Category Archives: Feuil­le­ton

Israel: Wenn Günter Grass noch lebte,…

(rh) …so denke ich angesichts der blutigen Zwistigkeiten rund um den Tempelberg (Jerusalem-Ost), hätte er vielleicht ein weiteres  „politisches“ Gedicht komponiert. Nicht aus Langeweile, sondern aus Verzweiflung. Dieser Gedanke kommt mir dieser Tage nicht von ungefähr:

In meinem Tagebuch, das ich als rundum interessierter Jungjournalist führte, steht unter dem 12. Oktober 1973 die Notiz, ein aus Oberösterreich gebürtiger Sektionschef und Kreisky-Fan habe in Bad Ischl die Meinung geäußert, die Gründung des eigenständigen Staates Israel  in den Grenzen des bisherigen britischen Mandatsgebietes Palästina durch die UNO sei ein schwerwiegender „Geburtsfehler“ gewesen. Ganz Israel, wenigstens aber Jerusalem, sollte zu einem internationalen Gedenkort unter der Kontrolle der UNO werden. Mein damaliger Eintrag, unter dem Eindruck des kurz zuvor ausgebrochenen Yom-Kippur-Krieges  lautet wörtlich: „Hier wird es niemals Frieden geben!“ …und für die aktuelle Situation bedarf es des Zusatzes: Mit weiteren Wohnungen auf palästinensischem Gebiet wird die Glut des Hasses nicht gelöscht, sondern kriegsgefährlich angefacht.

 

 

 

 

Kommentare deaktiviert für Israel: Wenn Günter Grass noch lebte,…

Filed under Feuil­le­ton, Politik

Hört endlich auf, liebe Freunde,..

(mb) …Kritiker der hierzulande so genannten Asylpolitik als schlechte Menschen abzuurteilen! Wer von euch, gerührt von Schlagzeilen und mediengeilen Fotos toter Kinder und begeistert vom langlebig wirksamen Kanzlerinnenwort – ein nicht hilfsbereites Land sei nicht das ihre -, hat sich überhaupt schon mal überlegt, wie es morgen und übermorgen (auch im „reichen“ Deutschland) ausschauen wird, wenn die Politik mit der Situation weiter so verfahren wird wie bisher?

Auch ich habe Kleidung und zwei Wolldecken zum LaGeSo (Berlin, Turmstraße) gebracht und mich von freiwilligen Helferinnen und Helfern faszinieren lassen. Bin heute noch voller Hochachtung gegenüber den Frauen und Männern, die dort bis zur Erschöpfung helfen.

Auf der Nachhause-Fahrt gestern fand ich mich am U-Bahnhof Nollendorfplatz in einer Ansammlung jugendlicher Vorderasiaten. Mein türkischer Begleiter Ugan, der seit Tagen bei „Moabit hilft“ mitarbeitet, zwang mich zum Stehenbleiben. Dann übersetzte er mir, was er aufgeschnappt hatte: Wie will Deutschland, so seine Zusammenfassung, mit den neuen Einwanderern fertig werden, wenn es schon bisher hinten und vorne mit der Integration nicht klappt?

Fast 100 Prozent der Flüchtlinge, für die er dolmetscht, seien ungelernte junge Männer; einen einzigen Studenten aus Aleppo habe er angetroffen, der nach Schweden wolle. Die Menschenmenge, täglich im Fernsehen zu sehen, sei von ihrer Verwandtschaft auf die große Reise geschickt worden in der Hoffnung auf Nachzugsmöglichkeiten in ein reiches Land. Ob das diejenigen sind, von denen wir andauernd in den Medien hören und lesen?

In der „Zeit im Bild 2“ des ORF wurde abends der Vorwahlkampf zur Wiener Gemeinderatswahl am 11. Oktober kommentiert. Der Satz „Es brauche in Österreich keine brennenden Flüchtlingsheime, um die Ablehnung der Flüchtlingspolitik durch die Bevölkerungsmehrheit zu demonstrieren!“ gab mir etwas zu denken…

 

Kommentare deaktiviert für Hört endlich auf, liebe Freunde,..

