Monthly Archives: Juni 2013

Beethoven – ein Plagiator?

(silv) Heute vor 250 Jahren wurde der französische Komponist Étienne-Nicolas Méhul, seinerzeit ziemlich erfolgreich, geboren. Den Namen hörte ich heute zum ersten Mal, seine Werke kenne ich nicht. Da genieße ich beim Frühstück das  liebwert gestaltete „Kalenderblatt“ des Deutschlandfunks und vernehme Folgendes: Schon Robert Schumann sei aufgefallen, dass Beethoven das „Schicksalsmotiv“ seiner 5. Symphonie offensichtlich von Mehuls Erster übernommen habe. Da damals der französische Kollege des berühmteren deutschen Meisters noch gelebt hat, könnte man in Anspielung auf Plagiats-Entdeckungslüste des letzten Jahres von „geklaut“ sprechen – oder nicht?
Ich finde, es gereicht einem Künstler zur Ehre, wenn sein Einfall auch von einem anderen verwendet wird. Wolfgang Amadé Mozart hätte es sicher auch nicht gestört, wenn er noch erlebt hätte, dass die Melodie der weltbekannten Schiller-Hymne „Freude, schöner Götterfunke“, die den vierten Satz von Beethovens Neunter adelt, aus seinem  „Offertorium für gemischten Chor, Orgel und Orchester“ (Köchel-Verzeichnis 222) stammte.
Nun weiß jeder Kenner, dass Beethoven im Gegensatz zu anderen Tondichtern nicht der geniale Melodienerfinder, wohl aber der unbestrittene Meister der Verarbeitung von Motiven war. Und da fällt stark ins Gewicht, dass die „geklauten“ Motive aufs großartigste ausgearbeitet wurden. – Gäbe es doch auch heute noch jene grandiosen „Plagiatoren“, die Edles schaffen –  frei nach dem Prinzip „Einer guten Idee ist es egal, von wem sie stammt!“

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Abhören weltweit – was sonst?

(hp) Geheimdienste haben die Aufgabe, kreativ zu sein. Kreative Geheimdienstler reizen all das aus, was Normalbürgern nicht möglich ist. Geheimdienstler  unterstehen keiner parlamentarischen Kontrolle, sondern – wenn es wirklich um staatliche Interessen geht – ausschließlich einem festgelegten Gremium von Menschen der obersten Hierarchie eines Staates. Dass nun bekannt wird, worauf Geheimdienstler zurückgreifen, nimmt die in- und ausländische Journaille zum Anlass, wegen gefühlter Skandalisierung und unzureichender nationaler Gesetzgebung aufzuheulen. Pervers, finde ich.

Als Minister Wolfgang von Goethe seinen nicht ganz mainstreamigen Dichterkollegen Friedrich Schiller bespitzeln ließ, war das die geheimdienstlerische Normalität der Zeit. Heute geht es praktischer: Die sogenannten sozialen, grenzüberschreitenden Netzwerke, die ihre Schaltzentralen irgendwo schalten und walten lassen, mit oder ohne Wissen staatlicher Instanzen, sind doch ein erstklassiges Spielfeld für Geheimdienstler, die gar nicht kreativ sein müssen. In den USA können sich dortige Geheimdienste jederzeit unter Berufung auf die Fülle von „Heimatschutz“-Gesetzen und -Verordnungen bei den Netzwerken durchsetzen und die Öffnung von Nutzerdaten fordern. Datenschutz? Dass ich nicht lache. Und Journalisten, die sich’s bequem machen und Aufregung inszenieren? Zum Heulen, wenn Sie mich fragen!

