Monthly Archives: Dezember 2013

Berlin-Mitte: Bischofsdemo vor dem Kanzleramt

(gw) Das war eine traumhafte Demonstration zum Weihnachtsfest – rasenfüllend zwischen Kanzleramt und Bundestag. Deutsche Würdenträger der beiden großen Kirchen mit Pfarrjugendlichen aus der ganzen Republik, Kirchenchoristen mitten drin in der Menge. Keine Polizei. Und alles friedlich – beinahe eine Chimäre:

Voran Landesbischof G. Ulrich, Haupt der Nordkirchen, Domherr zu Lübeck mit hanseatischem Anhang und dem Transparent „Stopp der Waffenexporte“, direkt vor dem Merkel-Sitz entfaltet. Dahinter der mir noch unbekannte Limburger Weihbischof T. Löhr mit Anhang, Domchor und dem Transparent „Solidarität mit Flüchtlingen“. – Seine protestantische Regionalkollegin D. Greiner, Bayreuth, blies mit ihrem Transparent „Humanere Asylgesetzgebung“ in ein ähnliches Horn. Überragt wurden beide Delegationen von Berlins Erzbischof R.M.Woelki. Mit der Aufforderung „Flüchtlingsrecht ändern!“ stand er zwischen den Vorgenannten, wenn auch mit weniger Teilnehmern. Kenner wissen es: Die Berliner feiern gern und verschlafen ihre Vormittage, auch wenn der Erzbischof ruft. Anders, ja sogar konkreter, die Stimme aus Osnabrück, angeführt vom dortigen Bischof F.-J. Bode, mit der Aufforderung an die eigenen Gläubigen, die Stimme zu erheben gegen Unrecht und Menschenverachtung. Die sangesfreudige Delegation aus Fulda unter der Führung des dort residierenden Bischofs J. Algermissen protestierte plakativ und deutlich  die Sorge, die „Würde des Menschen … bedroht“.  Wegen der  großen Masse der christlichen Demonstranten war der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof R. Zollitsch, mit der grundsätzlichen Forderung nach „Wahrung der Menschenrechte“ nur schwer herauszuhören. Von den ökonomiebegabten Bayern, vertreten durch den evangelischen Landesbischof H. Bedford-Strohm, der direkt vor dem Bundestagsgebäude platziert war, wurde unter dem Titel „Regulierung der Finanzmärkte“ ein längst fälliger Appell vorgetragen. Während sich einige der bayerischen Delegation mangels Weisswürsten artfremd auf Currywürstl stürzten, beschäftigten sich auf edlere Art die Rheinland-Pfälzer Katholiken unter ihrem gemütvollen Kardinal K. Lehmann mit den Tugenden des „Verzeihens“ (womit offenbar die Geschmacklosigkeit des Limburger Bischofs gemeint war) und des „Gebens“, womit er vor allem die nicht enden sollende Unterstützung  der Armen außerhalb Europas ansprach.

Mag sein, dass ich die eine oder andere Christen-Delegation vergessen habe. Man möge mir verzeihen – sicherlich nicht schwierig angesichts der Tatsache, dass es sich bei der geschilderten Großkundgebung zum Weihnachtsfest um (m)einen Wachtraum nach der Lektüre der hoch geschätzten „Süddeutschen Zeitung“ handelt. Frei nach Johann Nestroy: „Es ist zwar Chimäre, aber uns unterhalt’s!“

Wenn demnächst die Heiligen 3 Könige bei der Bundeskanzlerin ansingen werden, sollten ihr von den maskierten singenden Kindlein Kärtchen mit den obgenannten Bischofstexten überreicht werden…

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Darf ein Michail Chodorkowskij entlarvt werden? (Teil 2)

