Monthly Archives: Januar 2013

Shoa-Gedenken: Berlusconi war gestern gar nicht so außergewöhnlich…..

…wie es nach seiner Gedenkrede im Mailänder Bahnhof, von dem 1944 mehr als sechshundert italienische Juden nach Auschwitz verschickt wurden, klang. Der skandalreiche Berlusconi hielt, bevor der amtierende Ministerpräsident Monti ans Mikrofon trat, eine Ansprache. Darin sprach B. zwar von Mussolinis Schuld, sich an der von der SS inszenierten Judenverfolgung beteiligt zu haben, doch nicht ohne schon im nächsten Satz zu erklären, Mussolini habe auch viel Gutes getan. Berechtigter Protest gegen die geschmacklose Relativierung folgte. Am Abend gab sich der Ex-Premier als Gegner der Diktatur, Freund der Demokratie und des Staates Israel – wieder eine indirekte Relativierung von Stammtischformat. Da gilt es, einen Blick in die stark verbreitete und offensichtlich durch nichts zu erschütternde Denkweise hierzulande zu werfen. Nicht nur bei den älteren Leuten, sondern – weit gefährlicher – auch bei den neuen, den Jung-Nazis ist diese Relativierung, die in Mailand vor großem Publikum ausgesprochen wurde, gang und gebe:

Dass man Hitler den Autobahnbau, den Abbau der Arbeitslosigkeit im Deutschen Reich und vieles andere verdanke (wobei –  Stichwort Autobahnbau – die meisten „Verdienste“ nicht den Nazis gutzusprechen sind!), wird gern erwähnt, um die Ausrottung des europäischen „Judentums“ zu relativieren. Völlig Unbelehrbare verlieren sich sogar immer noch in grenzdebile Sprüche wie „…das hat der Führer gar nicht gewusst!“ – Die Anti-Antisemitismus-Kämpfer haben noch viel zu tun.hp.

 

Kommentare deaktiviert für Shoa-Gedenken: Berlusconi war gestern gar nicht so außergewöhnlich…..

Filed under Feuil­le­ton

…ob Ernst Schering Jude war?

(hp) Weil ihr Wikipedia nicht reichte, fragte gestern eine Berliner Gymnasiastin hier im Verlagsbüro an und wollte wissen, weshalb unser Autor Gert J. Wlasich in seiner Ernst-Schering-Biografie die „jüdische Identität“ (Zitat) des Firmengründers verschwiegen habe. Sie frage im Auftrag ihrer Arbeitsgruppe, die sich im November zur Vorbereitung einer Gedenkveranstaltung zum „Auschwitz-Tag“ (27. Januar) gebildet habe.Nach meiner Erinnerung war diese Anfrage nicht die einzige in der letzten Zeit.

Leicht überrascht, fragte ich unter der von N.N. hinterlassenen Handy-Nummer zurück und erfuhr, Schering habe den Davidsstern auf seiner Firmenschutzmarke doch nicht aus „Jux und Tollerei“ (Zitat) verwendet. Nachdem ich die engagierte junge Dame kurz darüber aufgeklärt hatte, dass es sich bei der in Wlasichs Broschüre abgebildeten Scheringschen Schutzmarke um eine Zeichenkombination aus der Alchemie handle – Feuer, Säuren, Gase,  symbolisch übereinander gezeichnet – dankte die Schülerin recht unzufrieden und bat um einen weiteren „Beweis“. Diesen wird, allerdings nicht mehr rechtzeitig zum Holocaust-Gedenktag, unser Autor nachliefern. Die Scherings aus Prenzlau entstammten nämlich  schwedischen Ahnen, die sich noch Schäring schrieben, was die Herkunft von den schwedischen Inseln (Schären) vermuten lässt. Doch dies wird unser Autor für die gymnasiale Arbeitsgruppe fachlich einwandfrei aufbereiten.

Für mich bleibt ein fader Nachgeschmack. Gab es doch schon mal ein ähnliches, ebenfalls überhapsig recherchiertes Beispiel dafür, wie nach schlampiger Lektüre missverständliche Deutungen entstehen können. So wetterte im Herbst 2012 eine alte Dame in Basel, Wlasich habe den Ober-Nazi Gregor Straßer in seinem Buch „Die Schering AG in der Zeit des Nationalsozialismus“ geschönt dargestellt. Er, Straßer, habe  doch auch..! – Welch Erstaunen, als spontan nachgewiesen werden konnte, dass Straßer am 30. Juni 1934 ermordet wurde und allein schon deshalb keine Holocaust-Schuld auf sich lud.