 

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Berliner Stadtschloss: Renaissance deutschen Untertanentums

(lud) Es ist noch gar nicht lang her, da hatte man in Europa Angst vor den Deutschen. Und viele von diesen Deutschen, im frederizianischen Untertanengeist erzogen und hörig gegenüber der Obrigkeit, pflegten den Untertanenbrauch des Sich-duckens vor derselben. Berlin strotzt von Amtsgebäuden und Schulen, die im sogenannten wilhelminischen Stil geplant und realisiert wurden – man denke nur an Gerichtsgebäude wie jenes optisch drastische, wo sich jeder schuldig fühlt, der das Gerichtsgebäude betreten hat. Manche der Angst einjagenden Gymnasialgebäude, das allein wegen seiner Architektus Untertanengefühle implementierte, steht heute noch. Im Bombenkrieg 1943/44 zerstörte Häuser dieser Art wurden bewusst nicht wieder aufgebaut, und falls doch, dann in heller, neuzeitlicher Optik. Und nun gehts um die Wiedererrichtung von drei Fassaden des Stadtschlosses, das zu den hässlichsten Europas gehörte: Großkaserne mit Kuppel. Das berechtigte emotionale Getöse nach der Öffnung der Mauer liess die pseudohistorische Idee der Wiedererrichtung aufblühen und gedeihen. Als hätte Berlin nicht genug Beispiele für gelungene Architektur historischer Bausubstanz (Schinkel & Co), wurde der Wiederaufbau zum Staatsprojekt erhoben. Wer kritisierte, dass mehr als eine halbe Milliarde für dieses Renommierprojekt verschleudert würden, erfuhr, dass es ja nur um die äußere Hülle eines weltbewegenden grandiosen Kultur- und Museumszentrums ginge. Das Feigenblatt „Humboldt“ wurde gepflückt, um die letzten Gegner und Spötter zum Schweigen zu bringen. Nun ist der Grundstein gelegt. Man darf gespannt sein, welche Überraschungen bei der Stabilisierung des Baugrundes wir erleben werden und welche danach.

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ZDF: Mittelmaß oder einfach nur Dilettanz?

(hp) Kann kein Zufall sein, dass sich die verstaatlichten Sender Deutschlands, vornehmlich die Mainzer Anstalt, seit der Einführung der Pflichtbeiträge pro Haushalt gehen lassen wie nie zuvor. Einfachster Gradmesser für Qualität sind die Nachrichtensendungen, aus denen der Großteil der erwachsenen Bevölkerung seine Basisinformation bezieht. Das heutige „heute“, moderiert vom kulleräugigen Herrn Fornoff* mit der lebhaften Signalstimme, privat sicher ein patenter Kerl, widmete dem Publikum triviale Nachrichtenqualität. Wo in 45 Sekunden aufklärende Info stattzufinden hätte – Beispiel: Freihandelszone EU und USA – hieß es, einige Waren würden billiger werden. Im Übrigen wird aufs Internet verwiesen. Einzig der Schnellschuss von Merseburger jun. aus der Tschechei hatte Charakter, der Rest waren Wiederholungen abgegriffener Radiomeldungen: Staatsrundfunk Athen, Türkei-Proteste, Jauche und Heizöl im Hochwasser. Peinlich der historische Fauxpas: Der Anlass für den DDR-Aufstand anno 1953 fehlte völlig.
Einzig der Sport gibt sich kritisch. Ausreichend. Der Rest der Sendung: Mittelmaß und Dilettanz. Wie viele Nachrichten-redakteure  werdet ihr umgehend auswechseln in Mainz? Vorschlag: Holt euch jemanden von „frontal“ als Chef ins Team. Vielleicht wird es dann etwas k.p.d.*) in euren gut gepolsterten Mainer Schlafzimmern.

*) kurz.präzise.durchschlagend.

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ZDF & Bavaria mit der Pharma-Branche verschwägert?