Filed under Allgemein, Feuil­le­ton, Gesellschaft

„profil“ beschädigt Kreisky-Image

(hp) Ohne die Flüchtlinge hätte auch das zu Recht angesehene österreichische Magazin profil ein tiefes Sommerloch. Dass das Wochenblatt einige Tage, bevor die bundesdeutschen Journalisten das Thema aufgriffen, in den Klöstern des Alpenlandes nach der Einstellung der katholischen Brüder und Schwestern recherchierten, ist als Positivum hervorzuheben. Wenig positiv erscheint mir jedoch die Häme, mit der – ohne Kommentierung der damaligen Zeitumstände – profil in der aktuellen Nummer am Image des einzigen wirklich nennenswerten österreichischen Kanzlers kratzt: Wie er, Kreisky, in einem Gespräch mit dem ungarischen KP-Chef Janos Kadar anno 1986 die Regierungschefs Kohl und Reagan beurteilt habe; abwertend, versteht sich. Damals hatte der deutsche Kanzler aufgrund einer einzelnen Aussage den Sowjetchef Gorbatschow mit Goebbels verglichen – ein Faux pas der allerübelsten Sorte. Und Ronald Reagan, der den nicht-reichen Amerikanern einen Sozialbruch ersten Ranges beschert hatte, der bis heute nicht bereinigt ist.

Ich nenne das aus Kreiskys Mund ehrlich. Im Gegensatz zum Pranger, an welchen profil Bruno Kreisky ein Vierteljahrhundert nach seinem Tod stellt.

Kommentare deaktiviert für „profil“ beschädigt Kreisky-Image

Filed under Allgemein, Feuil­le­ton

Kein Schiff wird kommen…

(hp) Eine Leidensgenossin der Hamburger Hafennutte Lili Marlen, die am Hafen von Piräus sehnsüchtelt und von der wunderbaren Melina Mercouri im Schlager „Ein Schiff wird kommen“ verewigt ist, hat es seit langem besonders schwer.  Weil jenes Schiff, auf dem sie ihren Liebsten vermutet, längst in einem anderen Hafen von Bord ging. Wissend, dass der ersehnte Matrose in seiner griechischen Heimat keinen Job bekommen könnte. Vielleicht studiert er bereits irgendwo in Deutschland und quält sich mit der Udo-Jürgens-Nostalgie vom griechischen Wein, dem der ehemalige Schiffer  schon seit geraumer Zeit den unverharzen pfälzischen Riesling vorzieht.

Der aktuelle SPIEGEL versucht in seinem aktuellen Heft unter dem Titel „Unsere Griechen“ eine „Annäherung an ein seltsames Volk“. Sehr gewissenhaft gemacht. Aber zum Teil langatmig und gleichzeit stark facettiert. Für Menschen mit Leseschwäche empfehle ich als Ersatz den 1965 gedrehten Oscar-gekrönten Spielfilm „Alexis Sorbas“ mit Anthony Quinn als Klischee-Griechen. Der Streifen ermöglicht bessere Einblicke in ein (Entwicklungs-)Land und die Mentalität jener Bewohner, die von den Segnungen eines geliehenen Kapitalismus noch nicht beglückt bzw. korrumpiert wurden.

 

 

Kommentare deaktiviert für Kein Schiff wird kommen…

Filed under Allgemein, Feuil­le­ton

2015er „Kulturtage“ fallen aus – freiwilliges Budgetopfer?

(rf) „Jüdische Kulturtage“, laut Berliner Senats Internet-Ankündigung auf berlin.de  „wieder ein Fest für die Sinne […], musikalisch, cineastisch, literarisch und kulinarisch“, die vom 27. August bis 6. September stattfinden sollten, gibt es heuer nicht. Das erste Mal seit drei Jahrzehnten fällt die Veranstaltung aus. Heißt das, man braucht sie nicht mehr, weil sich die Akzeptanz der jüdischen Berliner bereits zufriedenstellend entwickelt hat, weil das Neben- und Miteinander mit den anderen Habitanten der Hauptstadt zur Selbstverständlichkeit geworden ist? Mag sein, aber ich glaub es nicht ganz. Einfallsreich finde ich jedenfalls, dass die Jüdische Gemeinde in raffinierter PR-Manier den Verzicht auf den gesicherten Senatszuschuss (eine Viertelmillion Euro) als freiwilliges Opfer für das dank BER- und Staatsopern-Mehrkosten gebeutelte Berliner Landesbudget verkauft. So jedenfalls findet es die köstliche „Tagesspiegel“-Online-Redaktion in ihr heutigen Morgenausgabe.