(silv. Wien)  Da saß ein reicher Mann zehn Jahre lang im Gefängnis, wahrscheinlich im dunkelsten Sibirien von hungrigen Wölfen umzingelt, bei Wasser und Brot, und nun ist er befreit worden. Wenn man die bundesdeutschen Medien überfliegt, denkt man unweigerlich an eine Heiligsprechung zu Lebzeiten – noch vor dem von seinen vatikanischen Fesseln befreiten Benedikt XVI. Unappetitlich, diese Chodorkowski-Euphorie, findet nicht nur meine alte Tante Sarah aus der Leopoldstadt: Dieser junge Manager, der wegen seines jüdischen Hintergrundes gerade in Deutschland unangetastet bleiben muss, hat durch Geschick und geschäftliche Tricks einen persönlichen „Rubel“ gemacht, der auf  „normalem“ Weg nie zustande gekommen sein kann, sagt die Tante Sarah. Ich bin mir da nicht ganz sicher, herrschte doch in den 1990ern in Russland ein derartiges Chaos, dass es cleveren Leuten kurzfristig möglich war, zu viel Geld zu kommen. Tante Sarahs Neffe, der in Tel Aviv Betriebswirtschaft lehrt, habe ihr kürzlich Makabres eröffnet: Sicherlich die Hälfte der russischen und ukrainischen Neureichen, die sich nicht nur in der Schweiz und auf Zypern, sondern auch in Österreich teure Villen und Grundstücke gekauft haben, sollen – mehr oder weniger versteckt bzw. über Strohmänner – auf nicht legalem Weg zu Wohlstand gekommen sein.

Habe gerade von meinem Briefträger heutige Tageszeitungen bekommen und nehme mit Genugtuung zur Kenntnis, dass dank nicht mehr so ganz euphorisierter Journalisten das Märtyrerbild, das noch gestern vom Herrn C. gemalt wurde, zu einem Aquarell verschwimmt.

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Chodorkowski, Chodorkowskij, Chodorkowski?!

(hh) Muß man Mitleid haben mit Michail Chodorkowski? – Die Nachrichten in Deutschland sind voll mit diesem Mann, der heute, Samstag, im Berliner Armutsquartier Adlon mit seinen Eltern zusammengetroffen ist, dessen Frau in der Schweiz – sicherlich nicht in einer Kleinwohnung – und ein Sohn des (Ex?-)Magnaten in New York lebt … Herr Chodorkowski, der unter dem höchst dubiosen Jelzin-Regime zu einem Milliardär wurde, muss derart wichtig sein, dass ihn der greise deutsche Ex-Außenminister Dietrich Genscher sofort nach der Freilassung aus einem Arbeitslager nach Deutschland ausfliegen ließ. Die Ausstellung des Visums durch die Botschaft der Bundesrepublik in Moskau muss innerhalb von Minuten zu-(bzw. längst vor-)bereitet gewesen sein:
Was hat den Herrn  Chodorkowski für Deutschland so wichtig werden lassen? Seine erfolgreiche Vita, die nach dem Ende des Jelzinschen Regimes als nicht ganz zimmerrein betrachtet wurde von den Untergebenen des Herrn Putin? Oder ist es allein Herrn Chodorkowskis und seines ebenfalls wegen Steuerbetrugs verurteilten Manager-Kollegen heftige Kritik am Putin-Regime?
Irgendwie rührt sich in meinem Bauch der Gedanke, dass hinter dem ganzen Trubel um Chodorkowski mehr steckt als nur die Genugtuung der Bundeskanzlerin, des Ex-Außenministers und vermutlich vieler anderer über Putins Entscheidung, Chodorkowski nach Erhalt von dessen Gnadengesuch (das jener auch als Schuldeingeständnis betrachtet) aus dem Straflager zu entlassen …

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Sehr dünn, Herr Löwenstein (FAZ)!

