Monthly Archives: September 2014

Ösi-Fremdwort Nr. 1: AKZEPTANZ

(milv) Die Erbärmlichkeit stockkonservativen, katholisch, muslimisch, nationalistisch verkorksten Denkens  erweist sich auch im Wortschatz der meisten Österreicher, Journalisten inklusive. Der Anlass:
Da wird das von der überwiegenden Mehrheit der Ösis „tolerierte“ Haus der Schwulen und Lesben nahe dem Naschmarktgelände mit einem Hass-Graffito beschmiert und in den Medien – sogar im weltoffenen STANDARD – lese ich kein

Beschmiert: "toleriertes" Haus für Schwule und Lesben

Beschmiert: „toleriertes“ Haus für Schwule und Lesben

einziges Mal den Begriff Akzeptanz. Die Rede ist lediglich von Toleranz, d.h., man duldet, was der nur bedingten Kenntnisnahme der Tatsache entspricht, dass es Menschen gibt, die nicht der heterosexuellen, einzig zu akzeptierenden Norm entsprechen. Da scheint mir der oberste katholische Gottesdiener, Papst Franziskus, moderner zu denken als seine austrianischen Schäflein, Stadt- und Landpfarrer zuvörderst. Nicht nur unser jüdischer Redaktionsphilosoph weist darauf hin, dass es unter Umständen der reine Neid homophober Leute ist, nicht „extrig“, auffälliger als die Mehrheitsmasse, zu sein bzw. es nicht öffentlich sein zu dürfen.
Dass es sich beim aktuellen Graffito um einen plakativen Eklat erbärmlichster Menschenverachtung handelt, steht außer Frage. Hier bleibt es hoffentlich bei einer einmaligen Entgleisung. Weitaus tragischer ist die Tatsache, dass sich die Überzahl der Tolerierten – nicht nur in der alpinen Provinz – noch immer verstecken muss und das nicht nur am Arbeitsplatz.
In Österreich braucht es wohl noch viele Regenbogen-Paraden, Life-Bälle und Gay-pride-Events. Eine einzige Conchita reicht nicht aus!

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Peter Handtke: Je preiser gekrönt…

(hp) …desto durcher gefallen. Peter Handtke erlebte, bevor es zur vorgesehenen Krönung mit dem Ibsen-Preis in der schwedischen Hauptstadt kam, eine Demonstration gegen seine Haltung in Sachen Kosovo-Krieg und seine Sympathie für den serbischen Diktator Slobodan Milosevic, der seinerzeit immer noch von einem Großserbischen Reich träumte und die Ermordung tausender Menschen zuließ oder gar in Auftrag gab. Handtkes Sympathie für den „Großserben“  hatte in Deutschland und Österreich für viel Wirbel gesorgt. Da er aber immer noch ein ganz, ganz großer Dichter sei, blieb der Ruhm seiner Dichtungen noch einige Zeit unangetastet. Dass mittlerweile immer mehr Handtke-Romane, zum Teil ungelesen, in Antiquariaten aufzufinden sind, hat aber wohl nicht nur mit dem Ableben einiger der treuen Mitglieder der Handtkeschen Fangemeinde zu tun.

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Potsdamer SPD stoppt Merkel-Virus

(kg) Wie empörend für die Berliner Journaille: Da erfrecht sich der siegreiche sozialdemokratische Ministerpräsident von Brandenburg XXX, die dortige CDU ante portas zu halten und die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der LINKE fortsetzen zu wollen. Welch ein Hohn!

Im RBB wird man nicht müde, den Ministerpräsidenten und SPD-Chef Dietmar Woidke zu verdächtigen, den CDU-Spitzenmann Michael Schierack schlecht behandelt zu haben. Dieser behauptet, er hätte, was Woidke energisch bestreitet (beides im rbb), sehr wohl ein Ministeramt angenommen,  wenn es zu einer Koalitionsvereinbarung gekommen wäre. Woidke entgegnet, die CDU habe es allerdings am Gestaltungswillen fehlen lassen, was der Hauptgrund dafür sei, der CDU abzusagen. Die allgemeine Merkelsche Harmoniesucht, der z.B. der SPD-Bundesvorsitzende Gabriel längst anheim gefallen ist, wurde vor der Potsdamer Stadtmauer gestoppt.

