach Broderschem Unflat

(siv) Mit unserem liebwerten Schlomo ist nicht gut Kirschen essen. Obwohl er sich saisonal nur als „Weihnachtsbaumjude“ definiert – diese Bezeichnung hat er wörtlich von Carl Djerassi übernommen -, leidet er unter der nicht enden wollenden Antisemitismus-Diskussion in diesem unserem Lande. Als Henryk Broder mit seinem Buch „Vergesst Auschwitz!“ für Aufregung sorgte, war Salomon noch ein Fan dieses Autors. Heute freut er sich über die Entbroderung, die der RBB nach der Broderschen Unflat gegenüber dem ehrbaren Journalisten Jakob Augstein und der Entgleisung des Simon-Wiesenthal-Centers gegenüber dem freitag-Herausgeber veranlasst hat. Salomon ganz nebenbei: „So einer sollte auch von der WELT in die Wüste gejagt werden!“ Da er aber für das Haus Springer den ständigen „Weihnachtsbaumjuden“ macht, wird seine Präsenz dort wohl noch für längere Zeit bestehen bleiben. Broder wird oder ist erst 66. Bekanntlich fängt, wie es der Nichtjude Udo Jürgens von Jahrzehnten verkündete, in diesem Alter das Leben erst richtig an. Vom Schreiben nicht zu reden.
Bei unserem ersten Kaffeekränzchen nach Neujahr bat unser Oldie Hans-Peter Eis, künftig gewisse Themen nicht mehr anzusprechen. Sein Comment zum oben beschriebenen Skandal: „Stellt euch vor, es gäbe keine unkonventionellen Richter mehr (Beschneidungs-Urteil Köln) und keine antisemitischen Übergriffe (Beispiel: Berliner Rabbiner-Anpöbelei) -, was könnten die Broders in aller Welt und Institutionen wie das Simon-Wiesenthal-Center dann noch publizistisch bekämpfen?“

 

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Hitler-Doping auch dank Schering-Medizin?

(gw) Adolf Hitler sei während der Jahre seiner Karriere unter Drogen gestanden, hieß es jüngst in einer „History“-Folge im ZDF. Derlei Spekulationen sind nicht neu. Schon Anfang der 1950er Jahre gab es in den USA Ausstellungen mit Hitler-Porträts seit 1932. Es ging um Beweise, dass der spätere „Führer“ sich im Lauf der Zeit stark verändert habe, was nicht nur seiner chronisch schwächelnden Gesundheit zugeschrieben wurde. Also Drogen. Als ich anlässlich eines Besuchs in Harward einen der Kustoren, der sich Sal Cullen nannt, darauf ansprach, erhielt ich skurrile Infos serviert. Von Kokain war die Rede, ebenso von Arsen, Strychnin und Doping-Hormonen. Letzteres habe ihm die Berliner Schering AG extra zubereiten lassen.

Hitlers Leibarzt Prof. Theo Morell

Hitlers Leibarzt Theo Morell

Dass Hitler im Lazarett Pasewalk, Vorpommern, 1918 wegen einer Senfgasvergiftung mit einem Mittel behandelt wurde, das Strychnin enthielt, ist nachgewiesen. Dass man alten Gäulen früher und wohl auch noch heute Arsenik in den Hafer mischt, ist ein traditionelles Veterinär- und Bauernrezept. Denn sowohl ein alter Gaul wie ein altersschwacher Opa blüht nach wohldosierter Aufnahme des Giftes kurz- bis mittelfristig auf und entwickelt eine Art neuer Fitness.

Zurück zum Thema Schering und Hitler:  In der seriösen Literatur findet man zahlreiche Hinweise darauf, dass Progynon, das allererste Hormonpräparat der Schering AG, nicht nur für die vom Hersteller vorgesehenen Indikationen „Schwere Menstruationsprobleme und hormonell bedingte Wachstumsstörungen“ eingesetzt wurde. Eine Reihe von Ärzten probierten das Progynon (1928) und seine hormonalen Nachfolger bis zum ersten oral verträglichen synthetischen Estrogen (Ethinylestradiol, 1937) bei Männern aus, deren unterschiedliche Leiden auf Störungen des Hormonhaushaltes zurückzuführen sein könnten. Diese Vermutung hegte auch Hitlers LeibarztDr. Theo Morell, der seinem Chef gegen dessen „Schüttelkrankheit“ (Morbus Parkinsoin) neben anderen Medikamenten auch das  Scheringsche Progynon verschrieb.

Wie an den Fotovergleichen feststellbar, hatte Hitler einige Jahre lang aufgeschwemmte Gesichtszüge, offenbar eine Folge der Hormoneinnahme. Wie man in Morells Memoiren nachlesen kann, wurde Progynon auch deshalb abgesetzt, weil sich das Links-Arm-Schütteln Schütteln nicht wegtherapieren ließ. In der Arbeit „Die Schering AG in der Zeit des Nationalsozialismus“ (ISBN 978-3-9814203-1-9) weist der Autor auf dieses bekannte Faktum hin (S. 160).  Über etwaige weitere Liefererungen, z.B. des aggressionsfördernden männlichen Hormons Testosteron, gibt es in den Schering-Archivalien keinen Hinweis.

 

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Digitale Bücher

Es ist uns eine besondere Freude mitteilen zu dürfen, dass unser Buch „Die Schering AG in der Zeit des Nationalsozialismus“ jetzt auch als eBook vorliegt, und zwar in den beiden verbreiteten Formaten Mobipocket (für KindleⓇ) und EPUB (für die meisten anderen Lesegeräte).

