Monthly Archives: April 2015

Oscar und der DAX

(hp) Als ich, Oscar, heute mittag den rbb-Inforadio-Moderator seinen Börsenkollegen in Frankfurt fragte:“Wie geht es dem DAX?“, drehte sich mir mein Hundemagen um. Kapitalistisch verdorbene Diktion, die mich an die „notleidenden“ Banken erinnert. Dass so etwas erlaubt ist, frage ich mich immer wieder, diese sprachlich verniedlichende Kumpanei des Journalismus mit dem Kapitalismus, die auf einen sensiblen Hund, wie ich es bin,  schlicht und einfach unappetitlich wirkt. Haltet euch an die political correctness, ihr gut bezahlten Vertreter des tönenden und schreibenden Gewerbes, wie ihr es sehr wohl im selben Sender im Fall von Adolf Hitlers Selbstmord machtet. Da tönte der Nachrichtensprecher, vor soundso vielen Jahren habe sich der Führer „getötet“. „Umgebracht!“ hätte ich lieber gehört. Zu diesem Stichwort fällt mir ein Reim ein, den mir mal ein sportiver Retriever, ein ansonsten friedliches Tier mit Zottelhaar (offenbar nicht völlig reinrassig!), zugerufen hat:

„Dir wird es nie gelingen / Dackelden Arsch über die Schulter zu bringen!“

Aber bleiben wir disziplierterweise beim „Wie geht’s?“ für den DAX: Wie es dem DAX geht, ist mir wurscht. Viel mehr würde mich interessieren, wie es meinem Kameraden Waldi (siehe Zeichnung!) aus dem zweiten Stock meiner Wohnfabrik geht, den kürzlich ein unflätiger Radfahrer angefahren und ihm sträflicherweise ein Haxl verletzt hat. Aber davon berichtete der rbb-Inforadio-Sprecher absolut nichts. Ich glaube, mein Herrchen sollte auf den Deutschlandfunk umschalten!

 

 

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Oscars Meinung zum Hundeverbot in Museen

Spaß mit O 1

(hp) Der wuselige Pudel Ottikind (so ruft ihn seine schrullige Besitzerin, eine pensionierte Finanzbeamte, die immer nach 4711 stinkt wie eine mittelalterliche Badehure), dieses Ottokind also redet mich kürzlich an und klagt darüber, dass ihn seine Besitzerin  immer beim Nachbarn deponiert, wenn sie ins Museum geht. Das stört ihn, weil der Nachbar Zigarren raucht. Also findet Ottikind, man sollte das Hundeverbot in Museen abschaffen oder zumindest für Pudel lockern.
Wollen Sie meine Meinung dazu hören bzw. lesen?: Ich bin dagegen. Stellen Sie sich vor, geehrter Leser, eine großzüngige, ausgewachsene deutsche Dogge würde sich in der nationalen Galerie (Bild oben) in mich verlieben und mich liebevoll oder gar geil abschlecken! Dann würde von mir bald nur mehr eine flaue Landschaft übrig bleiben – und das wollen wir doch nicht. Also: Das Hundeverbot für Museen muß bleiben!

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Oscar findet Andy Warhol nicht gut

(hp) Was war das für ein Hype, als vor x-tausende Jahren Andy Warhol nach der berühmt
gewordenen Tomatensuppendose Stars aller Art auf seine O als warholsiebdruckerische Weise porträtierte, was ihm und seinen Galeristen Millionen einbrachte und gewissen Frauenzimmern Orgasmen am laufenden Band…na, Sie wissen schon. Wussten Sie aber auch, dass sich Andy mal an meinem Stiefvater vergriffen hat? Künstlerisch, meine ich? Oder war sein Fehltritt eher nur ein Ausrutscher? Welcher japanische Krösus – oder war’s ein arabischer Potentat – meinen Opa erworben hat, ist ebenso wenig bekannt wie die Tatsache, dass es in Rumänien nicht nur eine Taschendiebakademie gibt, dafür aber ein Andy-Warhol-Museum.

