Monthly Archives: Mai 2015

Wie Berlin Moloch und Hochburg der Rüpel wurde (1)

(hp) „Sowie man Berlin betritt, ist es mit Chic und Eleganz vorbei!“ warnte der Dichter Theodor Fontane seine Frau, die sich anschickte, für eine Visite die halbseidene Reichshauptstadt aufzusuchen. – „Hierher kommt so leicht keiner zum Vergnügen!“ hatte Berlins Polizeidirektor Stieber bereits 1856 gewarnt, als die Stadt noch nicht mehr war als eine stinklangweilig-spießige, von Untertanen bevölkerte Residenzstadt mit viel Militär und Beamtenschaft. Die erste Aufblähung Berlins entstand mit der Industrialisierung Preußens bis vor der Gründung des Deutschen Reiches (1871). Es folgte, nachdem der „Erzfeind“ Frankreich sein Kriegsreparationsgold in der kaisergekrönten Hauptstadt des Reiches abgeliefert hatte, die „Gründerzeit“. Den  skandalösen Ereignissen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion ähnlich, spekulierten sich umtriebige Männer reich und einige landeten im Gefängnis. Das waren die ersten Rüpel, Angehörige der oberen Klassen. Weil das damalige Berlin samt den angrenzenden Städten wie Charlottenburg dazu einlud, schossen Zinskasernen- und Villenviertel aus dem Boden, da aus den Provinzen Mecklenburg, Pommern usw. Tausende von (Hilfs-)Arbeitern und Dienstmädchen in Erwartung eines besseren Lebens nach Berlin strömten.
Nach dem Börsenkrach 1873 gingen über 80 neue Berliner Aktiengesellschaften pleite. Die Arbeitslosigkeit und das Elend  wuchsen enorm, ebenso die Kriminalität. Die Arbeiterschaft wurde militant und entsprechend scharf von der Staatsmacht (Bismarck) gepiesakt. Nachdem die damalige Wirtschaftskrise bewältigt war, kam es zu einem neuerlichen Run Arbeit suchender Menschen auf Berlin. So wurde die Reichshauptstadt zur größten Arbeitermetropole Europas und damit der kriminelle Moloch für Tausende, überwiegend „Vertreter“ des Präkariats. – Der 2. Teil dieser historischen Betrachtung befasst sich mit Berlin im frühen 20. Jahrhundert.

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Oscar aus der Froschperspektive über Zeitungs- & Männertratsch

(bm) In der Pfingstnummer der „Süddeutschen Zeitung“, Seite 35, gibt es eine uns Hunde beleidigende Grafik: „Die dümmsten Oscars RückschauHunde der Welt“. Nachrichten- oder nur Unterhaltungswert? Ich finde so etwas als Vertreter einer wohltuenden Rasse nicht unbedingt ärgerlich, jedoch als Tratsch überflüssig, die Null-Intelligenz des Afghanischen Windhundes (Sieger unter den Blödesten) in einem seriösen Blatt bloßzustellen und der Bulldogge den 3. Platz im Blödheits-Ranking zuzuschreiben. Vor allem deshalb, weil diese Viecher nichts dafür können, also unschuldig sind. Weniger unschuldig empfinde ich hingegen die Blödheit mancher Zweibeiner, die qua Männertratsch ihr eigenes Ranking in Sachen Intelligenz betreiben, oft genug Missverständnisse verursachen, Gerüchte aufbauen oder erfinden und diese am Tisch weiterreichen. Da entsteht aus einer Mücke leicht ein Elefant und nach dem dritten Bier wird das, was an Blödheiten unter der freien Sonne entstanden ist, zu einer Art Tatsache.