(silv) Sind die ZDF-Vorabendprogramme extra für die Pharmaindustrie gemacht? Während zum Beispiel die „Rosenheim-Cops“ laufen, eine Art postbiederes Bauerntheater mit Typen wie aus dem Kasperletheater, erfährt der/die  Zuschauer/in, womit sie ihre Adipositas bekämpfen kann. Als Appetithappen für Y. und andere Mittel agiert nicht mehr ein überaus unterspickter Berliner Friseur, der angeblich abgespeckt hat, sondern – außerhalb der Werbepause – der korpulente Joseph Hammerschläger als Kommissar Korbinian Hofer. Für maskuline Knusprigkeit, die offenbar dank der Anwendung von Vorschlägen aus der „Apotheken-Rundschau“ erreichbar ist, steht ein angeblich norddeutscher Hofer-Kollege. Für gute Verdauungspräparate, die laut ratiopharm etc.  gegen Verstopfung und Dünnpfiff helfen, je nach Bedarf und selbst dosierbar, steht die immer quicklebendige und oft bauernschlau „Stocki“. Und weil das Kindersedierungspräparat Ritalin noch nicht rezeptfrei abgegeben wird, wuselt der übermäßig beflissene „Michi“ immer nur knapp an der Grenze zum ADHS-Syndrom durch die Dreiviertelstunde. Produziert wird die Sendung von der Bavaria an verschiedenen  Orten in Niederbayern. Ich vermute, die Bavaria ist nicht nur mit dem ZDF, sondern vornehmlich mit der Pharmaindustrie verschwägert.

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Enteignet die Egoisten!

(hp) Dieser Wiesengrund sei das Eigentum seiner Familie. Schon die Eltern hätten ihn hier in Ufernähe besessen und bewirtschaftet. Das sagte in der „heute“-Sendung ein Grundbesitzer, der „seine“ Wiese nicht als Flutungsgebiet zur Verfügung stellt und den Bau eines Sandsackdeiches verlangt. Ich finde solches ebenso skandalös wie die Zurückhaltung des/r ZDF-Reporters. Schon entlang der Donau, der immer schon viel zu wenige Überschwemmungsgebiete gewidmet waren (nicht nur in der Wörther und Deggendorfer Gegend!), äußerte sich ein Landwirt ähnlich.
Wenn Egoismus über Nöte und Bedürfnisse der Allgemeinheit durch Sturheit siegen kann, dann stimmt meiner Meinung nach die Rechtsstaatlichkeit nicht.
Zu den Zeiten seiner Eltern, die mit „ihrem“ Wiesengrund eng verbunden waren, war die Situation mit der heutigen nicht vergleichbar. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Verweigerer im Sinne seiner Eltern, die wahrscheinlich längst gestorben sind, handelt. Sie hätten sicher einem Tausch des Grundstückes zugestimmt, weil sie – im Gegensatz zu ihrem Sohn – ein Gespür dafür hatten, was sich in einer katastrophalen Lage gehört. Leute wie der hier von mir beschimpfte Grundbesitzer gehören enteignet!

 

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Hochwasser: Wurschteln ist nicht nur österreichisch

(hp) Bevor die allgemeine Volksvertrottelung auch die Grundschulen (ö: Volksschulen) erreichte, kannte jedes österreichische Kind den Wurstel, auch Kasperl genannt. Der ist eine Puppentheaterfigur, die in der Metternichschen „Diktatur“ (1815 – 1848) ihre beste Zeit  hatte. Der Kasperl wurstelt sich aus Räubers-, Betrugs- und Horrorgeschichten so witzig und uimmer erfolgreich heraus, dass ihn alle – nicht nur die kleinen Kinder – lieben und schätzen. Das Wursteln, besser: das gewiefte Herauswursteln (österr.: wurschteln) aus brenzligen Situationen, ist Routine im Alpenland. Nicht nur Spitzenpolitiker machen von dieser Routine Gebrauch, auch der kleine Mann ist Wurstel-Fan. Solange es nicht um etwas wirklich Ernstes geht, kann man auch den Begriff „Schmäh“ aus der Gaunersprache anwenden.