Wlasichs "Ernst-Schering, eine Biografie", € 6,00

„Ernst-Schering, eine Biografie“, € 6,00

Kommentare deaktiviert für …ob Ernst Schering Jude war?

Filed under Verlagsmitteilungen

Brüssel: Im Delirium wird Angela zur EU-Chefin befördert

(hp) Studentischer Gipfel im bekannten Brüsseler Café Delirium: Fünf noch sehr nüchterne Studenten, von denen einer schwäbisch redet, schlürfen ihren ersten Schluck Bier aus der Flasche (das ist die Spezialität des Café  mit dem Elefanten im Wappen) und diskutieren vor sich hin. Es dauert, bis ich – des Französischen nicht mächtig – herausfinden kann, worum es geht. Des Wartens Lösung: keine Davos-Wirtschaftsrunde en miniature, sondern Europapolitik en gros.

Anna, eine gebürtige Spanierin, sagt es in klarem Oxford-Englisch: Angela Merkel müsse, sollte sie bald nach der vermutlich gewonnenen Bundestagswahl amtsmüde werden, als Europa-Premier installiert werden, Präsidentin eines zwangsvereinigten „Mehrstaatenstaates“. Deutschland habe auf diesem Kontinent die glaubhaftesten Erfahrungen im Zwangsvereinigen. Der junge Schwabe, als angehender Verwaltungsjurist geoutet, nimmt den Faden auf und erwähnt nicht nur Hitler, sondern auch Karl den Großen. Beide hätten England nicht einverleibt.
Nachdem sich die Runde über die Extrawürstelwünsche des Briten Cameron ausgelassen hatte und der Name Thatcher gefallen war  („Auch sie hat vor Jahren ihre damaligen Kollegen erfolgreich erpresst!“),  sinniert die Tischrunde und Anna verkrallt sich weiter in ihre Idee: Nur in einem politisch vereinten Europa mit einer alle bisherige Länder betreffenden Gesetze und Vorschriften sei es möglich, die demnächst explodierenden sozialen Bomben wie die Jugendarbeitslosigkeit zu bewältigen.
Schade, dass ich mein Taxi zum Flugplatz so früh gerufen hatte. Café-Ideen haben mir immer schon gefallen.

Kommentare deaktiviert für Brüssel: Im Delirium wird Angela zur EU-Chefin befördert

Filed under Feuil­le­ton

BER: Platzeck wird’s schon richten

(hp) Man kann es nicht mehr hören geschweige denn lesen: Die Skandalisierung des Langzeit-Projektes Berliner Zentralflughafens (BER) feiert nach wie vor fröhliche Urständ‘ und verwässert das unter Wowereit spielerisch national und international aufgebesserte Image von Berlin. Und was tun die Medien? – Sie haben nichts anderes zu tun als den bisherigen Saustall während der ersten Phase der Projektrealisierung tagtäglich zu verurteilen und mit verschobenen Eröffnungsterminen zu kokettieren. Speziell Wowereit, an dem man vielerlei kritisieren kann, steht im Fokus. Von allen Seiten nicht nur der Berliner Opposition und der hiesigen Medien trommelt es auf ihn und auf seine angeblich schlampige Amtsführung (nicht nur der) staatlichen Flughafengesellschaft ein. Berechtigt oder nicht, dies ist eine Frage, die jetzt hoffentlich  in die Archive gelegt wird, da seit gestern Matthias Platzeck den verfahreren Karren aus dem Brandenburgischen Morast ziehen wird.

Ich kenne Matthias Platzeck schon lange Zeit. Einige M0nate nach Öffung der Mauer war er einer der Organisatoren einer Umweltschutz-Veranstaltung des ZDF in Magdeburg. Als Westberliner befand ich mich unter ostdeutschen Referenten und Mitgliedern der DDR-Akademie der Wissenschaften und einigen hasadeurartig wirkenden jungen Leuten. Diese wandten sich insbesondere gegen jene Verniedlichung des Wismut-Uran- Skandals. Mittendrin der junge Matthias Platzeck.

