Monthly Archives: Februar 2015

Griechische Rotzbuben, wo kämen wir denn da hin…

(rp)…wenn man euch auf der parasitär gewordenen, jahrzehntelang ausgeraubten Ostsüdost-Flanke des Euro-Reiches freie Hand ließe,  etwa gar mit Marx und Engels und Bebel zu kokettieren? – Die Bewahrer des Großkapitalismus, die krawattierten Anzugträger, die sich in letzter Zeit so unwillig in Brüssel treffen, waren – hiermit komme ich zurück zu den Fakten! – nur für eine Sekunde irritiert. Dann lehnten sie sich beruhigt zurück und beruhigten die griechischen Steuerbetrüger, die sich von ihren Notunterkünften im Tessin, im franzsischen Kaff St. Tropez oder auf einer ihrer Hartz-IV-gerechten Luxusjachten ängstlich bei ihren finanzminsterialen Freunden und Lobbyisten in der belgischen Zentrale gemeldet hatten, besorgt um die Sicherheit ihrer Millionen. Die Euro-Minister konnten die langjährig vor jedweder Verfolgung geschützten Freunderln beruhigen. Die jahrelang verschleppten Kontrollen seien noch nicht beschlossen; die Schonzeit für die Betrüger werde noch nicht so schnell ablaufen und wenn, dann erst nachdem der letzte Millionentransfer in goldenen Tüchern liege. Da könnte es sein, dass sich der gegenwärtige Athener Revoluzzer-Spuk längst in Staub aufgelöst hat.
Also herrscht wieder Ruhe auf den Weltmeeren des Kapitalismus.

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Mit Gamsbart in der Sonnenallee?

(rp) Der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, angesehener Würzburger Arzt, riet heute (nicht nur) im Inforadio des rbb gläubigen Juden, in überwiegend muslimisch bewohnten Gegenden keine Kippa zu tragen, um Pöbeleien oder gar Angriffe geistig zurückgebliebener bzw. irregeleiteter Jugendlicher zu vermeiden. Ein guter Rat des Doktor Schuster, nicht so melodramatisch formuliert wie wir es von seinem Vorgänger gewohnt waren. Das ist gut so, Herr Schuster.

Sie wissen, dass es mehr oder weniger renitenten Antisemitismus gibt – auch in Ihrer Heimat -, solange es Christen gibt. Unter denen, speziell in den intellektuell minderbemittelten Kreisen der beiden Großreligionen, herrscht immer noch der Vorwurf, die Juden hätten „unseren Herrgott umgebracht“ und seien deshalb für immer und ewig eine Geißel der Menschheit. Diese soziologisch überspitzte Sicht würde ich hier nicht in die PC-Tasten knallen, hätte ich nicht vor ein paar Jahren eine Predigt zur Gründonnerstagsmesse erlebt, die der mir an sich gemütlich erscheinende Pfarrer derart würzte (Stichwort: Judas Iskariot), dass ein etwa zufällig vor der Kirchentür wartender Kippa-Träger nach der Fußwaschung eine Waschung (besser: Abwatschung) anderer Art erfahren hätte.  Dabei war’s ein katholischer Gottesdienst ohne antisemitische lutherische Verwünschungen.

Den geduldigen Leser mag vielleicht aber ein praktisches Sozio-Experiment interessieren, das ich, in Steireranzug mit Gamsbart am Hut, flankiert von zwei jugendlichen Kippa-Trägern, in der Berliner Sonnenallee durchführte. Wir drei spazierten bei friedlichem Geplauder zur Kaffeehauszeit bei prächtigem Wetter fast einen Kilometer weit gen Osten. Der einzige, der zweimal blöd und einmal scherzhaft und unterhaltsam angesprochen wurde, war ich. Des prächtigen Gamsbartes wegen. Ich ließ mir übrigens anschließend einen weniger auffälligen Dachsbart ans Hutband nähen, um auf dem (als „international“ geltenden) Tauentzien, wo sich die Luxusburg KaDeWe befindet, nicht angestarrt zu werden wie ein verschrobener Altbayer.

Damit bin ich beim Kern meines Kompliments an Herrn Schuster: Die Grenze zwischen Auffallen und Provozieren ist seit je recht verschwommen, nicht nur bei jenen Primitivlingen, die sogar ausflippen, wenn man sie genauer ins Auge nimmt. Fazit: Religion ist Privatsache und gehört nicht auf die Straße, nicht nur in „Problembezirken“.