(km) In der heutigen Frankfurter Allgemeinen Zeitung bezeichnen Sie einspaltig auf Seite 12 den österreichischen Bundeskanzler Werner Faymann als „konturlos“ und zählen brav die Stationen seiner bisherigen politischen Vita auf: blass und skandalfrei, ein Konsensler der braven Art, der es allerdings „versteht, sein Netz zu verknüpfen und es so zu verankern, dass er in den Maschen aufsteigen kann“. Was daran konturlos sein soll, das sagen Sie mir nicht, Herr Löwenstein. Ich finde es nämlich angenehm, einen solchen Mann an der Spitze meines Heimatlandes zu haben und keinen, der konturiert und damit Ecken und Kanten zeigt, an denen sich politische Gegner reiben und Unfrieden züchten können. Der Spektakel unter den heutigen und ehemaligen Freiheitlichen sind die Leute überdrüssig. Die Korrupten und Betrüger im Alpenland, die das Image Österreichs aufs Unappetitlichste beschädigen, würden auch unter einem Kanzler mit Kontur ihr Unwesen treiben – dies nur als Anmerkung. In Zeiten wie diesen will die Bevölkerung lieber einen langweilig-braven Netzspanner und maschenhäkelnden Kanzler, der möglichst niemandem weh tut. Nicht umsonst stehen die Österreicher, was ihr Land betrifft, weit oben in der europäischen Zufriedenheitsskala. Zwischen Donau und Drau genügen ihnen die Konturen der Berggipfel und Täler. Sie fühlen sich wohl, wenn’s harmonisch zugeht im Lande und freuen sich, wenn sich auch die Feriengäste – ob FAZ-Leser oder nicht – wohl fühlen.

 

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Die Raubritter bleiben ungeschoren!

(silv) Ab 2016 sollen sie stärker“ kontrolliert werden, die europäischen Banken. Blauäugig und wohlwollend, jwgliche Kumpanei mit den „Bänkstern“ (eine EU-Chefin) ableugnend,  erklären die Brüsseler Finanzkundigen, die Banken würden künftig Rücksicht nehmen müssen auf die Steuerkassen der EU-Mitgliedsstaaten. Wer’s glaubt, wird selig. Man muss ja nur an Schäuble & Co. denken, denen die schon für 2013 vorgesehenen Kontrollkonzepte zu heftig erschienen. Die Banker ja nicht erschrecken, gute Projekte könne man nicht über Nacht durchsetzen, heisst es. Deutschland, gerade Deutschland, bremste. Nun darf man gespannt sein auf das, was bis 2016 kommen soll.
Die Gutgläubkeit, eine traditionsreiche deutsche Krankheit, wird von den ministerialen Untätigen, den Verzögerern und Wegschauern, weiter genährt, während die Investment-Spekulanten – angeblich ohne Auftrag und Wissen der Vorstandsetagen ihrer Banken – ungehindert weiterspekulieren und auf alles wetten, was ihnen geeignet erscheint. Während hierzulande Mittelständler in Sachen Kredite kurz gehalten werden, was zur Verhinderung von Investitionen und Innovationen führen kann, werden, nicht nur in den USA, Großkonzerne und Großinvestoren, mit Geld gefüttert, damit die Wirtschaftsmacht Nummer 1 ihren Rang weiter ausbauen kann. Und hierzulande?

Zu Fuggers Zeiten gab's noch keinen Laptop...

Zu Fuggers Zeiten gab’s noch keinen Laptop…

Brave Berichte von der Börse, der Ritterburg der Geldverwaltung. Die Burgen der Raubritter stehen nicht in Frankfurt, sondern getarnt als schlichte Briefkästen auf allen möglichen Inseln und anderswo, wozu die heimischen Finanzdetektive keinen Zutritt haben. „Haltet den Dieb!“ schrie man in Augsburg, als aus der Schatzkammer des damaligen Jakob-Fugger-Konzerns mehrere Kilogramm Silberlinge verschwanden, die eigentlich zur Bestechung von Kurfürsten vorgesehen waren. Der Raub wurde nie aufgeklärt und man schämte sich, ihn in den Geschäftsbilanzen zu erwähnen. Heute geht’s eleganter. Es wird nicht mehr geraubt, sondern spekuliert und gewettet.
AKTUELL:  Wie der „kluge Kopf“, der hinter der Frankfurter Allgemeinen steckt, heute auf Seite 24 einspaltig nachlesen kann, hat die Europäische Bankenaufsicht die „Bonus-Grenze für Banken aufgeweicht“ (Titel): Demnach können sich Verantwortung tragende Führungskräfte von den Aktionären nach wie vor hohe Bonuszahlungen genehmigen lassen – will heißen: Künftig müssen sich nur nicht verantwortliche Führungskräfte als Raubritter betätigen, um ihren Säckel maßlos zu füllen.

