Monthly Archives: April 2014

Fremde Scheiße fressen?!

(hp) SPIEGEL online unterhält seine LeserInnen heute mit medizinisch-wissenschaftlichen News. Bostoner Wissenschaftler haben angeblich, so SPIEGEL online, ermittelt, dass Patienten, denen das Darmbakterium Clostridium difficile das Leben zur Hölle macht oder es auf die Dauer gar auslöscht, durch Implantation des Stuhls gesunder Patienten von ihrem Leiden geheilt werden können. Und das soll eine neue Erkenntnis sein, liebe SPIEGEL-Redaktion?
Wie unser in der Steiermark geborener Romanheld Martinus (1494 – 1546), Famulus bei Paracelsus, bereits in früher Neuzeit berichtet, habe er mit vielen verachteten Dingen „fast alle, auch die schwersten, gifftigsten Kranckheiten und Schäden vom Haupt biß zu den Füssen in- und äusserlich glücklich curirt“. Es ging damals darum, magen- und darmgeschwächte Männer mit dem Kot gesunder, jüngerer Mitmenschen zu behandeln, und weil fremde Scheiße zu schlucken nichts besonders Angenehmes war und ist, wurde der menschliche Kot mit allerlei Gewürzen, derer man damals im schweizerischen Basel habhaft wurde, verfeinert. Bevor die Zensurmaßnahmen der Kirche(n) das Treiben der damals so genannten Dreck-Apotheker einschränkte, waren solche Heilmittel, so abstrus sie uns Heutigen vorkommen mögen, für reiche Patienten gang und gäbe. Im Taschenbuch „Leobner Geplärr“ (Verlag Kalwang & Eis; Erscheinungstermin Sept. 2014, siehe Titelbild unten!) wird von einer weiteren  biologisch gut erklärbaren Heilmethode berichtet:
In nicht bigotten Familien, denen Zwingli, Calvin & Co. noch keine zwingenden Vorbilder waren, gab es zur Erleichterung für schwer Gebärende eine unterleibische Methode der Linderung: Martinus berichtet über eine Nachbarsfamilie des berühmten Baseler Verlegers Frobenius, bei dem etliche Schriften des Erasmus von Rotterdam produziert wurden. Deren Schwiegertochter stand eine komplizierte Geburt bevor. Da wurden, wie Martinus ohne zensorische Skrupel beschreibt,  fünf junge Männer aus der Nachbarschaft in ein Nebenzimmer vergattert, um dort in ihre hohle Hand zu ejakulieren. Mit schweinischen Liedern waren die Jungmannen „scharff gemacht“ worden (da Pornofilme kurz nach der Entdeckung Amerikas noch nicht vorrätig waren). Danach wurde der gesamte Unterleib der Gebärenden damit eingerieben, worauf eine reguläre Niederkunft erfolgen konnte. Der Grund für diese geburtshilfliche Maßnahme: Im Sperma ist Oxytocin enthalten. Dieser hormonale Wirkstoff wird heute unter hohen Kosten chemisch hergestellt und sauteuer verkauft.

Fazit: Angesichts der heute hohen Gesundheitskosten wäre die Erinnerung an uralte Heilmethoden und Rezepte angezeigt. Meinen Sie nicht? „Bio“ ist einem großen Teil der Bevölkerung ohnehin sympathischer als „Chemie“!

Cover "Leobner Geplärr". Das Buch kommt im Sept. 2014 in den Handel.

Cover „Leobner Geplärr“. Das Buch kommt am 1. Oktober. 2014 in den Handel.

 

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Prof. Winkler im SPIEGEL: endlich mal was Kluges!