Da sind mir unschuldig Blöde wie die vorgenannten Vierbeiner allemal lieber als tratschende Mannsbilder. Und nun raten Sie mal, welcher Hund in der „Süddeutschen“ als zweitblödester geführt wird? – Unter dem knapp zwei Meter von mir entfernten zweiten Tisch an der Motzstraßen-Ecke tänzelt gerade ein solches Exemplar nervös und sein Herrchen nervend um die Stuhlbeine eines tratschenden Kumpels. Da flirte ich lieber mit einer flotten Dackeldame auf der anderen Seite.

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„Erlaubt ist, was gefällt!“ – Oscar differenziert

OscarRosa(hh) Das soll Oscar Wilde gesagt haben. Sehr schön. Ich ergänze frecherweise dieses Dichterwort: „…vor allem aber, was auffällt!“ Was sagen Sie dazu? Mein englischer Vornamensvetter sprach für seine Zeit, in der es noch strenge Konventionen einzuhalten galt. Ein schrilles Jackett war damals bereits ein Skandal. – Meine Zeit ist eine andere: Gefallen erregst du heute nur, wenn du außer der Norm agierst, möglichst provokant, im positivsten Fall verrückt. Du kannst auch missfallen, wenn’s nicht geschmacklos wird. Wenn du nicht gerade gewalttätig bist, kannste alles tun und lassen, was dir gefällt, womit du auffallen möchtest. Wissend, dass du nur Erfolg haben kannst, wenn du auffällst. Wie im Vorjahr diese Conchita Wurst, die gertenschlanke steirische Transe mit Bart, die es beim Euro-Songfest in Kopenhagen auf das Siegerpodest geschafft hat.

Bin gespannt, was sich heute abend in der Wiener Stadthalle tun wird: Hoffentlich treten da extrem auffällige Typinnen und Typen auf, mit viel Schmalz in der Stimme und mit möglichst wenig Krach. Damit ich mich unterhalten, aber auch ungestört in den Schlaf des Gerechten fallen kann, wenn es mir langweilig werden sollte…Gute Nacht, Freunde!

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Hundekacke: Oscar hält nichts von DNA-Analysen

(hp) Es gibt Hundeverächter und -feinde, die vor irrsten Ideen nicht zurückschrecken, OscarRosaSEITVERKEHRTum die „Hundeplage“ aus der Berliner Innenstadt zu beseitigen. Es geht da nicht um die Tiere selbst, sondern um Hinterlassenschaften, die von den zweibeinigen Besitzern nicht in ein Sackerl gedrückt und vom Straßenpflaster in bereit hängende Abfallkörbe deponiert werden. Das Faktum stimmt. Im Schöneberger Schwulenkiez kann man die Route der Gassigänger morgens gut nachvollziehen. Die meisten Hundeführer, meine ich und spiele auf mein korrekt agierendes Herrchen an, beseitigen prompt, was ihre Lieblinge hinterlassen haben. Aber dass die Behörden den Verursachern von liegen gebliebenen Haufen per DNA-Analyse nachspüren wollen, um fahrlässige Halter und Halterinnen zu bestrafen, finde ich – und sicher nicht nur ich! – völlig überzogen und typisch berlinerisch: unausgewogen und irre.

Fehlt nur noch, dass demnächst Hundepisse für die Schwächlichkeit mancher Straßenbäume verantwortlich gemacht wird. Ich warte auf entsprechende Ideen, wie sie schon einmal von einem Tübinger Porsche-Fahrer geäußert wurden, dem ein offenbar feindlich gesonnener Nachbarhund regelmäßig die Felgen seines PS-starken Blechfurzes nässte. Das Amtsgericht Tübingen wies die Klage des Porschisten zurück, war in der Lokalzeitung zu lesen.

