Monthly Archives: Dezember 2012

Volks(wirtschafts)kanzler Steinbrück?

hamse schon mal seine gestik beachtet und versucht, in seine augen zu schaun?
wenn er mit dem arm ausholt, werden sie sehr klein, die steinbrückschen augen und ein bankier wird erkennbar, ein pragmatisch moderner, anders als sein ahn delbrück, dem es eine mission war, eine bank zu gründen, die aller ehren wert sein sollte.

hamse bei peer schon mal soziales herzblut erkennen können? oder gar sozialdemokratisches? volkswirtschaftler gehören, finde ich, als berater von entscheidern (und entscheiderinnen) in die zweite reihe.

fazit: was wird noch über die schmalen lippen kommen, scharfäugig und an den herzen eventueller wählerinnen und wähler vorbei, bevor der mann selbsteinsichtig und pragmatisch erkennt, dass seine nominierung… Sie wissen schon, verehrte Leserinnen und Leser!  (hp)

Kommentare deaktiviert für Volks(wirtschafts)kanzler Steinbrück?

Filed under Feuil­le­ton

„Stinksauer, bestürzt, empört!“

(hp) All das bin ich nicht. Sondern froh. Endlich kommt mit dem Krimi aus dem Gesundheitsministerium der Saustall rund um die Lobby-Szene ans Licht der Öffentlichkeit. Die Beeinflussung von Politikern, die allesamt keine Engel, aber auch nur in den wenigsten Fällen Fachleute sind, ist ein notwendiges Übel in jeder Demokratie. Aber wie die mentale Korruption

Giftmischer und Pillendreher waren immer schon gierig (aus dem "Narrenschiff'", 1498)

Giftmischer und Pillendreher waren immer schon gierig (aus dem „Narrenschiff'“, 1498)

verläuft, lässt doch einige Fragen und Diagnosen zu, die zurzeit in den Medien ausreichend erörtert werden.

Nachdem sich die amtierende Regierung ratenweise – nicht nur in sozialen Angelegenheiten – als Schutzmantelmadonna vornehmlich für den wohlhabenden Teil der Bevölkerung (zu dem die meisten Apotheker gehören) entlarvt, bleibt wohl nur die vage Hoffnung auf einen radikalen Regierungswechsel anno 2013. Große Koalitionen wie jene, die uns nach der nächsten Wahl voraussichtlich blühen wird, pflegen, auch wenn „Arbeit und Soziales“ sowie „Familie und Frauen“ in sozialdemokratische Hände geraten sollten, nur schreiende Ärgernisse zu mildern, ansonsten jedoch nur allzu große Soziallöcher zu flicken, von rezessionsbedingten Maßnahmen wie Kurzarbeit (in größeren Dimensionen zu erwarten!) gar nicht zu reden…

Kommentare deaktiviert für „Stinksauer, bestürzt, empört!“

Filed under Gesellschaft

Gekauft oder/und verkumpelt: Journalisten und PR-Leute

(hp) Eine der lästigsten Wurmkrankheiten des jüngeren Kapitalismus ist die berufsbezogene Bestechlichkeit von Journalisten, die eingeladen werden: von Firmen, von staatlichen und anderen Organisationen, von „wichtigen“ Zeitgenossen. Zwischenglieder des Journalisten-Bandwurms sind Kontakter, sog. Public Relations Referenten oder Manager, die so tun, als wären sie auch ehrenhafte  Journalisten, also Kollegen, die eben auf der anderen Seite des Schreibtisches arbeiten. PR-Leute sind berufliche Bastarde, eine Mischkulanz aus Werbung und Journalismus. Sie dienen den Interessen ihrer Auftraggeber und weniger der Wahrheit. Wobei klar ist, dass es die Wahrheit nicht gibt. Die historischen Vorläufer der PR-Leute nannten sich Öffentlichkeitsarbeiter.

Weil es früher noch Firmenbosse gab, die sich – unerfahren im Umgang mit Kritikern – zum Beispiel bei Interviews ungeschickt anstellten und sich von geschulten Interviewern als hilflos darstellten und sich zuweilen in den Boden der Blamage stampfen lassen mussten, entstanden, nach amerikanischem Muster, die Coaches für Bosse. Wie einer der erfolgreichsten Trainer, der WDR-Wirtschaftsredakteur Friedhelm P., schon vor Jahrzehnten richtig voraussagte, würde sich mit dieser Dienstleistung eine eigene Branche sehr gut verdienender PR-Trainer entwickeln.

Heute ist es normal, dass es kaum einen Unternehmer-Auftritt gibt, der ohne vorangegangene PR-Expertenschulung stattfindet. „Wir sind unverzichtbar für unsere Kunden“, erklärt ein TV-Trainer, „nicht nur dann, wenn es um heisse Themen geht. Fast alle von uns waren ebenfalls Journalisten; wir wissen, worum’s geht.“ Und die Medien? Sie fühlen sich dank ihres gut geschulten Gegenübers oft genug eingeengt, zur Kumpanei gezwungen, mit dem anschließenden Gefühl, auf irgend eine Weise bestochen worden zu sein. Zum Trost gibt es einige investigativ  arbeitende Schreiber, die auch hinter imagepolierten Fassaden recherchieren und sich nicht verkumpeln lassen.