P.S. Kulturtage soll es diesmal übrigens in Erfurt geben: Entwicklungshilfe für Bevölkerungsschichten, die den Berliner Standard noch nicht erreicht haben?

Kommentare deaktiviert für 2015er „Kulturtage“ fallen aus – freiwilliges Budgetopfer?

Filed under Allgemein, Feuil­le­ton

Oscars Überlegungen zu Blatter und anderen Süchtigen

(hp) Macht, das wusste schon der Viehzüchter Kain aus der Bibel, hat was. Wir wissen, dass Macht über andere – es muß ja nicht gerade der Getreidebauer Abel sein – süchtig macht. Ein Politiker nutzt seine Macht, nicht nur für seine Wähler, sondern logischerweise auch für sich. In diesem Zusammenhang ist Blatter Sepp, von dem derzeit so oft die Rede ist, verdienstreich. Seine Politik, das kämpferische Aufeinandertreffen Oscar im TV Katzenvon je 2 mal 11 Leuten auf grünem Boden bis zur Hysterie der Konsumenten zu veredeln, war echt erfolgreich. Sie hat aber auch Millionen zahlender Menschen in Super-Stadien und vor heimischen Glotzen süchtig gemacht und den Fußball zum Gott unserer Zeit werden lassen. Und nicht nur Blatter, sondern alle sog. Sportfunktionäre aller Sportarten wurden mächtig und damit süchtig, natürlich auch in Bezug auf Geld. Dieses floss reichhaltig in die Vereinskassen und auf private Konten. Denn Macht und Korruption und Beschiss sind und waren bekanntlich schon immer Drillinge, wenn Geld und/oder Einfluss eine Rolle spiel(t)en. Dagegen ist die Rolle der beiden TV-süchtigen Miezekatzen, die zu meinen Fans gehören werden (siehe Dokumentarfoto!), ein Klacks. Unpolitisch und ganz ohne Beschiss. Außer die größere Pussy hat wieder einmal zu viel Gras gefressen und, durch meinen Fernsehauftritt abgelenkt, den Teppich verunreinigt.

Kommentare deaktiviert für Oscars Überlegungen zu Blatter und anderen Süchtigen

Filed under Allgemein, Feuil­le­ton

Oscar über Entzugserscheinungen

(hp) Quengelei gestern bei meinem Kaffeehaus-Türken: Ein zornig gewordenes Zweibeinerkind trommelt rotgesichtig auf den Oberschenkel seines Papis und schreit nach seinem Handy, was dem Papi peinlich ist. Er reißt den kleinen Brüllaffen an den osc5Hosenträgern hoch, worauf dieser nach einer Papst-Franziskus-gerechten Kopfnuss schweigt. Nebenan, vor dem Fetischladen „Boxer“, lümmelt ein älteres Kind von etwa 25 Jahren. Der kiezbekannte Stricher bettelt jeden Passanten um einen Euro an, weil er Nachschub brauche: „Ich krepier‘ ohne Stoff!“ Sowas von erbarmungswürdig. Hätte ich Geld bei mir, würd‘ ich ihm eine Münze hinrollen.

Im Haus Eisenacher Str. 13 entzieht sich ein verrückter Frührentner seines Beruhigungsmittels und drischt mit einem Hammer um Mitternacht minutenlang auf das Heizungsrohr. Jemand holt die Polizei. Als diese eintrifft, sitzt der Gestörte starr in seiner Küche und tut, als wär‘ er nur traurig.