P.S.
Die Warhol’sche Farbspiel-Methode finde ich, wenn Sie mich fragen, nicht besonders künstlerisch. Ich bin da orthodox: Kunsthandwerk – ja, verkaufsgenial – ja, aber Kunst? – Ich glaub, da muß ich mein Herrchen fragen…

 

 

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Oscar liebt Gereimtes und Glatzen

(hp) Seit ich nicht mehr Schach spiele, lese ich gerne lustige Sprüche, meist Kritzeleien von Kindern, die in einer Höhe auf die Wand geschmiert sind, die ich – ohne mich extra aufzurecken zu müssen – lesen kann. Das meiste, was da steht, ist ohnehin Schund oder  so schlampig hingekritzelt, dass es zur mehr zum Dazuscheissen anregt. Apropos Verdauung. Diesen Spruch

„Die Hohenstaufen
schissen große Haufen,
was den Nibelungen
nie gelungen!“

finde ich gut. Er hat was, wenn auch nichts Hündisches. Die letzten Nibelungen-Festspiele in Worms am Rhein haben mir übrigens nicht so gut gefallen, weil der Regisseur keine Zwergmenschen eingesetzt hat. Ich liebe Zwerge, denen kann ich ohne Anstrengung die Glatze lecken, falls sie eine haben. In Berlin bin ich einmal drei Kleinwüchsigen begegnet – aber da war auch kein Glatzkopf darunter. Muß ich mich halt mit unserem glatzköpfigen Kaffeehaus-Langweiler begnügen…..

 

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ZDF-„Anstalt“: Schießt Döpfner zurück?

(hp) Die Akteure der ZDF-„Anstalt“ haben sich garantiert bei den Hausjuristen des Senders darüber informiert, ob sie die Springersche „Welt“ als „BILD“-Zeitung für Vermieter bezeichnen dürfen (s. vorletzte Folge der köstlich gemachten Sendung). Gestern zogen die Anstalt-Kabarettisten stärkere Schwerter aus der Scheide (Sie könnten den Begriff durchaus missverstehen, denn es fiel auch die Vokabel Vagina!). Inklusive Titel und Logo wurde ein Zitat aus einem Artikel der „Welt“ zum Thema ‚Versagen der Emanzipation der Frau‘ zerhackt. Köstlich, liebes ZDF, und berechtigt. Ob dies auch Springer-Chef Döpfner so sieht, weiß ich (noch) nicht. Bin gespannt, ob demnächst irgend ein ZDF-Abteilungsleiter seinen Hut nehmen muß, wie es der frühere ZDF-Chefredakteur, dem der ehemalige hessische Ministerpräsident RK nicht genügend folgsam war, tun musste.

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Oscars Abscheu vor Krach

OscarRosaSEITVERKEHRT(hp) „Deichkind“ nennen sich die Hamburger „Hopper“, was immer das heißen mag. So weit sind wir schon gekommen, dass es diese Krachmacher bis in die Feuilletons schaffen! – Ich glaube, ich muß für feinsinnigere Zwei- und Vierbeiner eine Art Anti-Lärm-Pegida gründen: Um sanfter zu argumentieren, denke ich, einmal im Jahr sollen die zweibeinigen Idioten Krach machen dürfen (mein Herrchen lässt mich in der Silvesternacht unter die Daunendecke schlüpfen!), aber damit soll’s auch gut sein. Ich frage mich nur, wie stark Deichkind-Fans trommelfellgestört und – zweite Stufe – geistig amputiert sind. Offenbar hat der Lärmvirus aber auch schon auf Journalisten übergegriffen. Sie wissen ja, was das heißt, wenn etwas in der Zeitung steht: 50 Prozent glauben, was da zu lesen ist und fühlen sich gut und haben ein reines Gewissen, wenn sie als zahlende Konsumenten (wie gestern in Berlin) ihren Krach-Genuss als „Kultur“ schwarz auf weiß gewürdigt finden.