 

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Pharmazeutische ZDF-Ratschläge werktags ab 19.30 Uhr

(fr) Zuweilen habe ich das Gefühl, die „Apotheken-Umschau“ habe eine eigene Redaktion im ZDF. Wie sonst erfährt die ZDF-süchtige Gemeinde, die sich auch während des Abendessens von sogenannten Vorabend-Serien berieseln lässt, von pharmazeutischen Wundermitteln? – Gibt es einen Pakt zwischen der Generika-Industrie, dem Mainer Fernsehsender und den Drehbuchautoren? Oder sind Parallelen wie das Aufeinandertreffen des sehr stark unterspickten Rosenheim-Kommissars  und der tüchtigen Marktfrau, die nun dank eines Schmerzgels auf dem Marktplatzpflaster schmerzfrei knien kann, Zufall? – Was der wiederum (zufällig) stark unterspickte Tante im Sofa „die Lebensqualität“ zurückgab, was sie tagelang via Glotze kundtut, ist ein Konkurrenzpräparat. – Stell dir vor, Diabetes-Medikamente wären rezeptfrei: die Werbefilmchenflut würde alles andere übertreffen, wofür sonst wie geworben wird. Am besten ist die Präsentation eines kräftigen Mannes, dem die Benutzung eines medizinisch imprägnierten Tüchels wunderbarerweise sofort hilft. Auf der Stelle sozusagen. Auf die Wirkung seines Viagra müsste der kraftstrotzende Mann sicher etwas länger warten – aber: Pardon! – das gehört (noch) nicht hieher; vorerst ist das probate Arzneimittel gegen die leidvolle Scheidentrockenheit das Thema der Abendstunde!

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Gruß aus Berlin, der Olympiastadt von (n)irgendwann einmal

Berlin-Kreuzberg: Sonntags-Impression für Anfänger

Berlin-Kreuzberg: Sonntags-Impression für Anfänger

(jf) Berlin lädt ein. Die ideale Stadt für eine Olympiade. Die Außenbezirkler werden aufatmen, weil es parallel zu Neubaumaßnahmen auch eine Säuberung Berlins geben muß, vielleicht schon demnächst, wenn Bewerbungsfilme gedreht werden. Bushaltestellen wie die oben abgebildete sind keine gute Visitenkarte, denke ich. Wenn die Präsentationsfilmer aber nur den Tauentzien ablichten, der dank der dort ansässigen Wirtschaft von der BSR heute schon mehrmals die Woche blank geputzt wird, wär das wohl eher langweilig.
Ich bin dafür, dass sich Berlin um die Austragung bewirbt, allerdings nur unter der Bedingung, dass sämtliche neu zu errichtende Wohnungen für Sportler und Funktionäre altersgerecht konzipiert werden. Wo hoffnungsvolle Olympioniken kurzfristig wohnen werden, soll sich danach auch die Rollator-Fahrerin Emma Schulze wohl fühlen.

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Brüsseler Spitzen-Treff der Abgebrühten: Einer hat gestört!

(gt) Wäre es keine so ernste Angelegenheit, würde es sich fürs Kabarett eignen: Da erfrecht sich der Minister der Regierung eines souveränen Staates, dem deutschen Finanzminister nicht mit Hofknicks zu begegnen. Unter seinen Kollegen herrscht Entsetzen über so viel Keckheit, allerdings nur kurz. Denn die meisten der abgebrühten Herren vertreten nicht nur ihr Land, sondern auch jene Gläubiger(banken), denen Griechenland Geld schuldet. Unauffällig kalkulierten Schäubles Kollegen, zum Beispiel der konventionelle Niederländer, dass der innerhalb der Euro-Runde als unbestrittene Autorität als grantigen Ablehner bzw. Skeptiker den allzu flott auftretenden Griechen maßregelt. Unter den abgebrühten Schäuble-Kollegen, die jahrelang mit finanziell verfetteten griechischen Ministern am Tisch saßen, entspannte sich die starre Stimmung alsbald, als wolle man das Klima bevorstehender Verhandlungsmarathone nicht prophylaktisch vergiften.
Dass die griechische Regierung den Auftritt des schneidigen Professors Giannis Varoufakis in Athen als Teilsieg verkaufen wird, ist verständlich. Und Herr Schäuble? Der wird es verkraften, noch einige Zeit unter der Akropolis karikiert zu werden. Er hat bekanntlich schon ganz anderes aushalten müssen…

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Porno-Meditation in Thai-Kloster?!