Heute steht der immer noch nach Stoff hechelnde Typ wieder vor dem „Boxer“-Laden. Völlig verludert. Müsste eigentlich zum Entzug, denke ich. Andere haben sich besser im Griff als dieser arme Teufel. Nehmen Sie sich ein Beispiel an mir, lieber Leser: Ich bin auch ohne Zwischendurch-Leckerlis nach wie vor friedlich und gediegen. Dass der Alte aus der zweiten Etage des 13er Hauses unter Entzugserscheinungen leidet, weil er mir nicht einmal mehr übers Fell streichen und sich an meinem treuherzigen Blick erfreuen darf, tut mir zwar leid, aber gegen solche Entzugserscheinungen hilft ein treffliches, klinikfreies Rezept: Es gibt an der Motz-Ecke noch andere Vierbeiner, die sich für einen liebevollen Streichler ebenso herzlich zu bedanken wissen wie ich …

Kommentare deaktiviert für Oscar über Entzugserscheinungen

Filed under Allgemein, Feuil­le­ton

DLF-Kalenderblatt: Eine Reminiszenz am heutigen „Tag gegen Homophobie“

(hp) Ich sollte aufhören, zum Frühstück im Deutschlandfunk das „Kalenderblatt“ zu hören. Mit über 70 muß ich mich nicht mehr mit Vergangenem plagen, denke ich. Denn gelegentlich reißt da was auf, was für mich vergessen bleiben sollte.  Wie heute, als am „Tag gegen Homophobie“ an die Uraufführung der Mascagni-Oper „Cavalleria rusticana“ im Jahr 1890 erinnert wurde. Pietro Mascagni schrieb diese grandiose Dorftragödie, als er 27 Jahre jung war. Zur Sache:

Am 30. April 1976 saß ich neben einem alten amerikanischen Schriftsteller im ansonsten leeren Amphitheater von Taormina. Während wir uns anschwiegen und die dünne Rauchfahne des Ätna betrachteten, setzte sich ein blasser junger Mann mit Cassettenrekorder zu uns und reizte den alten Herrn zu einem small talk. Vom Gespräch bekam ich nichts mit, weil ich dem leisen Musikgeräusch, das aus dem Mini-Magnetofon drang, konzentriert lauschte. Es klang wie das berühmte Intermezzo aus der „Cavalleria“. Da steckte der Jüngling wieder den Kopfhörer ins Gerät, beendete damit die Musik und zog wortlos ab. In der Nacht zum 1. Mai stieß der Ätna so viel Lava aus wie schon lange nicht mehr. Dies veranlasste mich zu einer Reportage für meine Grazer Zeitung.

Am 2. Mai wartete ich im Flughafen von Catania auf meinen Rückflug. Da tippte mir aus der hinteren Reihe im Wartesaal der alte Ami auf die Schulter und sagte mir, sein junger Freund Daniel habe sich umgebracht. Dort, wo einst der deutsche Dichter Goethe von einem Felsen in der Steilküste von Taormina aus den „schönsten Ort der Welt“ erkannt habe, als er auf das Tyrrhennische Meer geschaut hatte. Der Mann lud mich, weil wir auf das „Check-in!“ warten mussten, auf eine Cola ein und redete sich frei. Wie ein Buchhalter zählte er trocken Daniels Lieblingsmusiken auf:

Isoldes Liebestod, Anton Bruckners Adagio aus der Siebten, Mahlers Adagietto aus der Fünften und Lieder von Richard Strauss. Stundenlang, bei geschlossenen Vorhängen, habe der Junge diese und nur diese Musiken gehört. Vor seinem Studium an der UCLA (Sante Monica) sei er nach einem unbedachten Outing als Homosexueller von seinem stockkonservativen Vater aus der Heimat (Montana) verjagt worden, hinein in eine suizidale Depression. Wie ein Buchhalter beschwor mich der Alte, während wir dem Aufruf, das Flugzeug zu besteigen, folgten, wachsam zu sein, sollte jemand in meiner Nähe zu oft Wagner oder Bruckner hören…

Ich glaube, ich sollte mir zum Frühstück doch wieder Mozart-Klavierkonzerte leisten. Derer gibt es 23 Stück, eines schöner als das andere. Und ganz und gar nicht depressionsfördernd. Ans zwölfte erinnere ich mich immer noch mit heller Freude: Es umrahmte meinen ersten Kuss mit meiner späteren Frau.

