Monthly Archives: September 2012

Wer steuert die Maischberger-Show?

(hp) Gern hat man sich an die Moderatorin Maischberger gewöhnt, die – aus unserer Sicht –  in ihrer Gesprächsrunde ehrenhafter agiert als die Dauerlächlerin Will oder die  Illnerin mit ihrer rindfleischschrillen Stimme. Wenn ihr in die Runde mit dem Neuköllner Bezirksbürgermeister eine nichtssagende, thematisch klischeevertrocknete Renan Demirkan angetan wird, die nichts zu sagen hatte – wie auch? – und eine Akteurin einer Primitivsendung ins Rund gesetzt wird, dann ist das die eine Seite der Medaille – schmerzfrei und ignorabel. Nicht ignorabel scheint mir die von der Maischberger provozierte Assoziation der Buschkowsky-Schilderungen mit jenen des Sarrazin. Obwohl die Bücher der beiden Hobby-Autoren in  Tendenz und Konsequenz völlig unterschiedlich sind. Nun ja, das mag Talkshow-Routine gewesen sein. Aber dass die Moderatorin das Füllhorn, aus dem der Praktiker Buschkowsky harte Fakten schüttete, teilweise sogar verstopfte und es unterließ, den zwar schreib-, aber nicht wortgewaltigen stern-Journalisten einzubeziehen und es vermied, das ostdeutsche Hartz-4-Daueropfer zu fragen, weshalb es angesichts seiner vielen Kleinjobs nicht auf seinen H4-Status zu verzichten, bleibt uns unverständlich. Steht die Frage im Raum, ob redaktionelle Anweisungen oder Tipps die gewohnte Souveränität der Frau Maischberger amputierten.

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Welke, nicht primiv und unintellent werden!

(hp) Die leichten bis mittelschweren Abnutzungserscheinungen Deiner „heute show“ sind verzeihlich. In Deinem Team arbeiten sicher einige exzellente Leute, offensichtlich aber auch ein paar unreife Nussknacker, die zwischen Spott, Spöttelei und Beleidigung nicht unterscheiden können oder wollen. Als dem Fußball nicht verfallener Fan Deiner Show habe ich mich über die Lächerlichmachung des alten Herrn Scholl-Latour geärgert. Solltest Du, Welke, in hohem Alter Deine Begabung des Schnellquasselns verlieren und zum schlecht artikulierenden Brabbler werden, wirst Du mich verstehen: Scholl-Latour ist nach wie vor der Einzige, der die Situation in den arabischen Ländern authentisch wiedergibt. Er hat es – im Gegensatz zu anderen alten Politpredigern des journalistischen Gewerbes – wirklich nicht verdient, auf die Schippe genommen zu werden. Sag das Deinen Spaßlieferanten, Welke. Niveau halten, bitte!

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Quoten: Eine muslimische fehlt bislang…

(ugan) Als Mohammedaner gehört unser Ugan Hüsni zwar nicht zum „auserwählten“ Volk, er würde aber ebenso wie die jüdischen Hörer des RBB-Kulturradio samstags (Schabbes o. Sabbat) am Yowm ul-Jumuah, also freitags (am Tag der Zusammenkunft) bedient, das heißt: bespielt werden vom genannten Radiosender. Es muß ja nicht unbedingt quotiert sein, meint Ugan: Das eine oder andere Feature aus unserer Welt, die gerade in der Berliner Bevölkerung größer ist als die jüdische, täte ganz gut – freitags vor dem für Männer verpflichtenden Gebet, oder danach. Da hat der RBB noch einen Nachholbedarf. Bei den Quoten für Jüdisches im Sonnabendprogramm und darüber hinaus ist der Sender ja ausgesprochen vorbildlich.

Von einer gesetzlichen Frauenquote hält unser Ugan wenig. Nicht etwa deshalb, weil er Frauen nicht schätzt. Aber: „Sobald Frauen in höhere Hierarchien aufsteigen, sei es durch Talent und Ehrgeiz oder durch Protektion, entwickeln sie sich genau so wie ihre männlichen Kollegen; und wenn’s um Härte geht, sind sie genau so scharf und brutal wie diese!“ Ugan hat eine Chefin, die er sehr schätzt. Sowas sei jedoch nicht die Regel, meint er. Außerdem sei sie in der Firma in einer Position, in der sie (noch) fraulich, also menschlich sei könne. Ohne Gier nach Karriere.Ugans Freund Mahmut sei von einer Personalchefin, der er nicht sympathisch war, zugunsten eines deutschen Gebäudereinigers gekündigt worden. Obwohl es keine Beschwerden oder gar Abmahnungen gab. Sowas schmerzt und verdirbt die Stimmung…

Also, geschätzte RBB-Prgrammmacher: Freitags etwas „Stoff“ aus der Welt der Türken und Araber. Es gibt ja nicht nur Kopftuchweiber, die nutzlos zu Hause sitzen und sich von Musiccassetten und TV-Vertrottelungsfilmchden ernähren, während sich ihre Männer und Geschwister dem Freitagsgebet widmen!