Kommentare deaktiviert für Gekauft oder/und verkumpelt: Journalisten und PR-Leute

Filed under Allgemein

„Freundschaft mit Israel“: Welches Israel ist gemeint?

(silv)  Dass Deutschland Israel freundschaftlich verbunden sei, weiß man hierzulande. Dass sich Deutschland für die Sicherheit Israels verantwortlich fühle, wird allseits betont. Das ist richtig und auch gut so. Immerhin war es die Ausrottungspolitik des Deutschen Reiches, die nach dem Ende des Weltkrieges die Gründung und Anerkennung eines eigenen

auf dem seit Theodor Herzl topografisch vorgesehenen Gebiet erforderlich machte. Bekanntlich wurden und werden die Israelis von ihren Nachbarn nicht geliebt, insbesondere nicht von den Palästinensern, die von ihren angestammten Lebensräumen vertrieben wurden. Mit jedem gewonnenen Verteidigungskrieg, um es bei diesem Begriff zu belassen, wurde die Fläche Israels größer. Und der Raum für die palästinensische Bevölkerung immer kleiner. Und spätestens seit dem iraelischen Premier Rabin schien es klar, dass zur Befriedung der Region neben Israel ein palästinensischer Staat geschaffen werden müsste. Kurze Zeit gab es so etwas wie ein Fünkchen Hoffnung. Eine sehr kurze Zeit fürwahr. Doch alles hat sich anders entwickelt in den letzten Jahrzehnten. Israel baute den Staat zu einer Festung aus, zog Mauern zwischen den „eigenen“ und den „besetzten“ Gebieten – von anderen Pressionen gegenüber der angestammten arabischen Bevölkerung nicht zu reden. Israel konnte sich stets auf den Schutz durch die USA und Deutschlands verlassen. Die Regierungen dieser „Schutzmächte“ ignorierten die Palästinenser nicht, sondern sorgten durch Geldspritzen für eine Art Beruhigung in der Region. Nach verschiedenen Anschlägen auf israelisches Gebiet tat sich die Regierung in Jerusalem aber immer schwerer mit der von allen anderen Staaten der Welt geforderten Zweistaatenlösung, ohne dies bis zum Ende der Welt nie Ruhe in der Region geben wird. Wie heftig die derzeitige Regierung Israel die Zweistaatenlösung torpediert, erleben wir spätestens seit der aktuellen Regierung in Jerusalem. Niemand, weder Obama noch seine deutsche Kollegin Merkel, vermag bei aller „Freundschaft“ eine Korrektur der Absichten Netanjahus zu bewirken. Bin gespannt, in welch gekühlten Phrasenbrei  das heutige Berliner Gesprächsergebnis der Öffentlichkeit preisgegeben wird.

Kommentare deaktiviert für „Freundschaft mit Israel“: Welches Israel ist gemeint?

Filed under Politik

Entwicklungshilfe für Entwicklungsland gefragt

(hp) Endlich erfährt man von einem Griechenland-Kontrolleur, der nicht nur Amts- und Hotelzimmer betreten hat und sich ansonsten nur hinter blinden Autofenstern durch Athen kutschieren ließ, Genaueres aus dem Landesinnern. Nach einer neuntägigen Reise berichtet der UN-Sonderberichterstatter für die Menschenrechte von Migranten, Francois Crepeau, über schreckliche Zustände, unter denen über 40.000 Flüchtlinge in Griechenland vegetieren müssen. Davon ist bei uns nicht die Rede. Hierzulande werden wir mit stündlichen Meldungen über die heimtückische Kapitalistenförderung durch salamiartige Gaben zur unberechtigten Bankrottverhinderung der korrupten Politik Griechenlands überschüttet, gelegentlich kommt ein Gastwirt vor die Kamera oder ein insolventer Kleinunternehmer. Die unterste Schicht der Bewohner Griechenlands und deren Lebensumstände sind nicht fernsehtauglich. Aus schlechtem Gewissen, weil Flüchtlinge auch hierzulande ziemlich erbärmlich behandelt werden?

P. S. Ich kenne einige griechische Staatsbürger jüngeren Geburtsdatums, die aus ihrer heimischen Unerträglichkeit das Weite suchten und nun in Berlin die deutsche Sprache lernen. Bisher allerdings noch ohne Aussicht auf einen Job. Wie soll das weitergehen, wenn Griechenland nicht UN-amtlich als Entwicklungsland eingestuft und mit kontrollierter Entwicklungshilfe bestückt wird anstatt mit Überbrückungsgeld für Banken und Gläubiger?