Ganz und gar ungerechtfertigt, ja skandalös, ist hierzulande das Wursteln im Zusammenhang mit den Schutzmaßnahmen und -bauten gegen Überschwemmungen. Da geben im TV niederbayerische Landwirte offen und stur zu, sie würden ihre Wiesen keinesfalls als Überflutungszonen (Polder) freigeben; Amtsträger aus Gemeinde und Land teilen betroffen und gelegentlich etwas verlegen zu, dank bürgerlicher Grund- und Hausbesitzerproteste hätten Schutzbauten nicht rechtzeitig  fertiggestellt werden können usw. Man lebe ja in einem Rechtsstaat.
Fast alle TV- und Radioreporter nehmen es hin, vermeiden scharfkantige Interviews mit Politikern und anderen Entscheidern, und auf diese Weise wird weitergewurstelt – bis zum nächsten Jahrhundert-Hochwasser. Da lob ich mir den österreichischen Weg:

Schon unter Kanzler Bruno Kreisky wurden gesetzliche Maßnahmen getroffen, als man feststellen musste, dass sich in klimatischen Friedenszeiten winzige Wildbäche bei Unwettern und lang anhaltenden Regenphasen zu reissenden Flüssen auswachsen können und – wenn auch Berghänge abrutschen – nicht nur Gastwirten, sondern auch der „einfachen“ Bevölkerung Leid und Schaden bereitet werden. Es wird Zeit, auch in Deutschland realistische gesetzliche Maßnahmen zu treffen. Devise: Gemeinwohl vor Eigennutz!

 

 

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Berlin: Wie wird der Tod des Jonny K. gesühnt?

(hp) Als Ausländer habe ich mich schon öfter über die bundesdeutsche Gerichtspraxis gewundert, genauer: empört. Immer wieder kommen Vorurteile hoch, die ich nur schwer unterdrücken kann. Eines davon heisst: „Sobald ein Anwalt den Mund aufmacht,  lügt er.“ Fürwahr, nur ein Vorurteil. Aktuell geht es mir um den Prozess gegen einige junge in Berlin lebende Rowdies, von denen einer oder zwei einem jungen Mann namens Jonny K. zu Tode getreten haben; die restlichen haben dabei zugeschaut, nachts am Berliner Alexanderplatz.  Für mich ist das sowohl Mord als auch unterlassene und damit strafbare Hilfeleistung. Einer der Verdächtigten haute zwischenzeitlich in die Türkei ab, um in Berlin nicht vor Gericht gestellt zu werden. Die anderen versteckten sich zwar nicht im Ausland, verhielten sich aber nach dem Gerichtssaal-Motto „Sagst du ja, bleibst du da – sagst du nein, gehst du heim!“   Mit dem „da“ ist das Gefängnis gemeint.
Nach einer mehrtägigen Unterbrechung des Prozesses wegen des Fehlverhaltens eines der Schöffen, der seinen Unmut öffentlich gemacht hatte, geht es nun weiter.  Und wieder will keiner der Rowdies den Todestritt gegenüber dem zu Boden geschlagenen Jonny abgegeben haben.
Wäre ich, was ich als Ausländer nicht sein darf, Schöffe -, ich würde wohl auch ausflippen angesichts des bösartigen Theaters. Für mich sind alle Angeklagten aufs schärfste zu verurteilen: Täter wie Gaffer.
Ganz nebenbei sei hier noch angemerkt,  dass das „Inforadio“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg endlich eine/n seriösen Gerichtsberichterstatter/in aufbauen sollte. Was am 6. Juni zur Mittagsstunde als Bericht gesendet wurde, war eher ein peinliches Geplauder zwischen Moderatorin und Gerichtsreporterin: Infotainment scheint mir aktuell nicht am Platze. Immerhin ging es nicht um „heiteres Bezirksgericht“. In der Verlautbarung nach den 15-Uhr-Nachrichten klang’s wenigstens „k.p.d.“ – kurz, präzise, durchschlagend und themengerecht nüchtern.