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V-Mann-Affäre: Angst vor einem zweiten „Röhm-Putsch“ anno 2012?

(hp) Die Liquidierung des schwulen SA-Chefs und Hitler-Gefährten Ernst Röhm Ende Juni 1934 ist allgemein als „Röhm-Putsch“ in die Geschichte eingegangen. Gebildete wissen, dass außer Röhm eine ganze Riege von „Verrätern“ (Nazi-Diktion), Abweichlern, Hitler-Kritikern und Gegnern „beseitigt“ wurden. Weniger Gebildete können bei Wikipedia nachsehen; vielleicht findet sich unter den Namen der Getöteten auch ein entfernter Urgroßonkel. Wenn da am Sonnabend in einer Kneipe am Berliner Gesundbrunnen (Unterbezirk Wedding) die Rede von einem „längst fälligen“ zweiten Röhm-Putsch die Rede war, handelte es sich (möglicherweise) um ein entstehendes Tribunal überzeugter (Neo-)Nazis, die in ihren Kreisen eventuelle V-Männer ausfindig machen und „nach bewährtem Muster“ (Zitat) vorgehen möchten.

Ein sächselnder NPD-Funktionär, dessen Name nicht zu erfahren war, soll Mitbesitzer des kleinen Wirtshauses sein. Er schwärmte für den (noch existierenden) Bunker Humboldthain (prominentester Teil der „Berliner Unterwelten“), der für ein Rache-Tribunal mit anschließender Beseitigung  von Verrätern geradezu ideal sei.

Seit diesem Erlebnis ist es auch für meine Braut verständlich, dass die Anonymität von V-Männern (auch Frauen?) so heftig behütet wird.

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…doch Herr Joachim Gauck schwieg!

(hp) Staatsraison oder Taktik an der Spitze des Staates? – „Der Herr Joachim Gauck ist weder im Krankenhaus, noch auf Auslandsreise“, behauptet nach ihrer Recherche im Bundespräsidialamt am Berliner Schloss Bellevue die Gymnasiastin A. und fragt weiter: „Wäre es nicht Sache eines Bundespräsidenten, der in diesen Dingen schon beruflich kompetent ist, zu mehr Anständigkeit der Medien und der öffentlichen Plappermäuler Stellung zu nehmen?“ – Sie haben es erraten: Es geht um das (noch dazu) von einem koptischen Exil-Ägypter inszenierte „Schmäh-Video“, in dem Mohammed als unmoralischer Trottel verunglimpft wird, was gläubige Moslems auf hierzulande unverstandene Weise beleidigt. Bekanntlich musste nicht nur ein als araberfreundlich qualifizierter Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in Libyen dran glauben, dass diesem Schandfilm ein internationales Medienrummel zuteil wurde – auch hier in Deutschland. Seltsam, dass nicht der Herr Bundespräsident eine mahnende Erklärung pastoraler Art abgab, sondern – neben anderen Stellungnehmern – die Frau Bundeskanzlerin. Ich glaube, nicht nur die Steglitzer Gymnasiastin und ihre Mitschülerinnen stellen sich diese Frage.

 

 

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Patrick Döring (FDP), ungeschminkter M. Romney auf Deutsch

(hp) Ja, das haben sich die Namensgeber von Patrick Döring bei der Namensgebung ihres Söhnchens vorgestellt: Patrick  bedeutet der Edle, der Adlige, der Patrizier, der Stärkste, der Schlaue oder der Große, der von hohem Adel, der Heilige. Nun ist er groß geworden, steht stattlich im Fleische, wohlgenährt und studiert, nicht nur durch sein politisches Mandat, sondern auch – trotz seines keineswegs hochgereiften Alters – durch Aufsichtsratsmandate etc. Das alles wäre unauffällig, wäre Patrick D. nicht auch FDP-General. Und also solcher zeigt er auch öffentlich, welcher Denke er ist. Scharfäugig verbiss er sich gestern, eine kleine Kapitalisten-Clique im Hintergrund, in die Frau Wagenknecht. Anne Will pendelte die Stimmung geschickt aus, wobei ihre Sympathie – wie auch sonst – dem Kapital galt und nicht dem Sozialen.

Die Entpuppung des Herrn Patrick (s.o.) als Lordsiegelbewahrer angemaßter Rechte der Großverdiener und Kapitalisten, also jener, die sich die Politik untertan gemacht haben, wurde übrigens vom Kameramann exzellent gefilmt. Ein Vergnügen für jeden Verhaltensforscher. Verbissener Blick aus klein gepressten Äuglein, knapp vor einer Explosion. Da macht es sich Dörings US-amerikanisches Vorbild leichter: Er verzapft sein unsoziales Gewäsch cooler und unverkniffen. Das hat weniger mit seinem geringeren Lebendgewicht zu tun als mit mangelnder Mission, die dem dicken deutschen „liberalen“ Kampfhahn eigen ist.