Nur weil die LINKE bei der letzten Wahl etliche Mandat verloren hat, bleibt sie doch ein verlässlicher Partner für die Brandenburgische SPD – vermutlich deshalb, weil die gemeinsamen Ziele reichhaltiger sind als jene der CDU. Wir werden ja sehen, was an Gestaltungskraft von der voraussichtlichen CDU- Opposition ausstrahlen wird.

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Zeitgeschichte regional: Ehrlich bleibt beschwerlich

(wil) Da wagt es unser ältester Autor, in seinen Erinnerungen „Leobner Geplärr“ heute noch lebende Personen zu nennen, die als Lokalpolitiker in der Hoch-Zeit des Proporzes nicht gerade gut funktionierten (um es dezent auszudrücken). Einen Rechtsanwalt will eine erboste Tochter  auf unseren Kleinverlag hetzen. Dabei hat Autor, Gert Wlasich, nur aus seinen  Reportagen zitiert, die er als steirischer Journalist vor 1979 ohne jedes anwaltliche Nachspiel verfasst hat. – Töchterliche Eitelkeit oder späte Vaterliebe in den heutigen Zeiten der political correctness, von der in den 1960er/70er Jahren noch nicht die Rede war?

Der Anwalt soll sich melden. Wie haben auch einen. Bleibt uns bis dato nur, das altjüdische Sprichwort „Ehrlich ist beschwerlich!“ gut leserlich an unsere Notiztafel zu heften, bis der Anwalt klingelt…

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*) In der Steiermark gibt es viele Täler ohne Buchhandlungen, da die Eingeborenendichte wunderbarerweise sehr gering ist.

 

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Ukraine:Endlich ein Ende der Heimtücke des „Westens“!

(hp) Was ich in meinen Blogs vom 6. und 7. September mit der Aggressivität eines politisch ohnmächtiges Würstchen forderte, ist seit gestern Realität: Mit der von Kiew beschlossenen A u t  o n o m i e  für die östliche Ukraine hat die Hinterfotzigkeit des sogenannten Westens, einen gesamtukrainischen Markt vor der zur Feindgrenze gewordenen Demarkrationslinie zu Russland ohne Rücksicht auf Vernunft zu bewahren, hoffentlich ein unblutiges Ende gefunden. Auf dem Dauerbrenner der Marke Kalter Krieg wurde ein Schalter zurück gedreht.

Nur ein Schalter, dies ganz nebenbei: Das gegenwärtige NATO-Manöver auf ukrainischem Boden, angeblich seit Jahren geplant, ist zwar eine weitere Provokation gegenüber Russland, aber für Putin & Co. nunmehr die Legitimation dafür, an der Ostgrenze der Ukraine ein ständiges, offiziell anerkanntes  Heer zu stationieren. Womit eine Art Status quo geschaffen würde, der – verglichen mit jenem rund um Berlin (West) – lange halten könnte.Hoffentlich verlässlich!

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Nix Neues aus der „vernaderten“ Provinz Österreich!

(hp) Lisa Nimmervoll befragt in der Wiener Tageszeitung „Standard“, dem Leuchtturm der österreichischen Tageszeitungslandschaft, den an der Nordseeküste geborenen Kulturwissenschaftler Wolfgang-Funk, Jahrgang 1952, zur politischen Kultur in dessen Wahlheimat Austria und lässt ihr Interview mit „Der Homo austriacus vernadert gern“ betiteln. Das Wort „Vernadern“ , das ich als Steirer nicht kenne, finde ich für die Zeit nach 1945 unzutreffend. Denn der homo austr. ist kein Verpetzer, kein Verräter, kein Intrigant, sondern ein nach wie vor ängstlicher Provinzler – also Angehöriger einer Rasse, die demokratisches Denken und Tun nicht mit der Muttermilch verabreicht, sondern aufoktruiert bekam und so etwas wie „Altera pars audiator“ nicht einmal in der Schule gelernt hat, geschweige im Elternhaus. Abgesehen von einigen wenigen bürgerlichen Youngstern, die gegenüber althergebrachtem Denken Anfang der 1960er Jahre aufmüpfig wurden, gab es in der österreichischen Nachkriegsgeschichte nie eine Auslüftung der Gehirne seiner Inhabitanten. Auch unter Bruno Kreisky, der nur in Sachen Außenwirkung ein beachtlich großes Fenster in die Welt öffnen konnte, blieben die ehemaligen Herrgottswinkel, in denen seither Fernsehgeräte und Stereoanlagen standen, erhalten. Provinz blieb Provinz, und wem’s nicht passte, der ging ins Ausland. Nur wenn er dort zu Ruhm und Aufsehen kam, führte ihn das Heimweh zurück ins Land der Berge und Dome.