Mit pragmatischer Ruhe griff er unauffällig ins Geschehen ein, wies den Referenten und dem ZDF-Kamerateam die Plätze zu und vergaß zwischendurch nicht, einen älteren unbekannten Herren zu fragen, ob er ein Glas Wasser wünsche. Die Veranstaltung begann und verlief störungsfrei. Nach dem Ende – es war sehr spät geworden -, entschuldigte er sich dezent bei auswärtigen Gästen dafür, dass für die Übernachtung nur ein früher als Stasiunterkunft genutzer Wohnblock zur Verfügung stünde. Das alles ist wie gesagt lange her. Mein Begleiter sagte damals: „Der wird noch einmal was!“ – Heute ist er Brandenburgs Ministerpräsident, allseits beliebt und vornehmlich menschlich geblieben. Seiner Zwischenkarriere als „Deichgraf“ hätte es nicht gar bedurft, um sein Image zu schärfen. Dass Herr Platzeck nun dazu berufen ist, die Weiterführung und Beendigung des Flughafenprojektes zu organisieren und zu verantworten, stimmt ich hoffnungsvoll. Zuförderst hoffe ich, dass er jedermann/-frau in seiner dienstlichen Umgebung eine Kopfnuss erteilen wird, der/die mit Eröffnungsprognosen jongliert.

Kommentare deaktiviert für BER: Platzeck wird’s schon richten

Filed under Feuil­le­ton, Politik

Alexis sagt: „Ein Grieche lügt nicht, auch wenn er betrügt.“

(hp) Dass es unter politischen Entscheidern Ungebildete gibt und solche, die vor dem politischen Geschäft ihre Bildung an der Garderobe abgegeben haben, erleben wir tagtäglich. Wäre das anders, gäbe es in der EU kein Griechenland (Zypern inklusive). Bevor ich weiter poltere, nehme ich meinen Freund Alexis und all die lieben anderen Griechen, die ich persönlich kenne, gern aus. Nur: Dass über 50.000 Griechen, und dazu gehören nicht nur feudalkorrupte Politiker und Schweizer-Bank-Liebhaber quer durch alle Reihen, ungehindert Altersrenten ihrer längst gestorbenen Verwandten beziehen (siehe heutige Presse), reicht uns Korrekt-Deutschen mal wieder. Deshalb soll die Zeit bis zur Veröffentlichung der nächsten, Griechenland betreffenden Skandale für die Bildung genutzt werden. Sie, werte/r LeserIn, entscheiden, was Sie von Vor-Urteilen halten, wie Sie sie bewerten, was für Sie – beispielsweise das Unwort „Pleite-Grieche“ – wieviel Realitätsbezug hat:

Beginnen wir mit den bösesten Definitionen: Lord Byron schrieb anno 1810 an Henry Drury: „Ich mag die Griechen. Sie sind geschickte Gauner mit allen Lastern der T…, aber ohne deren Mut.“ – Luther, der im Gegensatz zu Byron nie in Griechenland weilte, pauschalierte deftig: „Der Griechen Weisheit ist gar viehisch“ (Tischrede, 1535). Reichskanzler Otto v. Bismarck  schrieb 1881: „In Griechenland gibt es nur einen ehrlichen Mann, das ist der König, denn er ist kein Grieche [sondern Däne. die Red.], und wir dürfen nicht dulden, dass man ihn vertreibt.“ – Aktueller: Jacques Lanzmann, 1957: „…erwartete ich, an jeder Straßenecke edle Gestalten und Gesichter zu treffen, weisse Muskelmänner wie die antiken Statuen. Was ich fand, waren unansehnliche Murkse – Typ Dardanellen-Türke – mit einem Flackern in der Pupille, das nicht Genie verriet, sondern Neid.“ – Bösestes zum Schluss: „Degenerierte, schmutzige, verarmte Nachkommen von Gemüsehändlern, die die Demokratie erfanden und dann…vergaßen, wie sie funktioniert“ (P.J.O’Rourke, National Lampoon, 1976). Altbekannt formuliert der albanische Volksmund: „Wenn du einem Griechen die Hand geschüttelt hast, zähle deine Finger!“ –
Es reicht, meint unser Alexis, ein gebürtiger Athener. Er versteht bis heute nicht, dass der vormalige, an schwerer Adipositas leidende Finanzminister Griechenlands, Evangelos Venizelos, seinerzeit in Brüssel von zweien seiner Ministerkollegen mit Wangenschmatz begrüßt wurde. Nachdem er dies im TV gesehen hatte, übergab er sich entsetzt in unserem Verlags-WC. Sein Kommentar hieß damals: „Der ist kein Grieche, sondern ein korrupter Lügner. Ein Grieche lügt nicht, nicht einmal dann, wenn er betrügt!“