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Nicht nur Türken-Politiker üben sich in Verleugnung

(hp) Berlin. Sitzen drei Männer, die man in einem Wiener Kaffeehaus als Baron angesprochen hätte, weil sie optisch eindeutige Zeichen ihres Standes aufweisen (Glatze, zeitgemäß mit Brille anstatt Kneifer, Schnauzer) und halten eine Replik auf des Bundespräsidenten Rede im Berliner Dom, wo Gauck nicht nur vom osmanischen Völkermord an den Armeniern sprach, sondern auch von „deutscher Mitschuld“ durch Wegschauen. Ansonsten, so einer der Runde, sei Gauck schwammig geblieben. Da wirft der Glatzenträger ein: „Über die Vernichtung der Hereros durch die Kolonialarmee des Deutschen Reiches anno 1904 durfte er nämlich nichts sagen!“ – Skepsis vom Gegenüber: „Das war damals  doch kein Völkermord wie in Anatolien, oder?“ – Es ist immer von Vorteil, einen pensionierten Geschichtsprofessor am Tisch zu haben. Der öffnet den Mund weit: „Deutschland ist 1948 von der frisch gegründeten UNO des Völkermordes an über 80.000 Hereros bezichtigt worden. Das hat die 1949 gegründete Nachkriegs-Republik Deutschland nicht akzeptiert – bis heute nicht.“ Eine Entschädigung gegenüber dem südwestafrikanischen Staat Namibia gab es deshalb auch nie; es blieb bei forcierter Entwicklungshilfe wie gegenüber anderen Ländern auch. Ja nichts zugeben, lautet bis heute die Devise des deutschen Michl. Da sollten wir uns etwas zurückhalten, wenn es um die Empörung gegenüber der heutigen Türkei geht, die – wie die Deutschen – nur von Massakern und Grausamkeiten gegenüber anderen Volksgruppen spricht und Kränze unter Denkmäler legt, aber von Völkermord nichts wissen will.

P. S.

An Dokumenten, die die Vernichtungsabsicht der Deutschen beweisen, mangelt es nicht. In den seriösen Geschichtsbüchern wird folgendes  Zitat des Südwestafrika-Befehlshabers Lothar von Trotha wiedergegeben:

„Gewalt mit krassem Terrorismus und selbst mit Grausamkeit auszuüben, war und ist meine Politik. Ich vernichte die aufständischen Stämme in Strömen von Blut und Strömen von Geld. Nur auf dieser Aussaat kann etwas Neues entstehen.“

P. P. S.
Die Familie derer von Trotha hat übrigens öffentlich für ihren unsäglichen Verwandten um Entschuldigung gebeten.

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Oscar über Bildung und Herzensbildung

hab heute keine lust auf reimOscar vor Büchern Kopie
und auch goethe
soll mir schnurz sein in der sonne

bin recht froh dass
herrchen nicht so naseweis
wie sein gehörnter nachbar ist
der prahlt gern mit der bildung
und ignoriert mich meist

seit gestern ist herr kleist
verreist
und ich freu mich
(ungebildet wie ich bin)
auf einen abend vorm TV
zu zweit
mit meines herrchens herzensbildung
ist’s immer eine gute zeit

 

 

 

 

 

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„Kapiert endlich, wir sind Ziel einer Völkerwanderung!“