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GroKo Austria: Rauchen & Saufen wird teurer, Zahnspangen gibt’s gratis

(mp) Diese österreichische Steilvorlage für die bundesdeutsche Koalition hat meine Sympathie: Zahnspangen sollen die Krankenkassen zahlen, die Tabaksteuer wird stoßweise erhöht und dem Alkoholischen soll es saftig an den Kragen gehen. Lauter vernünftige Pläne, wenn auch zweitrangige. Doch die machen’s, dass das Alpenvölkchen ruhig bleibt. Wichtiges Detail: Die Nichtraucher-Regelungen in der Gastronomie bleiben kommod. Das haben die Wirte durchgesetzt – einmalig in der EU.

Fazit: Die Gebisse der feschen Mentscher sollen noch aparter werden als bisher. Für die Kunstbusen werden die Krankenkassen nicht aufkommen. Das liegt wohl am Schnitt des raffinierten Dirndlkleides und an den Möglichkeiten, auch zu klein geratene Brüste für andere unsichtbar aufzupolstern, wie es laut ehrenhaften Historikern schon die berühmteste Steirerin, die Bürgerstochter Anna Plochl, Gattin von Erzherzog Johann, dem berühmtesten Steirer, zurechtschneidern ließ. Bleibt der Tipp für bundesdeutsche Männer, ihren schwachbrüstlerischen Frauen und Geliebten ein Dirndlkleid mit Aufpolsterungsmöglichkeiten zu kaufen. Das ist garantiert billiger als eine Schönheits-OP und verschönert, speziell in den Städten, auch das Straßenbild.

Anna Plochl, als Katholikin auch im Dirndls keusch verschnürt und vermutlich zahnspangenfrei...

Anna Plochl, als Katholikin auch im Dirndl keusch verschnürt und zahnspangenfrei…

 

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Hitlers „Bibel“: Je geheimnisumflorter, desto interessanter

(hp) „Mein Kampf“ , Adolf Hitlers Memoiren- und politisches Rezeptbuch, bis 1945 millionenfach im Großdeutschen Reich vorhanden, soll Ende 2015 von der Urheberrechtebesitzerin, der Bayerischen Staatsregierung, in die Nachdruckfreiheit entlassen werden. Damit dieses „Werk“ möglichst nicht im nackten Original in NS-trunkene Hirne eindringe, wurde mit einem Etat von 500.000 Euro aus Steuermitteln eine kommentierte Ausgabe vorbereitet. Für den Druck dieser Ausgabe gibt es laut „Berliner Zeitung“ noch keinen Etat. Die bayerische Politik will scharf darauf achten, dass keine Raubdrucke des Orignals produziert und vertrieben werden.
Weil so gut wie alle Medien immer noch „hitlergeil“ sind – und wenn es nur um Aufzeichnungen über Hitlers Hamsterkäfig-Entwürfe geht -, ist zu erwarten, dass das Ende des Urheberschutzes kräftig abgefeiert wird. Ich denke, der „Kampf“ – egal, ob er als tumbes Pamphlet oder als zeitgeschichtliches Dokument gewertet werden mag -, muss publiziert werden.Es wird Zeit, dass sein "Kampf" entmystifiziert wird!Es wird Zeit, dass sein „Kampf“ entmythifiziert wird!