Kommentare deaktiviert für Alexis sagt: „Ein Grieche lügt nicht, auch wenn er betrügt.“

Filed under Verlagsmitteilungen

Zweimal Tuvia Tenenbom verschenkt

(silv) Als ich am Ende des Weltkrieges noch ein kleines Kind war, brachte einer meiner Tanten immer dann, wenn sie zu Besuch kam, in bester Absicht Mürbteigplätzchen aus dem eigenen Herd mit, die sie mangels Fett mithilfe von Natron buk, damit sie mürb wurden. Woher sie das Natron habe, interessierte uns nicht. Die Plätzchen waren am nächsten Tag aufgequollen. Damit sie noch genießbar waren, klebte sie meine Mutter mit selbstgerührter Stachelbeermarmelade aneinander. Trotzdem wurden mir die Plätzchen zum Graus. Ich konnte sie nicht mehr riechen und essen, trotz der marmeladigen Geschmacksverbesserung. So geht es mir heute mit einer bestimmten Art von Büchern. Kurz: Die Dosis an Erinnerungsliteratur, Themata NS-Zeit, Shoa und heutiger Trotz-alledem-Antisemitismus, die man mir seit einigen Jahren immer wieder schenkt, seit ich mit dem Rauchen aufgehört habe, ist mir zu groß geworden. Nun verschenke ich weiter. Gelesenes und manches, was noch vakuumverschweißt ist. Tuvia Tenenboms „Allein unter Deutschen“ gehört dazu: einmal gelesen, zweimal originalverpackt. Meine Pfarrbücherei freut sich. „Wissen Sie“, sagt mir die ehrenamtliche Bibliothekarin, „man kann nicht genug kriegen von dieser Literatur. Die Zeiten für Anne Franks Tagebuch sind vorbei. Die Leute wollen nicht mehr erschüttert werden, sondern unterhalten.“ – Mich hat Tenenboms Buch nicht unterhalten. Es hat mich seltsamerweise an die Natronplätzchen der Tante Rosa erinnert, die mein ignoranter jüngster Bruder, damals fünf Jahre jung, heimlich an unsere Hühner verschenkt hat, wenn Mutter aus dem Hause war.

 

Kommentare deaktiviert für Zweimal Tuvia Tenenbom verschenkt

Filed under Feuil­le­ton

Wie man Antisemiten rekrutiert

(silv) „Schauen Sie, das geht nur noch so lang“, sagte mir vor Jahrzehnten der ehemalige österreichische Bundeskanzler Dr. Bruno Kreisky angesichts der beleidigenden Kritik, die Ing. Simon Wiesenthal gegen ihn losgetreten hatte, nach einem Auftritt im Stahlwerk Kapfenberg, „das hört sich auf, sobald alle Naziverbrecher tot oder verhaftet sind.“ – Das ist nun lange her: Kreisky und Wiesenthal, beide Juden, sind lange tot. Die letzten Naziverbrecher sind auch tot oder abgeurteilt. Die österreichischen Historiker haben es den deutschen nachgemacht und die NS-Geschichte ihrer jeweiligen Bevölkerung aufbereitet. Dennoch agiert Wiesenthal in Gestalt „seines“ Instituts, das heute von den USA aus dirigiert wird, weiter. Und weil es keine Eichmänner und Konsorten mehr zu fassen gibt, sind nun prominente „Antisemiten“ die aktuelle Zielgruppe der Wiesenthaler Rechercheure. An Zulieferern fehlt es nicht: Henryk Broder ist einer von ihnen, und weil Broder den  Journalisten Jakob Augstein (u.a. „der freitag„-Herausgeber) nicht leiden kann, da sich dieser erkeckte, die heutige Regierung des Staates Israel wegen ihrer Innenpolitik zu kritisieren, landete sein Name im Antisemitismus-Ranking des Instituts an prominenter Stelle. Kein faux-pas, keine berlin-typische Schlamperei, sondern Absicht.