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Grüße aus dem antiken Palmyra

Palmyra(mp) Von der antiken Oasen-City Palmyra, auf syrischem Staatsgebiet gelegen und heute von Sunniten bewohnt, ist zurzeit andauernd die Rede. Weil die IS die ruinenreiche Stadt erobert hat, fürchten die Archäologen der Welt, deren rabiate Kämpfer könnten die Baudenkmäler, die den Seh- und Schätzwert griechischer Baudenkmäler auf Sizilien und in der Türkei bei weitem übertreffen, zu Staub sprengen, um das eigene IS-Image zu verbessern. Diese Gefahr besteht sehr wohl, jedoch nicht unbedingt für die säulenreichen Überbleibsel, sondern eher für die wenigen noch vorhandenen Statuen und Torsi. Wäre schade um die kulturhistorischen Schätze, die glücklicherweise hundertfach fotografisch festgehalten wurden. Mag so manche Archäologenträne geweint werden, falls…, übrig bleiben wird in jedem Fall ein weiterer Beweis für die Primitivität der inhumanen Besatzer.

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Bahn-Kontroverse: Anmerkung zum Burgfrieden vor der Schlichtung

(kk) „Altera pars audiatur“([auch] die andere Seite ist anzuhören), dieser Grundsatz eines ehrlichen Journalismus, wird in unserem weitgehend vom Kapitalismus dominierten Land von manchen Medien seit langem ignoriert, wenn’s nicht ins Konzept passt. Nicht nur in Wirtschaftsmagazinen, sondern auch in anderen angesehenen Produkten – Beispiel Frankfurter Allgemeine Zeitung -, wird eindeutig Stellung genommen, nicht nur in Kommentaren, sondern auch in der aktuellen Berichterstattung. Da wird stets der Standpunkt von Arbeitgebern wie der Bahn AG bevorzugt dargestellt, aber die gewerkschaftliche Seite kommt zu kurz oder wird ignoriert. Also: eindeutig ein einseitiges Unternehmerblatt, das sich ebenso konservativ wie staatstragend gibt. Andere Medien gerieren sich als unkritische Wiederkäuer. Ganz selten – wenn es nicht mehr anders geht – kommt endlich auch der „altera pars“ zu Wort. So geschehen heute vormittag im RBB-Inforadio, nach Bekanntwerden der bevorstehenden Schlichtung mit  Bodo Ramelow und Matthias Platzeck, erhielt Erstgenannter die Chance, der Moderatorin Mellmann und damit der Zuhörerschaft zu erklären, worum es in der Kontroverse zwischen GDL und dem Bahnkonzern wirklich geht.

Entgegen der üblichen Praxis des Radiosenders, sich im aktuellen Teil mit Kurzinterviews zufrieden zu geben,  also nur Häppchen zu präsentieren, ließ sich Gewerkschafts-Profi Ramelow nicht abwimmeln. Das tat gut. Nicht nur den Zuhörern und der medialen Ausgewogenheit, sondern auch der Demokratie.
P.S. Spätestens dann, wenn er in Rente geht, sollte der umstrittene, bekämpfte und oft verspottete GDL-Boss Weselsky mit einem Preis für seine Beharrlichkeit im Kampf um die Erhaltung der deutschen Demokratie erhalten!

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DLF-Kalenderblatt: Eine Reminiszenz am heutigen „Tag gegen Homophobie“

(hp) Ich sollte aufhören, zum Frühstück im Deutschlandfunk das „Kalenderblatt“ zu hören. Mit über 70 muß ich mich nicht mehr mit Vergangenem plagen, denke ich. Denn gelegentlich reißt da was auf, was für mich vergessen bleiben sollte.  Wie heute, als am „Tag gegen Homophobie“ an die Uraufführung der Mascagni-Oper „Cavalleria rusticana“ im Jahr 1890 erinnert wurde. Pietro Mascagni schrieb diese grandiose Dorftragödie, als er 27 Jahre jung war. Zur Sache:

Am 30. April 1976 saß ich neben einem alten amerikanischen Schriftsteller im ansonsten leeren Amphitheater von Taormina. Während wir uns anschwiegen und die dünne Rauchfahne des Ätna betrachteten, setzte sich ein blasser junger Mann mit Cassettenrekorder zu uns und reizte den alten Herrn zu einem small talk. Vom Gespräch bekam ich nichts mit, weil ich dem leisen Musikgeräusch, das aus dem Mini-Magnetofon drang, konzentriert lauschte. Es klang wie das berühmte Intermezzo aus der „Cavalleria“. Da steckte der Jüngling wieder den Kopfhörer ins Gerät, beendete damit die Musik und zog wortlos ab. In der Nacht zum 1. Mai stieß der Ätna so viel Lava aus wie schon lange nicht mehr. Dies veranlasste mich zu einer Reportage für meine Grazer Zeitung.

Am 2. Mai wartete ich im Flughafen von Catania auf meinen Rückflug. Da tippte mir aus der hinteren Reihe im Wartesaal der alte Ami auf die Schulter und sagte mir, sein junger Freund Daniel habe sich umgebracht. Dort, wo einst der deutsche Dichter Goethe von einem Felsen in der Steilküste von Taormina aus den „schönsten Ort der Welt“ erkannt habe, als er auf das Tyrrhennische Meer geschaut hatte. Der Mann lud mich, weil wir auf das „Check-in!“ warten mussten, auf eine Cola ein und redete sich frei. Wie ein Buchhalter zählte er trocken Daniels Lieblingsmusiken auf:

Isoldes Liebestod, Anton Bruckners Adagio aus der Siebten, Mahlers Adagietto aus der Fünften und Lieder von Richard Strauss. Stundenlang, bei geschlossenen Vorhängen, habe der Junge diese und nur diese Musiken gehört. Vor seinem Studium an der UCLA (Sante Monica) sei er nach einem unbedachten Outing als Homosexueller von seinem stockkonservativen Vater aus der Heimat (Montana) verjagt worden, hinein in eine suizidale Depression. Wie ein Buchhalter beschwor mich der Alte, während wir dem Aufruf, das Flugzeug zu besteigen, folgten, wachsam zu sein, sollte jemand in meiner Nähe zu oft Wagner oder Bruckner hören…

Ich glaube, ich sollte mir zum Frühstück doch wieder Mozart-Klavierkonzerte leisten. Derer gibt es 23 Stück, eines schöner als das andere. Und ganz und gar nicht depressionsfördernd. Ans zwölfte erinnere ich mich immer noch mit heller Freude: Es umrahmte meinen ersten Kuss mit meiner späteren Frau.

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Oscar über tierische Begattungskultur

(ki) Könnte als fadenscheinig empfunden werden, angesichts meines aus Altersgründen leicht OscarGrünverringerten Geschlechtslebens über die Kultur der natürlichen Begattung im Tierreich zu referieren. Aber was ich da kürzlich am Lietzensee erleben musste, sprengte für mich alle Grenzen. In dem eleganten Großtümpel, den ich – ehrlich gesagt – noch nie durchschwommen habe, schwammen einige wenige Wildenten so frohmütig vor sich hin, dass man meinen konnte, sie summten ein schnabeliges Frühlingslied. Da wirft sich plötzlich ein farbenprächtig gefiederter Erpel auf eine Artgenossin und während der Begattung haut ihr das männliche Federfieh derart gewaltig auf, besser: in den Kopf, dass das erbarmungswürdige Tier wie eine Wasserinvalidin Erpelbewußt- und bewegungslos auf dem Gewässer vor sich hin gondelt. Das war offenbar für einen zweiten Erpel das grüne Signal, die bereits verletzte Ente zu einer weiteren Begattungstortur zu benutzen, was den Erstbesteiger gar nicht kümmerte. Ob das unscheinbare Weiberl diese Vergewaltigung überlebte, kann ich nicht mehr erzählen, da mich mein Herrchen angesichts der brutalen Szene zur Fortsetzung unseres Spazierganges in Richtung Kantstraße animiert hatte.