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„Allen Politikern wünsch ich Trümmerbruch mit Ruhr!“

(hp) Der Leserbrief eines Rentners mit diesem Titel, vor Jahren an die Redaktion einer NRW-Lokalzeitung geschickt, landete selbstverständlich im Papierkorb. Ich erinnere mich daran, den Antwortbrieftext meiner damaligen Praktikantin zensiert zu haben. Das tut mir heute Leid. Denn Christine Schubert hatte Recht. Wer unter 50 ist und nicht mindestens drei Wochen in einem öffentlichen Spital und ebenso lange in stationärer Rehabilitation verbracht hat, sollte nicht GesundheitsministerIn werden. Denn ihm fehlt das, was man früher Herzblut nannte. Die heutigen, alles Frühere übertreffenden Missstände im Krankenhauswesen, können einem das Blut gefrieren lassen: In der ZDF-Sendung WISO kam heute abend eine Putzfrau zu Wort, die laut dankenswert offener Aussage berichtete, sie sei gelegentlich auch als Stationsschwester eingesetzt. Dass sie trotzdem nur 9,00 Euro pro Stunde bekommt, krönt den Skandal dieses auf ökonomischen Profit ausgerichteten Systems, das sich erfrecht, den Beinamen „Gesundheits-“ zu tragen.

Ich warte darauf, dass sich zumindest die Patientenvertreter und -anwälte Deutschlands demnächst vor dem Kanzlerinnenpalast und vor dem Reichstag einfinden und dort so laut protestieren, dass man’s bis zur Charité hören kann. Die Gewerkschaften sollten sich anschließen und und und…

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rbb-Holzapfels „Kinderklassik“ für Erwachsene

(silvie) So süß, so flott, so engagiert wie der rbb-Youngster Stephan Holzapfel am Sonntagmorgen seine „Klassik für Kinder“ serviert, ist wahrlich beispielhaft. Bürgerlichen Eltern, deren am Radio hängenden Kids „Klassik“ serviert wird, wird’s sicher gefallen, dass sie sich noch eine Stunde bis 9 Uhr früh gemütlich in den Federn räkeln können, bevor die dank Stephan H. „klassisch“ unterhaltenen Kinder ihr Frühstück einfordern. Als musizierende Grundschullehrerin leistete ich  mir eine Art Studie unter elterlichen Freundinnen und Freunden: Wie nützlich ist die rbb-Sendung für die programmierte Zielgruppe der Kinder?
Von „süßer, ganz lieber Moderator“ bis „haarscharf an der Zielgruppe vorbei“ lauteten einige der Kommentare. Tenor: Gute Idee, allerdings nur für elitehaft vorgebildete Jung-Musici mit nicht kinderechtem Interesse für Oper und Konzert. Das, was kindliches Musizieren ausmacht, nämlich das Singen und Mitsingen, findet so gut wie überhaupt nicht statt. Für Herbert, meinen Schwager, ist es – nicht nur aus pädagogischen Gründen – richtiggehend sündhaft, beim Nachwuchs die Freude am Singen nicht zu wecken und zu fördern. Ich schließe mich dieser Meinung an, möchte jedoch sein „sündhaft“ durch „fahrlässig“ übersetzen. Gerade die „Klassik für Kinder“ sollte sich dem grundsätzlichen RBB-Gebot, Singen, Lied- und Chorgesang in den Programmen zu vermeiden, nicht beugen. Wer als Kind und Jugendliche(r) selber Freude am Gesang empfindet, wird später mal Oper und Konzert eher genießen als jemand, der/die als Kind servierte Erwachsenen-„Klassik-(angeblich)-für-Kinder“ samt Rigoletto und Nabucco vorgesetzt bekommt (wie am heutigen 2. Juni ’13). Vorschlag an den Blasmusiker Holzapfel: Geh doch mal in den Musikunterricht einer Grundschule und hör dir an, wie’s dort zugeht. Vielleicht werden danach deine ehrenhaft moderierten Sendungen bald auch  i n h a l t l i c h  kindgerecht!

 

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