Kommentare deaktiviert für Entwicklungshilfe für Entwicklungsland gefragt

Filed under Politik

rbb: Mehr Vokales ins Programm!

(hp) Der Sender nennt sich „Kulturradio vom rbb“ und lässt eine durchaus routinierte Riege von Moderatorinnen und Moderatoren ans Mikrofon. Und schenkt seinen Hörerinnen und Hörern vornehmlich Instrumentalmusik. Selbstverständlich nur häppchenweise. Zumeist sind es jeweils Einzelsätze aus Sinfonien, Konzerten und kammermusikalischen Werken. Gesungenes ist grundsätzlich verpönt. Es gibt verschwindend wenige Ausnahmen, etwa die Sonntagmorgensendung „Bach-Kantate“. So kann es  passieren, dass zwischen sechs und neun Uhr früh nur Orchestrales aus den Lautsprechern kommt, bis u. U. eine neue CD der Woche beworben wird.

Der Mix der Darbietungen gerät meistens, unterbrochen durch mehr oder weniger originelle Moderation, zu reiner Tapetenmusik, die auch für das Klosett des KaDeWe hätte ausgesucht sein können. Nichts Fröhliches, nichts Vokales. Nichts Stimmungsaufhellendes gerade in dieser Jahreszeit. Kein von Sängerknaben vorgetragener frischkehliger Frühlingsstimmenwalzer, sondern der „Winter“ aus Vivaldis Jahreszeiten. Keine Loewe-Ballade, kein Scherzlied von Richard Strauss oder Johannes Brahms, schon gar nichts Heiteres.

Gesungenes komme beim Hörer nicht so gut an, sagte eine rbb-Dame jüngst meinem Kollegen auf dem Winterfeldtmarkt, wo zur Sympathiewerbung für den Kultursender ein treffliches Streicherensemble Kammermusik zum Besten gab. Ich vermag der rbb-Dame  nicht zu folgen, sondern finde: Gesang muß sein. Wie wäre es, wenn nicht nur in der Vorweihnachtszeit täglich kurz vor neun Uhr früh ein bis zwei Lieder (bitte in originalen Sätzen und a-capella!) ins Programm genommen und vor dem Hörerstreit zum Mit- und Nachsingen wiederholt würden?  – Dann könnten nicht nur einsame Witwen und Witwer, d. h. das Hauptpublikum des „Hörerstreits“, Musik genießen, die nicht nur ins Ohr, sondern auch zu Herzen geht. Ihr seid doch nicht herzlos, ihr rbb-ProgrammmacherInnen!?

 

Kommentare deaktiviert für rbb: Mehr Vokales ins Programm!

Filed under Feuil­le­ton

Den Staat Israel unter UNO-Aufsicht stellen?

(sal) Herberts Wiener Onkel war UN-Soldat. Nach einem Einsatz auf Zypern wurde er 1974 zum österreichischen UN-Bataillon AUSBATT versetzt. Auf den syrischen Golanhöhen war er „Beobachter“. Danach heiratete er in Wien eine Handarbeitslehrerin und machte mit ihr zwei treffliche Söhne. Sein Beruf ließ ihm viel Zeit für politische Studien, wie er’s nannte. Wie schon im Nahen Osten war damals die zum Skandal hochgeschaukelte Visite der israelischen Politikerin Golda Meir  bei Kanzler Kreisky in Wien (1973) ein für ihn interessantes Thema: Bis zu ihrem Tod konnte Frau Meir dessen Maßnahme, das ehemalige Schloss Schönau als Auffanglager für aus der UdSSR ausgereiste sowjetische Juden zu schließen, um ein blutiges Massaker zu vermeiden, nicht verstehen. Palästinensische Terroristen hatten ein solches angedroht und Kreisky, Jude wie Meir, zog lieber den Schwanz ein als es zu einem Gemetzel kommen zu lassen. In israelischen Zeitungen begann damals eine lang anhaltende Hetze gegen den Juden Kreisky („Araberfreund“, „Verräter“…).

Herbert zeigte uns endlich die Notizbücher des Onkels. Angesichts des aktuellen Skandals, mit der staatlichen Baugenehmigung von 3.000 Wohnungen auf besetztem Palästinensergebiet (Ost-Jerusalem) prompt auf die Anerkennung Palästinas als UNO-Mitglied im Beobachtungsstatus zu reagieren, fanden wir den Notizbuch-Eintrag vom Dreikönigstag 2009 nachdenkenswert. Damals herrschte weltweit Entsetzen, Empörung, aber auch Verständnis für die „Bestrafungsaktion“, die das israelische Militär gegen Gaza durchführte. Die nüchterne Notiz lautet: „Die UNO hat den Staat Israel 1948 akzeptiert. Es kann  vom Golan bis zum Sinai aber niemals Frieden geben, wenn sie diesen Staat nicht auch unter ihre Aufsicht stellt.“

2 Comments

Filed under Allgemein