(hp) Während sich allerlei Volk und Pöbel, daneben auch Politiker wie der SPD-Boss Gabriel in Putinfeindlichkeit üben und so tun, als wüssten sie Bescheid, rafft sich – endlich – der SPIEGEL dazu auf, einen Kenner und Analytiker von Rang im Blatt zu platzieren. Der Berliner UnivProf. Heinrich August Winkler, international geachteter deutscher Historiker, breitet, nach anfänglich rhetorischer Einseitigkeit, ein treffliches Bild der Situation aus, in der sich die jahrhundertelang gewachsene Ost-West-Spaltung heute befindet. Entscheidend in Winklers Darstellung ist das Warum. Ein intelligentes Vergnügen, diese Lektüre.

Schade nur, dass der Professor sich nicht darauf einlässt, die Anmaßungen westlicher Politiker – Beispiel Anders Fogh Rasmussen von der NATO – als unverschämt zu kritisieren: Der Kunststaat Ukraine, war stets, auch unter der Ära der Sowjetunion, etwas Zweigeteiltes. Das wird er auch morgen bleiben, falls er zwischenzeitlich nicht in zwei Teilstaaten zerfällt. Denn hier stoßen, was Winkler treffend beschreibt, zwei Denk- und damit Kultur- und Gesinnungswelten aufeinander. Die Denke der Menschen von Czernowitz und Lemberg unterscheidet sich gewaltig von jener der Ostukrainer beiderseits des Donez. Wenn das kein Grund ist, die Aufdringlichkeiten des Westens, vornehmlich der transatlantischen Amateure wie Obama & Co., hinsichtlich einer „Einheit“ des ukrainischen Staates zu verurteilen, dann weiß ich nicht.
Das kleine, unbedeutende Österreich wurde von den Sowjets 1955 freigegeben, weil sich das Land für eine immerwährende politische Neutralität entschied. So etwas würde meiner Meinung nach auch eine ukrainische Republik vor Querelen und Bürgerkrieg bewahren. Vielleicht sogar immerwährend.

 

 

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Weltklima: Zu viele Zweibeiner!

(ber) Als der liebe Gott dem Adam Potenz und der Eva die Fähigkeit zum Kinderkriegen, also die Fleischesfreude,  geschenkt hat, schuf er die Möglichkeit zur Reproduktion. Von Ziffern und Zahlen war im Alten Testament, außer bei der Zahl der Lebewesen, die Noah paarweise (d.h. zu zweit) in seine Arche aufnehmen sollte, nicht die Rede. Heute plagt sich die Welt mit ihrer Übervölkerung des Planeten und die Weltorganisationen werfen mit Jahres-, Emissionszahlen und Klimaszenarien um sich. Und mit dem Thema, was das alles kosten würde, wenn sich die geist- und finanzbegabten Zweibeiner zur „Bewahrung“ der Schöpfung entschließen würden. Über den aktuellen 3. Teil des UNO-Umweltberichtes schreiben die Zeitungen sachlich kurz, unsentimental, unaufgeregt. Eher eine Pflichtübung, die kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlockt.

Nach dem Bericht des Club of Rome sollten die Uhren neu gestellt werden...

Nach dem Bericht des Club of Rome sollten die Uhren neu gestellt werden…

Mahnungen, die im Zusammenhang mit den Bestandsaufnahmen und Prognosen, z.B. vom Club of Rome in die Welt gestreut wurden, führten in Westeuropa zu wahren Euphorien (Robin Wood, Greenpeace, Abfalltrennung, Dosenpfand, Grüner Punkt etc.) engagierter Jugendlicher und alternder Naturschützer. Sogar die Industrie, allen voran die chemische, legten Umweltschutzprogramme auf. Doch die Regierungen huldigten weiterhin dem „Fortschritt“ und der industriellen Weiterentwicklung unter höchstmöglicher Beachtung von Emissionsgrenzen.

In summa sind tatsächlich „Fortschritte“ erreicht worden. In Europa. In den USA und anderen Schwellen- und Entwicklungsländern tat sich so gut wie nichts. Dass der Hauptgrund der Überlastung unseres Planeten im Bevölkerungszuwachs liegt, fand in den Regierungen keine Resonanz (siehe Grafik).