Nicht das „Vernadern“, sondern das Bedürfnis, nirgendwo anzuecken und sich ja nicht festzulegen, war und ist das Grundbedürfnis des Österreichers bis heute in allen Hierarchien des Alpenlandes – „gesundes“ Misstrauen gegenüber allem  Fremden inklusive. Das beweist unser Autor mehrfach in seinem Büchel „Leobner Geplärr“ an Beispielen aus seiner Zeit als Lehrer und Regionaljournalist in der Obersteiermark. Seit 35 Jahren lebt er glücklich im größten Fundamt der Welt, in dem sich die Verlorenen selber abgeben (Berlin) und erfreut sich einer Fülle von Freiheiten, die in der Provinz Österreich für den Normalbürger bis heute unerreichbar wären.

ab Okt. 2014 im Handel und direkt ab Verlag www.kalwang-eis.de

ab Okt. 2014 im Handel und direkt ab Verlag  – siehe: www.kalwang-eis.de

 

 

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Kalter Krieg? Auch Presseclub & Phönix bringen nix!

(hp) Logo, Ausgangspunkt der Sonntagsdiskussion im Ersten war die Ukraine. Schon im ersten Diskussionsbeitrag wurde der böse, unberechenbare Putin genannt und wie die NATO diesem Mann die Waden nach vorn richten könnte. Ob der „Kalte Krieg“ wiedererstünde, blieb die rein rhetorische Frage. Die Antwort Ja lieferte in mehrfacher Ausführung der WELT-Journalist Jörg Eigendorf; ihm gegenüber sprach in Perfektion die Chefin des Zweimonatsmagazins „Internationale Politik“, als sei sie Expertin in Theorie und Praxis. Volker Herres dirigierte und ließ, damit die Kalte-Kriegs-Rhetorik der Vorgenannten nicht allzu drastisch über die Glotze schwappen  möge, Herrn Bröcker („Rheinische Post“) dann zu Wort kommen, bevor der Grundsatz einer Diskussion „altera pars audiator“ völlig ins Abseits gedrängt wurde. Beinahe mütterlich agierte, am wenigsten einseitig, die sympathische Ines Pohl („taz“). Und was kam raus: Der Möglichkeiten, Putin zu disziplinieren, seien viele, erfuhr der Zuschauer zum hundertsten Mal. Dass NATO und EU zwar Fehlerchen gemacht hätten, an denen sich Russland reibt, wurde zwar eingeräumt, doch es blieb bei der üblichen westlichen Sicht („Propaganda“ sagt man bei uns ja nur für die russische Seite).

Keine(r) der Journalisten machte sich die Mühe, auf die Mentalität jener Russen einzugehen, die auf ukrainischem und baltischem Staatsgebiet leben. Keiner der Diskutanten nahm – wie ich schon in meinem letzten Blog kritisch anmerke – das Wort Autonomie in den Mund. Keinem/r fiel ein, dass Putin keinen Grund mehr hätte, künstlich geschaffene Staaten wie die Ukraine zu destabilisieren oder gar zu überfallen, wenn seine nicht mehr dem Staat Russland angehörenden Landsleute mit ihrer autonomen Situation zufrieden wären. Südtirol, ick hör dir trapsen!

