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SPD: Aufwachen und kämpfen, bitte!

(hp) Sie nerven. Sie nerven seit je und daher auch diesmal. Behaupten, die große Koalition unter Merkel & Steinbrück habe sie so stark amputiert. Die rosaroten Volksmärchen finden kein Ende. Von Tag zu Tag zieren sie sich mehr und mehr, ein deutliches Ja zu sagen und in die Verhandlungsarena einzumarschieren (ohne Pferde, Herr Steinbrück!) und dort Statur zu zeigen. Als Partner und als Mitgestalter, nicht – wie vor 2009 – als brave Anhängsel der Gluckenmutter mit den scharfen Krallen, unter deren schützenden Federn  ihr euch zu gehorsamen Küken habt degradieren lassen: Steinbrück als seriöser Bankier und Steinmeier als getreuer  Eckhart an der Seite der Kanzlerin, die euch unter Nutzung ihrer strategischen Begabungen und dank eurer Bravheit den Sand aus eurem Nest abgraben konnte bis zur nackten Lehmschicht. Merkel hat euch keine Wunden geschlagen, das habt ihr selber getan. Ihr seid langweilig geworden, euren klassischen Wählern zunehmend unsympathisch, weil ihr im politischen Hühnerstall immer nur auf der Stange gesessen seid und euch mit den von Merkel hingeworfenen Krumen und Körnern begnügt habt. Und weil ihr falsch beraten wart.

Statt eines Büßerhemdes für die „Untaten“ Schröders und „seiner“ Agenda 2010  ein Frühlingskleid überzustreifen und dem Wahlvolk mitzuteilen, dass dem arbeitenden Teil des Volkes – um ein Beispiel zu nennen – die Rente mit 67 nicht ab sofort, sondern erst im Lauf von zwei Jahrzehnten zuteil werden wird. Doch was habt ihr getan mit eurer „gestandenen“ Mannschaft? – Provinzfürsten sollten Vorsitzender werden; an sich nicht schlecht, denn Innovation kommt seit je ausschließlich aus der Provinz. Hat nicht geklappt, weil ihr die Neuen schlecht verkauft habt, den einen geschasst und den anderen verloren. Gut, war nicht eure Schuld, dass Herr Platzek gesundheitlich nicht stabil genug war und ist. Aber da gab es auch noch andere. Müssen ja keine schlafhaubigen Gewerkschafter sein, es gäbe ja auch noch einige quicklebendige.

Eure kraftvoll auftretende NRW-Ministerpräsidentin dürfte nun mit ihrem Ja zu einer Koalition  mit den Schwarzen das Ja der Mitglieder bei der kommenden Befragung vorbereitet haben. Da bleibt mir nur noch der Auftrag, innerhalb der SPD einen Ausschuss zu gründen, der sich über eine Einbindung der heutigen Linken nach 1917 hellwache Gedanken machen soll. Nehmt einen SPD-Viehhändler in diese Runde und fragt nicht Euer Denkmal Helmut Schmidt, ob ihr dürft oder nicht. Sondern denkt an den alten Sozi Erich Kästner: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. Unter Garantie werdet ihr 2017 noch mehr Wunden zu lecken haben als diesmal, wenn ihr die Linken wieder in die Ecke schiebt, nur weil sie in Sachen Auslandseinsätze ihr lokalpazifistisch sind.

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