Kommentare deaktiviert für DLF-Kalenderblatt: Eine Reminiszenz am heutigen „Tag gegen Homophobie“

Filed under Allgemein, Feuil­le­ton, Gesellschaft

Oscars Gedanken über einen Einsamen

OscarGrün(hp) Sein Mit-sich-allein-Sein, dieses Gegen-sich-selbst-allein-Sein des solistischen Auf-dem-Sessel-Sitzenden, dem frohes Jugendleben nie zu eigen war, dem das Leben (selbstverschuldet?) nie eine Rose oder auch nur ein Veilchen erblühen ließ, am ehesten noch eine ledernes Jacke – sein Anblick macht mich traurig und zugleich nachdenklich. Wie kann man, frage ich mich, ähnlich altersverdrossen wie dieser alte Mann im Café, seine Lebenstragödie so knorrig ausleben? Hat ihn die Anonymität der Großstadt so einsam werden lassen oder war er immer schon Opfer mangelnder Eigenenergie? Hat ihm der Verlust seiner halben Verdauung den Rest seiner Lebenslust genommen? Am meisten stört mich, dass ihm nicht einmal mir gegenüber, von dem ihm doch keinerlei Widerstand oder gar eine Gegenrede drohen, ein noch so schmächtiges Lächeln auskommt.

Xund war er auch nicht...

Er war auch einsam, aber wenigstens berühmt…

Gegenüber alt gewordenen, einsamen Zweibeinern, die mit ihrem Schicksal hadern, bin ich – weil ebenso alt und weit entfernt von einer unbeschwerten Spring-ins-Feld-Jugend – grundsätzlich freundlich, ja gütig. Das ist mir möglich, da ich mich von meinem Herrchen liebevoll betreut fühlen kann und nie einsam bin.Und dankbar zeige ich meine Sympathie, sogar einen treuherzigen Hundeblick, auch wenn gerade kein Leckerchen droht. Doch  gegenüber Zweibeinern, die Herz und Gemüt offensichtlich im Keller oder im Kühlschrank eingeschlossen haben, zeige ich lieber Distanz, ehrlich gesagt: Ignoranz.

Kommentare deaktiviert für Oscars Gedanken über einen Einsamen

Filed under Allgemein, Feuil­le­ton

Oscar und die Verfettung junger Zweibeiner

(hp) Weil ich in den letzten Monaten einige Kilos zuviel  wiege, zumindest aus der Sicht meines OscarRosaSEITVERKEHRTHerrchens, schaue ich mir meine Umgebung – natürlich aus meiner Sicht- und Seehhöhe – manchmal genauer an. Und da fällt mir auf, dass es immer mehr sehr dicke, also fett gewordene Kinder gibt, Kinder von Müttern, die ebenfalls fett sind. Und da denke ich, dieses Zuviel an Leibesfett dürfte bei Kindern weit schädlicher für die Gesundheit sein als für ausgewachsene ZweibeinerInnen.

Mit der Nähe zu den USA, wo – außerhalb von China –  die fettesten Leute leben, hat die Kindermast hierzulande wohl nichts zu tun. Aber diese meine Denke ist zu kurz gedacht. Denn die meisten figurfeindlichen Leckerlis für Kinder, speziell die übersüßten Getränke und das ganze feste Süßzeugs wie Überraschungsei und Schokoriegel, sind in den USA erfunden worden. Das haben die Deutschen, wie vieles andere im Alltag, prompt nachgemacht.

Ich frage mich nur, ob die mästenden Mütter nicht kapieren, wie schädlich die Kinderverfettung auch für den soziales Status ihres Nachwuchses ist. Verspottete dicke Kinder, die z.B. im Turnunterricht scheitern und wegen ihrer Optik keine Chancen beim anderen Geschlecht haben – das sind die Ergebnisse unbeschwerten Fütterns durch unbedachte und primitive Mütter. Von der  Mitschuld ignoranter Väter rede ich hier nicht, dazu bin ich soziologisch nicht geeignet. So begnüge ich mich mit dem Lob meines Herrchens dafür, dass er mich nicht fett werden lässt.

Kommentare deaktiviert für Oscar und die Verfettung junger Zweibeiner

Filed under Feuil­le­ton, Gesellschaft