Im Tierreich richtet sich die Produktion von Nachwuchs an vorhandenen Nahrungsgrundlagen aus. Die Natur macht Weibchen unfruchtbar, wenn Dürren anhaltenden Mangel schaffen. Es darf kopuliert werden, allerdings ohne Schwangerschaft bzw. Trächtigkeit. Beim Menschen klappt das nicht, wie bereits der Brite Thomas Malthus anno Schnee feststellte, was Sigmund Freud 1898 dazu veranlasste, die „Ärzte der Welt“ aufzufordern, ein Medikament zu entwickeln, das Fleischeslust ohne Folgen („Pille“, ab 1961) zu entwickeln. Dass diese Methode der Regulierung der Bevölkerungszahlen nur in reichen Ländern funktioniert, wissen wir. In Burundi und Umgebung gilt eine Frau nichts, wenn sie nicht mindestens acht Kinder geboren hat, von denen wenigstens zwei so lange leben, dass sie die Eltern im Alter versorgen können. Wenn die restlichen sechs Kinder vorzeitig an Krankheit oder Hunger wegsterben, sei das der „Lauf der Dinge“ (Indiens Innenminister, 2002). Für Sozialmaßnahmen (Rente), die zu einer Begrenzung der Kinderzahlen führen würden, sei zu wenig Geld da.
So dürfen wir, die verwöhnten, weil kinderzahlbegrenzten Europäer,  wahrscheinlich noch lange problematisieren, wie es um unsere Erde bestellt sein wird, wenn wir längst in der umweltfreundlich geschmiedeten Urne vertrocknet sein werden.

Umweltproblem Nr. 1 ist der Bevölkerungszuwachs.

Umweltproblem Nr. 1 ist der Bevölkerungszuwachs.

 

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Flugplatzbaustelle Berlin – Probleme kreativ & preiswert überwinden!

(eva) Habe gerade mit Vergnügen Prof. Jean-Luc Hennigs Buch „Der Hintern“ (Piper Verlag) durchstudiert und gleich darauf meinen derzeitigen Lover gezwungen, seinen Allerwertesen durch Fitness zu straffen, bevor sein Hinterteil wegen des Bürojobs vorzeitig zu einem Schwabbelarsch verkommt. Da lese ich in der Berliner Zeitung (nicht mit der BZ zu verwechseln) von der gestrigen AR-Sitzung des BER-Aufsichtsrats und den gewohnten Hilflosigkeiten, was die Zukunft des Projekts angeht. Von einer sauteuren neuen Entrauchungsanlage der Fa. Siemens war die Rede und von Mehrkosten. Da denke ich, könnte doch bis zur Eröffnung anno Schnee, sozusagen flankierend, eine Zwischendurchmaßnahme helfen: Die Sturheit der Mehdorns, Wowereits, Dobrindts, Görkes & Co. verlangt radikale Maßnahmen. Eine davon wäre folgende:

Ausgesuchte Schönarschträger für den Platz vor dem Entrée honofrarfrei für RTL-Kameras

Ausgesuchte Schönarschträger für den Platz vor dem Entrée honofrarfrei für RTL-Kameras

In einer konzertierten Aktion liefern die Job-Center von Berlin, Potsdam und Umgebung insgesamt 2.000 Mannen unter 50, die in drei Schichten rund um die Uhr, bewaffnet mit je einem Handfeuerlöscher, an und in den Gebäuden des Flughafens Brand-Prophylaxe leisten, kontrolliert von ehrenamtlichen Sado-Maso-Meistern (die es im Bezirk Schöneberg zuhauf gibt!) auf gesponserten Elektrorädern. Wenn es der Celsius erlaubt, sollte unter dem Motto „Berlin – arm, aber sexy“ (Ersatzmotto: „Berlin – frauenfreundlich!“) die eine oder andere Hose fallen dürfen. Das Landesamt für Arbeitsschutz und Sicherheit ist einzuschalten.
Das wär‘ doch mal was Kreatives. Meinen Sie nicht, gnädige Frau Leserin?

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