Category Archives: Satire

Oscar über tierische Begattungskultur

(ki) Könnte als fadenscheinig empfunden werden, angesichts meines aus Altersgründen leicht OscarGrünverringerten Geschlechtslebens über die Kultur der natürlichen Begattung im Tierreich zu referieren. Aber was ich da kürzlich am Lietzensee erleben musste, sprengte für mich alle Grenzen. In dem eleganten Großtümpel, den ich – ehrlich gesagt – noch nie durchschwommen habe, schwammen einige wenige Wildenten so frohmütig vor sich hin, dass man meinen konnte, sie summten ein schnabeliges Frühlingslied. Da wirft sich plötzlich ein farbenprächtig gefiederter Erpel auf eine Artgenossin und während der Begattung haut ihr das männliche Federfieh derart gewaltig auf, besser: in den Kopf, dass das erbarmungswürdige Tier wie eine Wasserinvalidin Erpelbewußt- und bewegungslos auf dem Gewässer vor sich hin gondelt. Das war offenbar für einen zweiten Erpel das grüne Signal, die bereits verletzte Ente zu einer weiteren Begattungstortur zu benutzen, was den Erstbesteiger gar nicht kümmerte. Ob das unscheinbare Weiberl diese Vergewaltigung überlebte, kann ich nicht mehr erzählen, da mich mein Herrchen angesichts der brutalen Szene zur Fortsetzung unseres Spazierganges in Richtung Kantstraße animiert hatte.

Mein Fazit: Hund und Hündin paaren sich kultivierter als die offenbar jahreszeitlich übergeilen Flugviecher, denen einsame Witwen so gern Schrippenbrösel zuwerfen.

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„Es ist ein schönes Ding, immer zu zweien zu sein!“

osc4 Poster(hp) Wie das Hochzeitsbillett mit dem ehrenwerten Spruch des Philosophen Friedrich Nietzsche auf meinem Schachbrett zu liegen kam, weiß ich nicht, will es auch gar nicht wissen. Mein Herrchen, der in Sachen Ordnung ein Pedant ist und jeglicher Unordnung abhold, hat es mir nicht hingelegt. Aber gut damit. Interessant erscheint mir nur, dass dieser Spruch gerade von alleinstehenden Zweibeinern gern verwendet wird. Er steht auch im Stammbuch der Kusine meines Herrchens. Dort habe ich ihn im Advent zum ersten Mal erschnüffelt. Seltsam finde ich es, dass er Nietzsche zugeschrieben wird, diesem Mann, der sich sein ganzes Leben lang nach Zweisamkeit sehnte und sie nie erreichte. Umzingelt von zwei Weibern (Schwestern?) führte dieser Mann ein unglückliches Leben, mußte sich von der sturen Gattin des großartigen Richard Wagner öffentlich der Homosexualität bezichtigen lassen, während ihr schwuler Sohn wegen schwuler Unartigkeiten gegenüber einem jungen Bauernburschen sogar mit der Justiz zu tun hatte. Zur Niederschlagung des Skandals zwang Cosima Wagner dem gerichtlich bestraften Sohn ein britisches Waisenkind als Ehefrau auf (die Jahre später, als der mit Hausverbot in Bayreuth belegte Nietzsche schon lange tot war, zu einer glühenden Verehrerin des Herrn Adolf Hitler wurde). Könnte es sein, dass Friedrich Nietzsche seinen Spruch aus Sehnsucht nach einem frei zu wählenden Lebenspartner niedergeschrieben hat? Sein Baseler Universitätskollege, mit dem er ein kurzes Pantscherl hatte, war garantiert nicht der Richtige. Weshalb sonst wäre der aus Naumburg an der Saale stammende Philosoph später irrsinnig weworden? Fragen übder Fragen, da lass ich’s lieber. Gut Nacht, ihr Zweibeiner!

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Oscar: Dialog statt Zähnefletschen!

