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Liberal? – Fatal! – Buße und Erneuerung tun not

(hp) Jungs, geht in die Pfadfinderstellung! – Kriecht frisch frisiert aus Euren Schamgärtchen, schaut ernst in die Weite und übt euch in Buße! – Erst dann wird man euch wieder zur Kenntnis nehmen im Wählervolk. Und: Gesteht. Gesteht endlich, dass ihr verblendet wart vom Reiz eines „freien“ Wirtschaftens, vom Reiz eines absoluten Liberalismus. Gesteht, dass ihr zu unbefangen wart, um die Gefahren ungezügelter Gier nach Millionen und Milliarden rechtzeitig zu erkennen und dass ihr deshalb vergessen habt, rechtzeitig die (linke) Hand zu heben und für einen sozial fundierten Liberalismus zu werben. Gebt, erlaubtermaßen in Büßerhemden der Marken Boss oder Armani oder Trigema, endlich zu, dass ihr auf dem falschen Dampfer wart mit eurer bisherigen Definition von „Markt“ und „Wirtschaft“ und „Freiheit“.

Ihr FDPler habt doch mehr in euren Köpfen als etwa der selige Jörg Haider samt seiner Buberltruppe. Macht was draus. Eure Väter und Opas haben es nicht verdient, dass die liberale Partei Deutschlands zu einer geschichtlichen Fußnote vertrocknet. Aus Niederlagen lernen heisst die Devise. Teilt dem Volk mit, dass ihr lernt. Wir alle müssen lernen. Wer das laut und oft sagt, gewinnt Sympathie (wie es die Piraten zurzeit professionell genießen). Also: Auf, auf, sprach der Fuchs zum Hasen: Hört ihr nicht die Jäger blasen?! – Und sagt eurer bayerischen Lordsiegelbewahrerin, sie sollte sich etwas frühlinghafter und damit hoffnungheischender kleiden. Frohe Ostern!

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Zur Sache mit Afghanistan!

Zum Ersten:
Die deutschen Soldaten und Polizistenausbilder in A. mögen sich einmauern wie die Italiener, alsdann das militärische Engagement um mutige Markscheider – das sind akademinische Ermittler von Bodenschätzen – erweitern, Montanisten aus Leoben (als Deutsche verkleidet) mit einschleusen und endlich das tun, weshalb die vielen ausländischen „Menschenschützer“ im Hindukusch präsent sind. Dann wäre endlich und ehrlich auch für Lieschen Müller klar, wozu das ausländische Engagement dient. Bodenschätze (Edelerze) im Wert von 3 Billionen Dollar werden unter den Stein- und Sandwüsten vermutet.
Sozial-karitatives Tun soll weiterhin gut bewacht weitergeführt werden, vernünftigerweise aber nur nahe jenen Plätzen, die hoffentlich noch in diesem Jahrhundert zu Bergwerks-Orten werden. Nicht zu vergessen sind viele hundert Deutschlandfahnen, mit denen man die deutschen Hoffnungsgebiete gegenüber erzlüsternen Italienern & Co. markieren sollte.

Zum Zweiten:
Wenn nun – aktuell betrachtet – innerhalb der Sunniten (Mehrheit) gegen Schiiten (Minderheit) gebombt wird, sollten die ausländischen Beschützer in ihren Bunkern bleiben und sich überlegen, ob sie sich nicht demnächst ins weitaus wärmere Ägypten versetzen lassen wollen, wo die unter Mubarak geschützte Minderheit der Kopten von militanten Moslems zur Verfolgung freigegeben worden sind…

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Die „German Desease“ expandiert

Um den zu niedrigen Blutdruck, der laut britischer Arroganz diesen Namen trägt, weil nur die Deutschen das Phänomen als Krankheit empfinden, geht es hier nicht. In Zeiten wie diesen breitet sich die „Deutsche Krankheit“ weit über die medizinische Sphäre aus. Die Angst um unseren Wohlstand wächst von Tag zu Tag. Therapeutische Sprüche wie der heutige von Hans-Werner Sinn, IfO-Institut München, der deutschen Wirtschaft gehe es „vergleichsweise gut“, werden eher als kurzfristige Beruhigungspille verstanden. Immerhin verunsicherten uns die Medien wochenlang damit, dass die deutsche Wirtschaft im 4. Quartal nur mehr um ein halbes Prozent „wachsen“ werde. Gerade heute, frei nach Sinn, heißt es wieder, der Geschäftsklima-Index sei im Steigen begriffen. Da soll noch einer seine Angst vor der Sintflut verlieren…

Zurzeit befinden wir uns im ständigen Wechselbad, jedoch nicht nach Pfarrer Kneipp. Denn wir werden nicht gesünder und optimistischer, sondern immer verunsicherter. Es soll Leute geben, die sich vor der Routine der „heute“-Sendungen fürchten und auf die „heute show“ und ihren Schnellschuss-Moderator Oliver Welke hoffen. Womit ein weiterer Aspekt der „Deutschen Krankheit“ angesprochen sei: das permanente Gefühl der Unsicherheit. Nirgendwo sonst auf der Welt ängstigt man sich über alles und jedes, was theoretisch oder praktisch schädlich sein könnte. Kaum ein Nahrungsmittel, vor dem nicht gewarnt würde, es könnte eine Allergie auslösen oder in Kombination mit einem anderen Nahrungsmittel oder zur falschen Tageszeit und so weiter. Kaum ein Aroma, das nicht irgend etwas Unerwünschtes mit sich bringen könnte, kaum ein Kunststoff, der nicht irgend ein Gift enthielte…

Dazu der Hang, vor dem sogar Franz Kafka, der Düstere, warnte, es könnte eher etwas Unangenehmes passieren als etwas Angenehmes. Daraus rekrutiert hierzulande, zumindest nördlich der Alpen, eine Ängstlichkeit etwa vor Behörden, vor Aufsichts- und anderen Personen und Ämtern, die eigentlich für uns da sind und nicht wir für sie.

Haben Sie schon einmal beobachtet, wie Südländer in ihrer Heimat mit Autoritäten umgehen? – Verglichen mit hiesigen Provinzbewohnern, die vor jedem „Ehrengast“ buckeln, auch wenn es nur ein Landrat oder ein Abgeordneter ist, geht es anderswo – und nicht nur nördlich des Mittelmeeres – lockerer zu als bei uns. Angstfrei. Und ohne Bückling.

Wir sollten uns emanzipieren. Und Emotion sowie Aggression in zivilisiertem Maß auch nach außen pflegen, anstatt sie zu Hause zu praktizieren: muffelig, ängstlich, ungemütlich, bis hin zur Depression. Nehmen wir uns ein Beispiel an Kindern, möglichst an pubertierenden, die dabei sind, anerzogene Fesseln zu sprengen und gelegentlich auch „Leckt mich doch alle!“ rufen – zumindest so lange, bis auch sie eingequetscht werden in unsere autoritätshörige Gesellschaft.

Locker, bitte. Werden Sie lockerer. Aber nicht nach dem Motto „Hinter uns die Sintflut!“, wie es die Politiker tun. Schließlich noch das Amen für jene Wohlhabenden, die Tag und Nacht um ihre Euros  zittern: „Ihre Angst vor dem plötzlichen Hungertod ist unbegründet!“

 

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