 

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Baltenländer: Autonomie für Russisch-Sprachler?

(hp) In meinem vorgestrigen Ukraine-Blog schrieb ich unter anderem von Autonomie und erwähnte das Beispiel Südtirol – nach Kriegsende 1945 die erste, von Österreich in der UNO erkämpfte und vom allerersten SPIEGEL (damals noch made in Hannover!) hochgelobte Maßnahme zur Befriedung einer regional eingrenzbaren Bevölkerung auf italienischem Staatsgebiet. Die Autonomie für Südtirol war und ist völkerrechtlich ein treffliches Beispiel dafür, wie ohne politische Zwistigkeiten einer sprachlich-kulturellen Minderheit Gerechtigkeit und Freiheit in Ausübung ihrer kulturellen Interessen widerfahren kann. Soweit, so gut.

Dass in der Ukraine eine Autonomie für den russischsprachigen Osten des Staates unumgänglichn sein wird, stehe hier außer Frage. Ich denke hier eher an die baltischen Länder, deren Eigenstaatlichkeit ebenso jung ist wie die der Ukraine. Dort gibt es, was die schützenden Bruthennen EU und NATO zurzeit (noch) etwas unauffällig halten, russisch sprechende und denkende Minderheiten von nennenswerter Größe: In Lettland spricht ein Drittel der Bevölkerung Russisch, in Estland ein Viertel und in Litauen sind es über 340.000. Als Pazifist und Südtirol-Fan (nicht nur wegen der herrlichen  Dolomiten!) frage ich mich, was passieren könnte, wenn Altanhänger der Sowjetunion unter dem Fell des an sich friedlichen und pflanzenfressenden Bären hervorkriechen und sich für ihre ehemaligen Landsleute im Baltikum erwärmen – mit oder ohne Kalaschnikow in den Händen? – Kernfrage: Hat sich die EU, insbesondere Deutschland, schon genügend um diese causa gekümmert oder bisher nur den Interessen der bundesdeutschen Wirtschaft offenen Zutritt verschafft?

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Ukraine: Es reicht!

(hp) Nach dreimonatiger Pause sollte ich mich endlich rühren, da die mediale Geschwätzigkeit in Sachen Ukraine-Putin-Sanktionen-NATO ein volksverblödendes Maß erreicht hat. Soweit der Beschluss unter meinen Verlagsnovizen, dem ich nun nachkommen will:

Wenn sogar der greise Fidel auf seiner fidelen Insel über die Affronts der EU, der Merkels und ihrer Jasager-Gemeinde  dies- und jenseits der Grenzen Deutschlands sowie über die Nato samt  kriegserprobten Amerikanern, erbost grantelt, wird es Zeit zu einer klaren Ansage.

Majdan hin und her: Gegen einen ex-sowjetischen Provinzdiktator erfolgreich zu protestieren, ist das eine, die russisch sprechende, fühlende und denkende Bevölkerung des Staates Ukraine von Anfang an zu ignorieren, anstatt eine Autonomie für diese „Ost-Ukrainer“ anzustreben – natürlich im Einklang mit dem Völkerrecht (Beispiel Südtirol nach 1945) – zu inszenieren, das andere.

Stattdessen wurde vom Westen samt Südtirol-Urlauberin Merkel die geschichtlich idiotische Idee forciert, die gesamte Fläche der Ukraine für den Westen als wirtschaftliches Absatzgebiet und als Polit-Puffer gegenüber Russland umzumodeln. Die Konsequenzen sind bekannt.

Jedes Schulkind weiß, daß Bären – auch russische – scheue, friedlich Pflanzen und Honig fressende Geschöpfe sind, aber zu zähnefletschenden und zupackenden Raubtieren werden können, sofern sie sich bedroht fühlen. Die Südtirol-Urlauberin hat davon sicher auch schon mal gehört, ihr Ex-DDR-Bürger Gauck, der gestern in Polen staatstragend stänkerte, wohl auch.

Ich frage mich, wie lange man Russland noch reizen und ein von Anfang an unharmonisches Staatsgebilde wie die Ukraine zusammengepfercht erhalten will.

 

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