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(hp) Hab mich selbst nicht erkannt. Solche Selfies sind eigentlich nicht mein Stil. Ich bin nämlich ein ausgesprochen friedsamer Dialogist. Als mich mein Schachpartner aus der Eisenacher Straße um ein Aggressionsfoto bat, hab ich den angenagten Torso eines mittelfetten Zweiges präsentiert und ganz gefährlich geschaut. Kundlerische Kenner erkennen sicher sofort, dass mein getürktes Zubeissen alles andere ist als real. Ich tu nur so. Damit er sich freut, der Alte aus der Eisenacher. Selbstverständlich bat er mich um dieses Foto nicht ohne Hintergedanken. Zähne zeigen, ohne einen Zubiss zu planen, immer in der Hoffnung auf Dialog – bei mir ist es, ehrlich gesagt, die Hoffnung, bald wieder ein Leckerli zu erhaschen – , also Zähne zeigen gegenüber einem Gegner, der in Wahrheit gar keiner ist, den man nur kurz verschrecken möchte. Wie Schäuble gegenüber dem OscarGrüngriechischen Finanzprofessor (Jenseits der TV-Kameras wird man die anhaltenden Kontroversen wohl bei einem Gläschen Anisschnaps begießen).
Ich mag aggressive Kontroversen ganz und gar nicht. Zuweilen übe ich mich sogar, sobald irgendwo ein Spiegel bis zum Boden reicht, in der Kunst des getürkten Dialogs inklusive Augensprache. Angstmachendes Zähnefletschen überlasse ich primitiven Vierbeinern, die von Dialog noch nichts gehört haben. Achtung, Herrchen ruft; muss ganz schnell das grüne Mascherl (Selfie rechts) abwerfen. Tschüs!

 

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Katholen, holt euch eure Sündenfreiheit in Rom!

(kj)  Ein ganz besonders „Heiliges Jahr“ hat der Vatikan heute angekündigt. Ab Dezember können sündige Katholiken nach Rom pilgern und sich dort die Streichung ihrer Sünden holen – bargeldlos und vom Papst persönlich angekündigt. Unser Jungkommunist Kevin vermutet, da stecke doch die Tourismusindustrie und vielleicht auch die notleidende Fluggesellschaftsbranche dahinter. Oder will die katholische Kirche das kopieren, was bei den Muslimen („Einmal im Leben nach Mekka pilgern!“) seit Jahrhunderten guter Brauch ist?

Irgend etwas an der Aufforderung, nach Rom zu kommen, um den Sündenerlass zu ergattern, stimmt mich nachdenklich: Glaubt der Vatikan nicht mehr an die heilsame Wirkung der traditionellen Beichte beim Ortspfarrer? Gilt die dem Fernsehzeitalter entsprungene Regelung, wonach der Ostersegen („Urbi et orbi“) frommen Radiohörern und TV-Konsumenten alle Sünden nimmt, ab Dezember nicht mehr? – Um Aufklärung wird gebeten. Ich möchte auf keinen Fall vor einem geschlossenen Himmelstor stehen. Wie denken Sie, geschätzter Leser?

P. S.
Zu Luthers Zeiten konnte man den Ablass käuflich erwerben, wogegen sich der fromme Mönch mit aller Kraft stemmte. Dass aus dem Protest der lutheranisch denkenden Fürsten eine eigene Religion wurde („Protestanten“), war nicht des Bibelübersetzers und Mitbegründers der neuhochdeutschen Sprache Absicht, wenn auch eine wertvolle Folge seiner Standhaftigkeit.

 

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Pharmazeutische ZDF-Ratschläge werktags ab 19.30 Uhr

(fr) Zuweilen habe ich das Gefühl, die „Apotheken-Umschau“ habe eine eigene Redaktion im ZDF. Wie sonst erfährt die ZDF-süchtige Gemeinde, die sich auch während des Abendessens von sogenannten Vorabend-Serien berieseln lässt, von pharmazeutischen Wundermitteln? – Gibt es einen Pakt zwischen der Generika-Industrie, dem Mainer Fernsehsender und den Drehbuchautoren? Oder sind Parallelen wie das Aufeinandertreffen des sehr stark unterspickten Rosenheim-Kommissars  und der tüchtigen Marktfrau, die nun dank eines Schmerzgels auf dem Marktplatzpflaster schmerzfrei knien kann, Zufall? – Was der wiederum (zufällig) stark unterspickte Tante im Sofa „die Lebensqualität“ zurückgab, was sie tagelang via Glotze kundtut, ist ein Konkurrenzpräparat. – Stell dir vor, Diabetes-Medikamente wären rezeptfrei: die Werbefilmchenflut würde alles andere übertreffen, wofür sonst wie geworben wird. Am besten ist die Präsentation eines kräftigen Mannes, dem die Benutzung eines medizinisch imprägnierten Tüchels wunderbarerweise sofort hilft. Auf der Stelle sozusagen. Auf die Wirkung seines Viagra müsste der kraftstrotzende Mann sicher etwas länger warten – aber: Pardon! – das gehört (noch) nicht hieher; vorerst ist das probate Arzneimittel gegen die leidvolle Scheidentrockenheit das Thema der Abendstunde!