Im Laufe der nächsten Wochen werden  Sie das Buch bei führenden Händlern für elektronische Bücher im In- und Ausland finden. Ein Bezug direkt über den Verlag ist – anders als bei der Print-Ausgabe – leider nicht möglich.

 

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Zum Willy-Brandt-Gedenken: Danke, Egon Bahr!

(hp) Einer der ältesten und glaubwürdigsten Zeitzeugen der politischen Ära Willi Brandt, an dessen Wirken zu erinnern aller Ehren wert ist, spricht – endlich, liebe Zeithistoriker der Kalte-Krieg- die Wahrheit im Zusammenhang mit der Berliner Mauer. Dem rbb-Reporter, der ihn um eine kurze Würdigung Brandts (der vor 20 Jahren starb) bat, erklärte Egon Bahr die Väter des Berliner Mauerbaues: Nicht Chruschtschow und Ulbricht, sondern Chruschtschow und J.F. Kennedy waren die Väter der Absperrung Westberlins. Wie unser Autor G. Wlasich in seiner Romanbiografie „Es liegt noch Gold im Halensee“ ausführte, gab Nikita erst nach dem Ja Kennedys den Auftrag zum Mauerbau weiter. Autor Wlasich wurde 2010 von einigen deutschen Historikern heftig kritisiert, weil er den US-Präsidenten als Mitverantwortlichen ins Spiel brachte. Herrn Bahr sei hiermit ein herzliches Danke für die Klarstellung übermittelt.

 

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„Gregor Straßer war bei Schering doch nur eine Null!“

(hp) Bei Autorenlesungen ist es meistens ruhig bis feierlich, es sei den, ein schreibender Witzbold verwöhnt sein Publikum mit Scherzen. Als unser Autor G. Wlasich vorgestern nahe dem Berliner Moritzplatz (neben dem Aufbau-Verlag) über den „Oral history“-Abschnitt seines Buches „Die Schering AG in  der Zeit des Nationalsozialismus“ referierte, gebärdete sich ein Gast in  der zweiten Reihe auffällig, bevor er mit seiner Kritik herausplatzte: Wlasich habe viel zu viel Platz für den Abschnitt über den nur kurzfristig bei Schering untergebrachten „Obernazi Gregor Straßer“ vergeudet und „meinen Vater nicht einmal mit einer Zeile erwähnt.“ Einige Sekunden Stille im Saal, weil der Zwischenrufer seinen Namens nicht nennen wollte. Schließlich ermunterte Herrn J. Schwanitz die entstandene Unruhe samt Wlasich-Bitte um Namensnennung, seine Kritik auszubreiten.

Sein Vater sei 1944 von der Gestapo vor der Schering-Einfahrt Fennstraße 12 im Berliner Wedding „vom Fleck weg“ verhaftet worden, weil er es zugelassen habe, dass italienische Zwangsarbeiter am Sonnabend auf dem Bürgersteig ein Mandolinen-Konzert für Frauen aus der Nachbarschaft gaben. Schwanitz senior sei inhaftiert geblieben, bis ein Schering-Direktor (vermutlich Dr. R. Clerc) interveniert habe. Dazu muß man wissen, dass die zivilen italienischen Gastarbeiter nach dem „Verrat“ der italienischen Armee (1943, s. Badoglio) im Deutschen Reich automatisch zu Zwangsarbeitern degradiert wurden und daher nicht mehr die Rechte hatten, die sie vor der Absetzung Mussolinis genossen.

Wlasich entschuldigte sich mit dem Hinweis, dass er bei den Recherchen für sein Sachbuch nur auf schriftliche, möglichst beglaubigte Zeitzeugen-Aussagen zurückgegriffen habe, um die Seriosität der Darstellungen nicht zu gefährden. Der Vater von Schwanitz sei Anfang der 1950er Jahre gestorben und habe bei Schering leider nichts Schriftliches hinterlassen, wohl aber in der Familie und bei einem Verein. Der mittlerweile betagte Sohn will unserem Verlag Aufzeichnungen nachreichen, damit dieses Thema in einer Neuauflage berücksichtigt werden könnten.

Wie ein damals bereits pensionierter Optiker aus der Reinickendorfer Straße 1988 in einem Zeitzeugen-Meeting im Scheringianum erzählte, habe das Schering-Management „nicht erst seit Stalingrad gewisse Vorschriften der Nazi-Behörden ignoriert“. An die von Herrn Schwanitz in Erinnerung gerufenen sog. Mandolinenkonzerte der Italiener denke er, so Otto Reinke, der mittlerweile verstorbene Optiker, gern zurück: Es sollen nur traurige, von Heimweh strotzende Linder und Arien gewesen sein, die mitten im Krieg auf der Fennstraße erklangen und von den Frauen aus der gegenüber liegenden Häuserzeile geliebt worden seien. Die Spontankonzerte hätten aber nach der Bombardierung des Wedding im Herbst 1943 aufgehört.

Mit dem Hinweis, der bis Ende 1933 innerhalb der NSDAP mächtige Gregor Straßer sei nach seiner Abhalfterung durch Hitler bis zur Erschießung am 30. Juni 1934 („Röhm-Putsch“) als Frühstücksdirektor bei Schering „nur eine Null“ gewesen, hat Schwanitz übrigens Recht – dies nur der Vollständigkeit halber für jene Leser, die sich in der NSDAP-Geschichte nicht genau auskennen bzw. Wlasichs Buch nicht gelesen haben.

 

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