(sj) Ich muß mich bei Jochen entschuldigen, weil ich ihn zu Unrecht der Verteufelung einiger buddhistischer Mönche bezichtigt hatte. Jochen behauptete beim Sonntagskaffee, er habe in einem Kloster bei Bangkok drei meditierende Mönche beobachtet, die sich eines auf einem Bildschirm laufenden Hetero-Pornofilms erfreuten. Einen Schnappschuss auf seinem Handy, den er auf meinem Computer in ein verwertbares JPG-Foto konvertieren wollte, musste er löschen, um ein Hausverbot in unserer Runde zu vermeiden. Silvia meinte, das Bildchen sei eine böswillige Montage. Doch seit ich soeben im „Deutschlandfunk“ einen Bericht über handfeste Ausschweifungen und Sexualaktivitäten (mit jungen Weibern!) in thailändischen Klöstern anhören musste (18.02.2014), weiss ich, dass  Jochens Schnappschuss echt war. Ob ihm ein Boulevardblatt des Hauses Springer ein gutes Honorar für das entlarvende Foto spendiert hätte?

 

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Lächerliche Heuchelei ggü. Griechen

(hp) Als ich jünger war und offener für Vorurteile, hiess es: Wenn du einem Griechen die Hand gegeben hast, zähle deine Finger! –
Heute gibt es für dasselbe Vorurteil andere Bezeichnungen, die man seit Jahren in gewissen Medien lesen und hören kann, mehr oder weniger originell formuliert und fast immer oberflächlich.
Mein Kaffeehausgenosse Axel hasst jegliches Vorurteil. Was die heutigen Dissonanzen zwischen Brüssel und Athen betrifft, so sagt er, sei es nichts anderes als das, was sich zwischen einem Schuldner und seinen Gläubigern abspielt. Ein toter Schuldner bringt nichts, also muß er gut ernährt und gehätschelt werden. Und für jeden Schuldner gilt: Halt dir deine(n) Gläubiger so lang wie möglich vom Leib.
Verständlich, dass sich die in Brüssel versammelten Krawattenträger, die das Hirten- und Fischervolk  wider bzw. trotz besseren Wissens jahrzehntelang päppelten, genervt fühlen vom neuen Stil der widerspenstigen griechischen Vertreter.  Bleibt also nur: Geduld, liebe Gläubiger, Euch ist nichts anderes übrig als Euch gelegentlich die Finger zu zählen, mit denen Ihr fahrlässiger Weise so viele Kreditscheine unterschrieben habt!

 

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Ukraine-Waffenruhe ist sowas von fragil…

(hp) Stell dir vor, deine Rentner-Eltern leben schon wochenlang ohne Geld, weil Kiew nach Donezk nichts auszahlt.
Stell dir vor, du bist Soldat einer „Separatisten“-Gruppe und erlebst, wie Frau und Kinder seit Wochen im feuchten Keller hausen und von Rüben und Erdäpfeln leben, ohne Geld und Aussicht auf eine anständige Unterkunft.
Stell dir vor, … diese Aufzählung könnte mehr als eine Textseite füllen.
Unser Verlags-Senior Gert hat, anno 2000/2001 beruflich Zeitzeuge der Entschädigungsvorgänge zu Gunsten ehemaliger ukrainischer Zwangsarbeiter, einige unmenschliche Ungereimtheiten bei der Auszahlung an ostukrainische Opfer miterlebt: Korruption fand statt und zwar in einem ungeheurlichen Ausmaß. Verteiler und Zusteller der Entschädigungsgelder, ob Briefträger oder Funktionär, steckten bis zu 90% des Geldes in die eigene Tasche oder forderten bis zur Hälfte der ohnehin nicht allzu hohen Summen von den überwiegend sehr alten Leuten als „Trinkgeld“. Dagegen sei man in Berlin, wo die „Stiftungsinitiative“ unter der Leitung des Ex-Ministers Lambsdorff agierte, hilflos, bedauerte eine russischsprachige Mitarbeiterin.

Damals herrschte Friede im Land. Heute ist es „ruhig“. Von „friedlich“ kann keine Rede sein. Da bleibt nur die Forderung an die Regierung in Kiew,  möglichst flott und korruptionsfrei den Menschen das, was ihnen bisher vorenthalten wurde, auszuzahlen. Würde diese Regierung die ihr vom Westen geschenkten Millionen in Waffenkäufe stecken anstatt die Bedürfnisse der von Krieg und Schicksal geknechteten Menschen im Osten des Landes zu befriedigen, hätten wir rasch wieder die Situation wie vor Minsk II.