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Mein Oscar hat heute (noch) Hausverbot im Gotteshaus!

(hp) Nach langer Zeit wieder mal in einer Kirche in Berlin-Schöneberg. Zwei laut plärrende Babys während der Predigt. (Mein Nachbar: „Hat sich wohl aus Langeweile angekackt!?“). Hilflose Mütter. Eine davon ist, wie ich sehen kann, in Wahrheit ein Papa. Noch hilfloser als die Mama in der Kirchenbank gegenüber. Deshalb verlässt er, sein wahrscheinlich selbstgenässtes Baby tätschelnd, beschämt das Gotteshaus. Da denke ich an meinen Oscar, den friedlichsten Labrador, den ich kenne. Er würde sich vor der Messe ausgepinkelt und die Predigt des Herrn Pfarrers nicht durch Knurren oder gar Bellen gestört haben. Außerdem pflegt er Damenwaden zu ignorieren. Weshalb, frage ich mich, darf er mich (und wahrscheinlich Tausende von Hundebesitzern in aller Welt) n i c h t  zur Sonntagsmesse begleiten? Muss ich ihm ein Blindenhund-Geschirr umschnallen, um das kirchliche Hausverbot zu umgehen, also lügen?
Ich glaube, ich muss an den Vatikan schreiben und den Papst Franz an seinen Namensvetter von Assisi erinnern, der auch Tiere als Geschöpfe Gottes betrachtete und ihnen die Teilnahme an einer Messfeier erlauben würde, falls die Vierbeiner weder bellen noch beißen. Vielleicht wird dank Franziskus in ein paar hundert Jahren die Mitnahme laut christlicher Heilslehre unschuldiger Vierbeiner zur Sonntagsmesse gestattet. Oscar würde es zwar nicht mehr erleben, aber immerhin dank meiner Forderung ein Pionier werden, was ihm in seinem Hundeleben bisher noch nicht vergönnt war.

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Flugplatzbaustelle Berlin – Probleme kreativ & preiswert überwinden!

(eva) Habe gerade mit Vergnügen Prof. Jean-Luc Hennigs Buch „Der Hintern“ (Piper Verlag) durchstudiert und gleich darauf meinen derzeitigen Lover gezwungen, seinen Allerwertesen durch Fitness zu straffen, bevor sein Hinterteil wegen des Bürojobs vorzeitig zu einem Schwabbelarsch verkommt. Da lese ich in der Berliner Zeitung (nicht mit der BZ zu verwechseln) von der gestrigen AR-Sitzung des BER-Aufsichtsrats und den gewohnten Hilflosigkeiten, was die Zukunft des Projekts angeht. Von einer sauteuren neuen Entrauchungsanlage der Fa. Siemens war die Rede und von Mehrkosten. Da denke ich, könnte doch bis zur Eröffnung anno Schnee, sozusagen flankierend, eine Zwischendurchmaßnahme helfen: Die Sturheit der Mehdorns, Wowereits, Dobrindts, Görkes & Co. verlangt radikale Maßnahmen. Eine davon wäre folgende:

Ausgesuchte Schönarschträger für den Platz vor dem Entrée honofrarfrei für RTL-Kameras

Ausgesuchte Schönarschträger für den Platz vor dem Entrée honofrarfrei für RTL-Kameras

In einer konzertierten Aktion liefern die Job-Center von Berlin, Potsdam und Umgebung insgesamt 2.000 Mannen unter 50, die in drei Schichten rund um die Uhr, bewaffnet mit je einem Handfeuerlöscher, an und in den Gebäuden des Flughafens Brand-Prophylaxe leisten, kontrolliert von ehrenamtlichen Sado-Maso-Meistern (die es im Bezirk Schöneberg zuhauf gibt!) auf gesponserten Elektrorädern. Wenn es der Celsius erlaubt, sollte unter dem Motto „Berlin – arm, aber sexy“ (Ersatzmotto: „Berlin – frauenfreundlich!“) die eine oder andere Hose fallen dürfen. Das Landesamt für Arbeitsschutz und Sicherheit ist einzuschalten.
Das wär‘ doch mal was Kreatives. Meinen Sie nicht, gnädige Frau Leserin?