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Gauck ignoriert, andere reagieren mediengerechter

(mh) Schön und gut, dass BP Gauck nicht zu den Olympischen Spielen fliegen will. Aber doch etwas nüchtern, diese  diplomatisch elegante Ignoranz des aufrechten Menschenfreunds. Andere Geschlechtsgenossen des alten Herrn planen da originelle Formen des medial wirksameren Protests gegen die Homophobie der russischen Politik. Ein Trio italienischer Sportler plant – dank der makellosen Körper sicherlich d a s Foto dieses kunstschneereichen Sport- und Geldspektakels! – einen ästhetischen Strip im Eislaufstadion. In der (Nicht-)Kleidung der Turiner Gewerbeausstellung  1911 wollen Giovanni & Freunde, nicht geoutet weil italienisch verklemmt, aus Protest gegen die Duma je drei Pirouetten auf der Eisbahn drehen. Also passt auf, ihr Kameramänner von Sat 1 und RTL, damit euch nichts entgeht!

Damals noch ohne Schlittschuhe: Turin (Italien) 1911 - Vorbild für die Aktion in Sotschi 2014

Damals noch ohne Schlittschuhe:            Turin (Italien) 1911 – Vorbild für die Aktion in Sotschi 2014

 

 

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Pharma-TV im staatlichen Fernsehen: primiv & nutzvoll

(mm) „Wir unterhalten uns zu Tode“, behauptete vor einem halben Jahrhundert der US-amerikanische Medienkritiker Neil Postman. Als das gleichnamige Buch hierzulande erschien, begann eine Debatte irren Ausmaßes. Jeder Professor einer deutschen Provinz-Uni gab seinen Senf ab, ob gefragt oder ungefragt. Damals gab es noch kein deutschsprachiges Privatfernsehen. Als sich dieser Zustand änderte, verschwand Postmans Buch aus den Schaufenstern der Buchhandlungen; die Diskussion verstummte.
Wie primitiv die meisten Privatprogramme sind, erkannten viele TV-Konsumenten erst langsam. Die ehemaligen Kritiker und Warner begaben sich in resignativen Meinungsnebel, um sich nicht mit den Privat-TV-Fans nicht anzulegen. Kabarettisten blieben die einzigen, die gelegentlich auf den Deck aus der Glotze hinweisen. Ignoriert von den Massen. Denn die konsumieren gern und ganztagsfüllend. Das Ziel des Privatfernsehens, mittels verblödender Unterhaltung aus Zuschauern jeden Alters unkritische Konsumenten zu machen und – praktischer Nebeneffekt – Unterschichten zum Wohle der Politik zu sedieren, ist weitgehend erreicht.

Da ist es gar nicht verwunderlich, dass auch das staatliche Fernsehen gleichzieht und das ZDF– und nun auch das ARD-Vorabendprogramm mit leichter Bauerntheaterkost a la „Rosenheim-Cops“,  „Hubert und Staller“ & Co. verwöhnt – Lebenshilfe und Bildung à la „Apotheken-Illustrierte“ inbegriffen. Denn in den Werbepausen der Staatlichen erfährt die beim Abendessen befindliche Zuschauerschaft, dass es 37 Arten von Kopfschmerz gibt, was man gegen Blähungen und Stuhlverstopfung, Impotenz, Scheidentrockenheit, Blasenschwäche, Hämorrhoiden, seelische Unruhe usw. schlucken soll. Weil die ARD das Mainzer Programm übertreffen muß, wird das läppische Bauerntheater (an bayerischen Schauplätzen gefilmt) nicht ein-, sondern gleich dreimal für Pharmawerbung unterbrochen. Ich wünsche mir angesichts dieser bewussten Volksverdummung, dass in jeder Werbepause auch ein Anti-Kotz-Medikament präsentiert wird und zwar für jene, die nicht rechtzeitig auf intelligente Sendungen um- oder die Glotze ganz abgeschaltet haben.

Weicher scheissen dank ARD und ZDF

P.S. Weicher scheissen dank ARD und ZDF

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