So etwas ist an sich zwar unappetitlich und bösartig und für Broder sicherlich straffrei, weil er sich auf die Meinungsfreiheit berufen kann, aber es ist auch Verleumdung und Rufmord zugleich. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Und die andere: Wer in der deutschen Gesellschaft, welcher Politiker, hat seine protestierende Stimme erhoben? – Der beschwichtigende Kommentar des Herrn Korn vom Zentralrat erfolgte zwar prompt, doch er blieb einer von wenigen. Nun hat sich wenigstens das ZDF in der gestrigen „aspekte„-Sendung des Themas angenommen: Der israelische Historiker Moshe Zuckermann verurteilte des Wiesenthal-Zentrum und forderte indirekt seine Abschaffung, was Michel Friedmann, Ex-Funktionär des Zentralrats, dahingehend umfunktionierte, indem er über den latenten Antisemitismus („20% der in Deutschland Lebenden“) schwadronierte. Zur Bekämpfung…gäbe es noch viel zu tun. Als ob man Antisemitismus bekämpfen könnte. – Also weiter so auf diese Tour?  Damit das überflüssig gewordene W.-Zentrum samt seinen Zuträgern weiterhin daran arbeiten kann, israelkritische Meinungen als antisemitisch umzufärben?

 

Kommentare deaktiviert für Wie man Antisemiten rekrutiert

Filed under Allgemein

BER: Makabre Tagträume über eine baldige Eröffnung

(hp) Aldous Huxley („Brave new world“) folgerte mal aus seiner Behauptung „Das auffälligste Merkmal des technischen Zeitalters ist die Panne!“, Zitat), ein Versagen der mechanischen Technik sei am leichtesten durch den Menschen als Reparateur zu beheben. Dazu passt es doch, was ein Sozialpädagogik-Student in einem Café mitten im Berliner Hartz-IV-Bezirk Kreuzberg beim Caffé latte vor sich hinträumte:

Zweimal 200 Hartz-IV-Bezieher, geschult und ausgestattet mit je einem Handfeuerlöscher, positioniert entlang der Wege innerhalb des unfertigen Flughafens Schönefeld, könnten die nicht funktionierende Brandschutzeinrichtung ersetzen und damit eine vorzeitige Eröffnung des Flugplatzes ermöglichen. Die zahlreichen Berliner Job-Center, Sozialämter und zur Mitarbeit aufrufende Berliner Medien, die sich seit Wochen über den zurzeit toten Flughafen ausrotzen, müssten natürlich mitwirken. Die Arbeitslosenstatistik würde sich verbessern, und – zur Befriedung der Wirtschaft und der FDP – könnte an der Bekleidung der Brandschützer Werbung angebracht werden wie bei den Sportlern. Das wär doch was, meint Latte-Schlürfer Olaf. Rund um die Uhr wäre für Sicherheit gesorgt, die Kantinen wären gefüllt und auf den Lokalseiten der Berliner und Brandenburger Zeitungen könnte wieder Gescheiteres zu lesen sein als bisher.