(hp) Im Geschichtsunterricht haben wir von der „Völkerwanderung“ gehört. In Norddeutschland wird die Auswanderung Hunderttausender über die Nordseehäfen in Richtung Amerika thematisiert. In Österreich, genauer: im östlichen Teil des Alpenlandes, lernen die Kinder in Grund- und weiterführenden Schulen von den (mehrmaligen) Versuchen der Türken, sich Zentraleuropa einzuverleiben. Prinz Eugen („der edle Ritter“) und der Polenkönig Johann Sobiesky haben sie zurückgeschlagen. – Was die etwas jüngere Vergangenheit betrifft, so weiß der kundige Kundler, dass sich Hugenotten und Salzburger Lutheraner der seinerzeit völlig unterentwickelten Brandenburger und Oderländer Bauernlandschaft widmeten usw. Die Vorgaukelung der Nazis, dem Deutschen Reich „Raum im Osten“ zu erobern, wonach anschließend die ach so kultivierten Germanen den unkultivierten Russen, Ukrainern und anderen „Untermenschen“ Manieren beibringen sollten, bleibe hier auf dem Sprung in die Gegenwart nur kurz erwähnt. Die aktuelle Form einer „Völkerwanderung“ des digitalen Zeitalters ist längst ausgebrochen. Gigantisch ist die Armutswanderung aus Krieg und ökonomischer Not von Süd nach Nord, bei der die Flüchtlinge einen anstrengenden, oft genug lebensgefährlichen Fluchtweg hinter sich bringen müssen. Wenn der Schüler Martin Hönigmann Pegida-Marschierern zuruft: „Kapiert endlich, wir sind Ziel einer Völkerwanderung!“, dann hat er unsere Zeit erfasst. Kompliment!

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1915 – 2015: Auch Verbrechen haben ein Jubiläum: Ypern und Türkei

Giftgas

(gg) Sagt Ihnen nichts, Ypern in Flandern (Belgien)? – Vor genau einhundert Jahren begann dort ein Kriegsverbrechen, das bis gestern mindestens so stark relativiert wurde wie die Ausrottung der Armenier durch die damaligen türkischen Machthaber. Während die Verbrechen der sog. Jungtürken des zerfallenden Osmanischen Reiches gegenüber den christlichen Bewohnern als Genozid („Völkermord“) in die Geschichte eingehen werden – nach der Ära Erdogan vermutlich auch ganz offiziell in der heutigen Türkei -, wird der Einsatz von Chlorgas und anderen Chemikalien während des Ersten Weltkrieges an der Westfront von Politik und Wissenschaft immer noch als nüchterne Tatsache zur Kenntnis genommen:

Von Dr. Fritz Haber, dem ehrgeizigen deutsch-jüdischen Spitzenchemiker, der für die Ammoniak-Synthese den nach dem WK1 den Nobelpreis erhielt, stammt folgendes Wort: „Im Frieden dient der Forscher der Wissenschaft, im Krieg dem Vaterland.“ Nach diesem Motto verhielt er sich und diente sich der Militärregierung mit dem Vorschlag an, den Feind auf dem Schlachtfeld mit Chlorgas zu bekämpfen. Die Wehrmacht unter Hindenburg nahm Habers Idee gern an. An der Westfront (Stichwort: Ypern) wurde das Gas erfolgreich gegen den Feind geblasen, doch weil sich der Wind zuweilen drehte, kriegten auch die deutschen Soldaten das ätzende Gas ab. Nicht alle in der deutschen Armee kämpfenden Männer waren nur durch Gasmasken geschützt. Etliche verloren das Augenlicht, andere erlitten schwere Verätzungen und landeten im Lazarett. Fritz Habers Ehefrau wurde mit den Gas-Intentionen ihres Gatten nicht fertig und nahm sich das Leben. Sehr bald landete auch diese private Tragödie in der Literatur.

Lebendig blieb der 1915 begonnene Völkermord der fanatisierten Türken, die mit der Vernichtung von mehr als einer Million Armeniern die Serie der Menscheitsverbrechen des XX. Jahrhunderts eröffneten. Die deutsche Wehrmacht wusste von dem Verbrechen, doch weil es von Verbündeten begangen wurde, nahm man die Massaker gegen die Armenier ohne Reaktion zur Kenntnis.  In der Türkei ist es nach wie vor ein Tabu, darüber zu reden. Als gestern der österreichische Nationalrat an den Völkermord erinnerte, rief die türkische Regierung ihren Botschafter aus Wien nach Ankara zurück. Ob ein solcher Befehl auch den Botschafter der Türkei nach der Sitzung des Deutschen Bundestages (24.04.2015) treffen wird, ist zur Stunde noch nicht bekannt.

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