Mein Fazit: Hund und Hündin paaren sich kultivierter als die offenbar jahreszeitlich übergeilen Flugviecher, denen einsame Witwen so gern Schrippenbrösel zuwerfen.

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Oscar und die Hand am Gemächt

(rz) Vatertag im Berliner Mauerpark. Wegen eines Fußballspiels im Stadion nebenan gibt es eine Oscar 5angsterregende Ansammlung männlicher Menschen jeder Kategorie, jeden Alters, jeden Niveaus. Polizeiautos verstopfen die einzige Straßenspur.  Mein Herrchen hat nicht vor, sich des sogenannten Vatertages wegen zu besaufen. Er verschafft sich elegant eine Gasse durch die Menge, um sich und mir den Weg frei zu machen. Ein Rüpel schaut mich blöd an. In einer Hand hat er eine Flasche Bier, die andere hält er sich vors Gemächt. Einfach lächerlich, ich beiss es ihm doch nichts ab.

Als wir uns der Mauer-Gedenkstätte nähern, die zu einer Touristenattraktion ohne Atmosphäre verkommen ist, sehe ich noch andere solche Typen wie den gerade beschriebenen. Da kommt mir der Gedanke, ob sich diese offenbar hormongestressten Halbstarken vielleicht gar nicht vor einem Hundebiss ins Gemächt schützen wollen, sondern einfach nur ungeduscht sind. In Berlin hat – im Gegensatz zu Kleinasien – doch so gut wie jede Wohnung ein Bad…

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‚Bibi‘ muß nicht bibbern – dank Gauck, Merkel & Co.

(hp) Frau Merkel „wirbt“ in Berlin bei Israels Präsident Rivlin für die Zweistaatenlösung, und die deutsche Verteidigungsministerin von der Leyen bestätigt zur gleichen Zeit in Israel den Verkauf deutscher Schlachtschiffe an das israelische Militär. Dies erzählt uns das heutige TV-Mittagsmedizin in ein und derselben Minutenmeldung. Ersteres klingt wie das Alibi- Klopfen auf Beton, die Ursulinische Vor-Ort-Geste mit obligater Erklärung in Richtung Shoah betoniert hingegen die Ablehnung der Regierung Netanjahu und des zurzeit in Deutschland weilenden Rivlin, den Palästinensern einen eigenen Staat zu gönnen. Soweit die Fakten. Nicht im staatstragenden deutschen Fernsehen, das in seiner Regierungshörigkeit ja nicht tiefer in die Problematik einsteigen will, findet man die aktuelle Aufforderung des früheren israelischen Botschafters Avi Primor an Gauck und Merkel, nicht wieder vor Netanjahu und seinem Präsidenten einzuknicken, sondern in Richtung Zweistaatenlösung zu insitieren. Das hat übrigens in ähnlich deutlicher Diktion vor ein paar Tagen auch der frühere israelische Parlamentspräsident Avraham Burg im Deutschlandfunk kundgetan und nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa zu offener Kritik an der israelischen Siedlungspolitik aufgefordert. Solange sich Deutschland fürchte, seine Meinung öffentlich zu äußern, werde sich nichts ändern, sagte Burg im DLF. Die israelische Führung fördere das Trauma der Schoah (Zitat).

Siebzig Jahre nach dem Ende der Shoah und des Zweiten Weltkrieges und in einer Situation, in der nicht die Juden, sondern ausschließlich die Regierung Israels für das heute wieder zunehmende Aufflammen des Antisemitismus und den unter jungen Arabern keimenden Judenhass verantwortlich ist, wächst allenthalben das Unwohlsein auch in Kreisen, denen Antisemitismus bislang fremd war, sowohl gegen Netanjahus als auch gegen die deutsche Politik, die dafür sorgt, dass „Bibi“ auf absehbare Zeit nicht bibbern muß vor Sanktionen für seine Sturheit..(in Arbeit).

 

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