Kommentare deaktiviert für BER: Makabre Tagträume über eine baldige Eröffnung

Filed under Allgemein

Berlin im Wagner-Jahr: Ouverture mit Donautöchtern in der Bülow

(ar) Berlin. Wundert sich ein Pfarrkind aus Bayreuth, mit einer Straßenkarte an der Schöneberger Windschneise Nollendorfplatz stehend, dass es in Berlin mehrere nach Bülow benannte Straßen gibt. Das stimmt zwar, doch nach Hans von Bülow, dem Richard Wagner (geb. 1813) Hörner aufsetzte, indem er die Ehefrau seines Schülers und Verehrers ausspannte, ist nur ein Fahrweg benamst. Die von der „Nolle“ abgehende Fahrbahn, von hormongefüllten Jungtürken gern als Rennbahn missbraucht, ist nach dem Militär Bülow von Dennewitz, Friedrich-Wilhelm Graf, benannt und hat demnach nichts mit dem Dirigenten Hans v. B. und schon gar nichts mit Wagner zu tun (dessen 200. Geburtstag demnächst auch in Berlin ausführlich gefeiert werden wird).
Was die Bayreuther Pfarrkinder, beide im Rentenalter, nicht wissen. Als bleibenden Eindruck nehmen sie, weil sie sich bis zur Keuzung Frobenstraße vorwagen, in ihre katholische bayerische Heimat etwas ganz anderes mit: die vielen osteuropäischen Huren, die trotz der Kälte in textilarmer Optik an den Rinnsteinen auf Freier lauern. Unter den Prostituierten finden sich etliche minderjährige Rumäninnen, offenbar eingeschleppte Menschenkinder, denen der Aufenthalt gesetzlich erlaubt, die Aufnahme einer unselbständigen Tätigkeit jedoch verboten  ist. Ähnliche Zustände, weiß ein kundiger Chronist aus dem Kiez zu berichten, herrschen auf dem schwulen Strich in der Fugger-/Eisenacher Straße. Dort bieten Zigeuner, die man bekanntlich nicht mehr Zigeuner nennen darf, unterversorgten Rentnern den offenen Hosengürtel zur Benutzung des Gemächtes an. „Berlin war immer schon liberal“, erklärt der Chronist, „das hat seinerzeit schon der Gauleiter Goebbels bekrittelt.“ – Die Bülowstraße hieß übrigens einmal Gürtelstraße. Von einem „offenen“ Gürtel steht nichts in den Annalen.

 

Kommentare deaktiviert für Berlin im Wagner-Jahr: Ouverture mit Donautöchtern in der Bülow

Filed under Feuil­le­ton

Nach Kindesmissbrauch: Rache? Schmerzensgeld? Genugtuung?

(hp) „Wissenschaftlich“ sollte der bekannte Kriminologe Prof. Christian Pfeiffer samt Team den Kindesmissbrauch durch katholisches Personal aufarbeiten. Die Medien haben wieder ihr Fressen. Gut aufgewärmt, dieses Thema, das weder auf Deutschland noch auf die katholische Welt beschränkt ist. Das „wissenschaftliche“ Projekt wurde Herrn Pfeiffer entzogen, weil er sich den Zensurregeln der katholischen Hierarchie nicht beugen wollte. Ich frage mich, was das Ganze soll: Der stockkonservativen katholischen Kirche noch einmal einen Schlag zu versetzen, tut nicht not. Die bisherigen Erkenntnisse reichen doch aus, um aller Welt mitgeteilt zu haben, dass es unter katholischen Pfarrern, Mönchen, Lehrern, Internatsaufsehern usw. makaber gepolte homosexuelle Mitglieder gibt, die verbotener Fleischeslust nicht nur untereinander, sondern auch außerhalb erlaubter Bereiche huldigen. Was, frage ich mich, sollte Pfeiffer liefern ausser Ziffern und Rubriken. Wenn es schon gilt, sexuellen Missbrauch an Kindern und anderen Abhängigen zu geißeln, dann sollte das Thema allgemein bearbeitet werden. Ich möchte es bei zwei Beispielen belassen, die ich selbst erlebt habe: 1.) Bundeswehr – frauenloser Offizier – nächtliche Schlafsaalkontrolle – Anhebung der Zudecken unter Nutzung einer Taschenlampe. – 2.) Sozialistisches/Pfadfinder/etc.- Zeltläger. Wobei sich immer auch die Frage erhebt, welcher Art das Tun war.

Ich bin der Meinung, dass erlittene körperliche und seelische Grausamkeiten weitaus tiefere Narben bei den Gequälten hinterlassen als sexuelle Übergriffe. Und kann mir nicht vorstellen, dass mit Schmerzensgeld eine Art mentaler Besänftigung unter den Opfern erreicht werden kann. Höchstens Rache und aus der Bestrafung von Tätern und Täterinnen erwachsene Genugtuung.

 

 

Kommentare deaktiviert für Nach Kindesmissbrauch: Rache? Schmerzensgeld? Genugtuung?

Filed under Gesellschaft