 

 

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Papst Franz: klug und lebensnah, aber auch nur halbherzig

(hp) Ist es die Tragik der Lebensferne betagter Päpste oder nur die Sturheit der Kirche, den fleischeslustigen Gotteskindern die Fleischeslust zu verbieten? Diese Frage stellten sich viele Gläubige nach den Erklärungen des Petrus-Nachfolgers Paul VI. zum Thema Pille. Als Johannes Paul II. mit dem Thema konfrontiert wurde, reagierte Wojtila so, als würde er das Prinzip der Pille nicht verstehen. Der den modernen Zeiten aufgeschlossenere Wiener Kardinal Franz König ließ sich vom damals jungen Kärntner Kirchenblatt-Journalisten Michael Maier zu dieser Vermutung hinreißen, als er zum Umweltproblem Nr. 1, der Überbevölkerung der Erde, befragt wurde. Maier machte Karriere als jeweils kurzfristiger Chefredakteur (Wiener „Presse“ u. a.). Der Wiener Kardinal starb, und mit ihm starb auch die Hoffnung auf eine Modernisierung der Kirche. Es folgte die Ära unbegrenzter Frömmigkeit unter Wojtila und Benedikt XVI. Ob und wie die Gotteskinder verhüten, blieb „unter der Tuchent“, also ein Tabu.
Dass sich heute vernünftige Christen einen Dreck darum scheren, wie der Vatikan über ihre Geschlechtsverkehrspraxis denkt, ist etwas Gutes. Dass aber immer noch Geistliche und Eiferer, die geistlicher sein wollen als  die Geistlichen, die Pille als eine Art Abtreibungsmittel verteufeln und den Warnfinger gegenüber Lieschen Müller heben, ist einfach nur dumm. Die „Pille“ tötet nichts, weil sie nach dem Prinzip funktioniert, dem weiblichen Körper eine Schwangerschaft vorzutäuschen, anstatt – wie bei der Abtreibung – entstehendes Leben zu töten. Hoch an der Zeit, dass das auch im Vatikan verstanden wird. Andernfalls würde auch Franz als lebensklug, aber in Sachen Gotteskinderplanung halbherzig in die Geschichte eingehen. Sein hohes Alter wäre da keine Entschuldigung.

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Mein Oscar hat heute (noch) Hausverbot im Gotteshaus!

(hp) Nach langer Zeit wieder mal in einer Kirche in Berlin-Schöneberg. Zwei laut plärrende Babys während der Predigt. (Mein Nachbar: „Hat sich wohl aus Langeweile angekackt!?“). Hilflose Mütter. Eine davon ist, wie ich sehen kann, in Wahrheit ein Papa. Noch hilfloser als die Mama in der Kirchenbank gegenüber. Deshalb verlässt er, sein wahrscheinlich selbstgenässtes Baby tätschelnd, beschämt das Gotteshaus. Da denke ich an meinen Oscar, den friedlichsten Labrador, den ich kenne. Er würde sich vor der Messe ausgepinkelt und die Predigt des Herrn Pfarrers nicht durch Knurren oder gar Bellen gestört haben. Außerdem pflegt er Damenwaden zu ignorieren. Weshalb, frage ich mich, darf er mich (und wahrscheinlich Tausende von Hundebesitzern in aller Welt) n i c h t  zur Sonntagsmesse begleiten? Muss ich ihm ein Blindenhund-Geschirr umschnallen, um das kirchliche Hausverbot zu umgehen, also lügen?
Ich glaube, ich muss an den Vatikan schreiben und den Papst Franz an seinen Namensvetter von Assisi erinnern, der auch Tiere als Geschöpfe Gottes betrachtete und ihnen die Teilnahme an einer Messfeier erlauben würde, falls die Vierbeiner weder bellen noch beißen. Vielleicht wird dank Franziskus in ein paar hundert Jahren die Mitnahme laut christlicher Heilslehre unschuldiger Vierbeiner zur Sonntagsmesse gestattet. Oscar würde es zwar nicht mehr erleben, aber immerhin dank meiner Forderung ein Pionier werden, was ihm in seinem Hundeleben bisher noch nicht vergönnt war.

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