Monthly Archives: August 2016

Worte zum deutschen Banken-Unwesen

(hp) Wir erinnern uns an die „notleidenden“ Banken. Ist auch gar nicht lange her. Jetzt erklärt jemand, der es wissen muß: Es gibt nur zu viele Banken in Deutschland, sagte der Chef der Deutschen Bank, John Cryan, vor kurzem in einem „Handelsblatt“-Gespräch. Eine vernünftige Analyse, meine ich. Dass der Brite anschließend das Märchen von der Niedrigzinspolitik als aktuell größtes Problem der Banken wiederholt, finde ich aber eher lächerlich. Das ZDF-Magazin „frontal“ zeigte gestern auf, wie stark etwa deutsche Sparkassen unter dem Niedrigzins leiden: Abgesehen davon, dass etliche ihrer Manager gegen das Sparkassengesetz verstoßen, ohne dafür an die Schandmauer genagelt zu werden, leiden sie ganz und gar nicht, sondern machen saftige Gewinne. Das Blödvolk der Kunden zahlt allerlei Kontoführungs- und überhöhte Überziehungszinsen, um die saufrech erhöhten Vorstandsgehälter zu finanzieren. So macht man’s im Neorealismus, wenn die Aufsichtsbehörde die gierigen Bosse nicht rechtzeitig an den Ohren zieht…

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SPD: Wo bleiben die Wiesehügels?

Wiesehügel zur Debatte über Managergehälter(kb) Der gewiefte Gewerkschafter Klaus Wiesehügel, als Arbeitsminister vorgesehen,  wäre der einzige Grund dafür gewesen,  die SPD und damit den Genossen Steinbrück zu wählen – trotz dessen Geburtsfehlers namens Arroganz. Nun gut, das war einmal. Verschütteter Milch soll man nicht nachtrauern. – Ich frag mich nur, wenn ich die Beamtenreihen im Bundestag sehe: Wo bleiben in der linken Reichshälfte die Wiesehügels? Sind die wenigen wort- und tatkräftigen   Gewerkschafter alter sozialdemokratischer Schule, die es vor einigen Jahren noch gab, frühpensioniert oder gar gestorben? Oder wurden sie von den Konzernen so satt gefüttert, dass sie sich die Parlamentsarbeit gar nicht antun würden? – Stille Gewerkschafter, Mitläufer ihrer Fraktion, sind für mich uninteressant. Also wähle ich demnächst keine SPD mehr, liebe Genossen!

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Ihre politische Sterbestunde ist noch unbekannt!

(gh) Als wären wirklich wichtige Themen von ihr bereits ausgelutscht worden, geifert derzeit sogar die als seriös geltende Journaille nach einer Auskunft über die eventuelle politische Sterbestunde der amtierenden Bundeskanzlerin. Dr. Angela Merkel zeigt selbstverständlich keinen Stinkefinger, was ich ihr gar nicht verübeln würde. Sie zeigt aber auch keine Raute, verzieht lediglich ihr Gesicht, als würde sie denken: „Ihr könnt mich mal!“

Obwohl seit Beginn ihrer gesamtdeutschen Karriere immer wieder Objekt  scharfstrichiger Karikaturisten, pflegt diese fleißige Frau bis dato einen klaren Pragmatismus in ihrem Tun, sodass sie – von allerlei Querelen nicht unbeschädigt geblieben – zum streitbaren Vorbild für Bravbürger geworden ist. Politisch wie privat. Und stark, was so viele ihrer vor allem innerparteilichen Gegner beweinen. Diese Frau weiß, was sie macht, auch wenn vieles, was sie möchte, nicht machbar ist. Sie scheut nicht davor zurück, Körbe einzustecken. Als gelernte Wissenschaftlerin weiß sie, dass es zuweilen sehr vieler Versuche bedarf, um ein Ziel zu erreichen. Ihre Ziele gibt sie sich selber vor. Von wem sie sich, falls überhaupt, beraten lässt, ist nicht ganz klar. Weit und breit aber keiner, der sie nicht achtet – im Inland wie im Ausland. Und wenn sich ihr noch so viele Gegner in den Weg stellen -, sie übersteht Hindernisse jeder Art. Offensichtlich mit Gesundheit gesegnet, wird sie versuchen, ihren Amtsbonus so lange wie möglich zu nutzen, bis sie ihre wichtigsten Ziele erreicht hat. Insofern stimme ich meiner schottischen Freundin Lizzy zu, die meint, die Journalistenfragen nach ihrem eventuellen Rücktritt 2017 seien keine Koketterie, sondern einfach nur blöd.

Eine der ersten Karikaturen. Mittlerweile wurde aus dem Jongleursdraht ein dickes Stahlseil.

Eine der ersten Merkel-Karikaturen. Mittlerweile wurde aus dem Jonglierstab der jungen Frau eine feste Peitsche.

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