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Sibylles irre Macken sind nobelpreisverdächtig

(evi)   Regt Euch doch nicht auf, Leute, über die Dresdener Sonntagsrede der Dame mit dem depressiv machenden Blick! Die ungeheuerlichen rhetorischen Ausfälle haben sicherlich eine geringere Halbwertzeit als ein echter Christstollen aus der Elbestadt. Der Literaturbetrieb hat die S. L. derart ausführlich preisgekrönt, dass bei ihr der Spruch „Je preiser gekrönt, desto durcher gefallen!“ garantiert nicht angewendet werden kann. Ihre Rundumschläge gegen den moralischen Verfall in allen Lebensbereichen inklusive Wissenschaft sind, so sehr sie mich auch gegenwärtig zum Speien anregen mögen, auf jeden Fall „interessant“ und lassen einen Verdacht aufkeimen: Wer derart tief, als wär‘ sie der personifizierte Vatikan der Vorkriegszeit, in ihre private Gesinnungskiste greift, macht sich, in wie vielen Jahren auch immer, in höchstem Maß nobelpreisverdächtig. Wer so gebildet und welterfahren ist und eine derart traumatische Kindheit hatte – ähnlich der schrecklichen Kindheit einer Elfriede Jelinek oder einer Herta Müller -, steht in der ersten Stockholmer Kandidatinnenreihe.    

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Alice Schwarzer – ideale Berliner Kultursenatorin?

(hp) Nach der umgewandelten „Entlassung“ des Berliner Kult-Staatssekretärs Schmitz steht konsequenterweise ein neuer Berliner Filzskandal vor der Tür. Die Schöneberger Friseurin Mimi Schulz reichte, wie ich aus vertrauter Quelle erfuhr, gestern in der Kanzlei des Regierenden Bürgermeisters den Vorschlag ein, die in Schweizer Geldangelegenheiten ebenso wie Herr Schmitz erfahrene Journalistin Alice Schwarzer als Quereinsteigerin an die Spitze des zurzeit unbesetzten Kultursenats zu platzieren. Berlin würde eine nach europäischen Maßstäben verbesserte Frauenquote vorweisen können und Herr Wowereit könnte von der Fülle seiner Aufgaben die Kultur wegdelegieren an eine Frau, die das Image Berlins (gar nicht so arm, aber ein sexy Spekulantenpflaster) sicherlich verbessern würde. Oder irrt Mimi Schulz, die übrigens auch als Fußpflegerin treffliche Arbeit leistet..?

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Mir fehlte der zoom-Tipp „Milchtrennung“, liebes ZDF!

(hp) Dass die Grafiker des ZDF gelegentlich schludern oder – wie jüngst passiert – keine Ahnung von der alten deutschen Schreibschrift haben dürften, wie die falsche Schreibung des „s“ bewies, mag verzeihlich sein. Meine grundsätzliche Güte hat die ZDF-Sendung „zoom“ von vorgestern allerdings gründlich erschüttert. Es ging um das Grundnahrungsmittel Milch. Dass „Alpenmilch“ keine Alpen,

Nur von der Sennerinnenbrust gibt es garantiert echte Alpenmilch!

Nur von der Sennerinnenbrust gibt es garantiert echte Alpenmilch!

österr.: Almen, gesehen haben muß, dass „Brandenburger Milch“ nicht von Brandenburger Rindvieheutern stamme (hoffentlich nicht vom Weidevieh von Tschernobyl!), war das Thema. Wie mangelhaft die zoom-Redaktion recherchierte und wie wenig hilfreich es für den sensiblen Milchkonsumenten war, scheint mir der eigentliche Skandal zu sein: Kein Wort zur Qualität der hierzulande angebotenen Milch, deren Herkunft vielseitig sein kann wie die Landkarte Europas; kein Hinweis auf die auch für die Konsumenten bestehenden Möglichkeiten, eben diese Qualität genauer zu prüfen. Offenbar ist dank solider Halbbildung der ZDFler die berühmte Trenn-Methode von Prof.DDr. Samuel N. Weinfieber, Stanford Universität (Kalifornien) bis heute unbekannt. Sie ist ganz einfach und sei hiermit besonders jungen und sensiblen Müttern, die gerade abgestillt haben, empfohlen: Ziehen Sie das Weisse aus der Milch und zoomen Sie die restliche Flüssigkeit (aqua sine lac) mit der Lupe, bevor Sie das Fläschchen für Ihr Baby oder für den zahnlosen Ururgroßpapa füllen. Schöner Nebeneffekt: Sie vermeiden damit auch die Gefahr eines Morbus lactis.

 

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