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Zu Romney: „Darf man eine Drecksau Drecksau nennen?“

(hp) Wer da glaubt, irgend jemand würde den US-Präsidentschaftskandidaten R. nach dem Bekanntwerden seiner ungeheuerlichen Ego-Rede vom Mai ’12 derart verdreschen, dass an seiner Wiederherstellung 3 Zahnärzte und 2 Kieferchirurgen arbeiten müssten, täuscht sich. Eine derartige Demonstration inhumaner Denkungsart hat man – nicht einmal in der pervertierten US-amerikanischen Politszene – wohl noch nie gehört. Andererseits muß man diesem Mister Romney dankbar sein. Christa, unsere gelegentliche Verlagspraktikantin, aus reichem Hamburg-Elbchausseer Haus stammend, erkundigt sich bei ihrem Rechtsanwalts-Papa, ob sie eine Bestrafung befürchten müsse, wenn sie Romney öffentlich eine „Drecksau“ nenne. Christas Papa rät ab, sondern dreht den Spieß um: Eigentlich sollte man Mr. Romney dankbar sein. Er habe doch nur wissen lassen, wie seinesgleichen denkt. Die Welt ist nämlich so, wie sie ist. Außerdem sollte man nützliche und grundsätzlich schmackhafte und vor der Abschlachtung gesäuberte Stalltiere durch einen derartigen Vergleich nicht beleidigen.

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Wie erfreulich: Alkohol-Limit-Kampagne vermeldet Teilerfolg

(hp) Nicht mehr 20 Prozent, sondern lediglich 15 komma-irgendwas Prozent männlicher Kinder besaufen sich einmal pro Monat und ignorieren das von der BZgA(Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung) vorgegebene „Limit“. Das ist ja wieder mal eine Meldung wert. Immerhin musste dieser Zwischenerfolg der seit gut drei Jahren laufenden Kampagne „Kenn dein Limit“, selbstverständlich studienbegleitet, gefeiert werden („Tagesschau“ und ZDF). Das erinnert mich an den österreichischen Kabarettisten Qualtinger, der in einer Sendung in den 1960er Jahren von einem ähnlichen, wenn auch nicht akademisch erfassten Teilerfolg sprach, wobei er – auf die beginnende Studienlust der Universitäten anspielend – folgenden Zwischenerfolg verkündete:
„25 Prozent der österreichischen Ehemänner dreschen ihre Weiber nur mehr dienstags, nur 44 Prozent von ihnen hauen ihren Weibern auch noch zu Silvester und Dreikönig eine in die Goschn. Das hab ich vom Soziologischen Institut. Fazit: Mir san auf an guatn Weg.“
P.S. Ob Frau Elisabeth Pott, Chefin der BZgA und Präsentatorin der Alkohol-Studie, mitgekriegt hat, dass es in Supermärkten, die Alkoholika nach wie vor ungehemmt an Jugendliche verkaufen, in Reichweite der Kasse ein Produkt gibt, das „den Kater vermeidet, ehe er kommt“ (Werbespruch) und dass dieses preiswerte Produkt von Jugendlichen parallel zu Wodka u.a. gekauft wird? Sollte da vielleicht eine neue Studie (von unserem Steuergeld) inszeniert werden, um einen weiteren Zwischenerfolg vermelden zu können?
P.P.S.
Wie wär’s mit der Ausweitung der Aktion in die (Schul-)Praxis? Wie schauen die Reaktionen der Kultusministerkonferenzteilnehmer auf die engagierten Appelle der Frau Pott und ihrer BZgA aus? Davon hab ich bisher nichts gehört. Nette Jugendliche, die (wo bzw. wo nicht?) in städtischen Fußgängerzonen alkoholgefährdete Kinder und Halbstarke zu missionieren versuchen, sind etwas wenig. Meinen Sie nicht auch, Herr Minister Bahr?

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Jobcenter: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!“

(hp) Kabaretts, Bars und Puffs sind überwiegend abends bzw. nachts belebt. Anders das Jobcenter. Da türmt sich’s an manchen Tagen eher tagsüber. Mit einem Lyrikbändchen „Erich Kästner“ setze ich mich, auf einen Freund wartend, in einen in Warteraum eines solchen Etablissements mitten in Berlin und blättere in meinem Taschenbuch. Auf den freien Platz links neben mir setzt sich wortlos ein jüngerer Mensch, dem ich still für mich als -ähh! (Zigeuner darf man ja nicht mehr sagen!) – Roma einschätze. Der Mann erscheint etwas nervös und unsicher zugleich. Ich schau ihn kurz an. Er lächelt etwas verzwickt und drückt mir, nach wie vor wortlos, einige Blatt Papier in die Hand. „Habe ich bekommen“, sagt er dann, „soll ich Bewerbung machen.“ Ich denk mir nichts dabei und lese in den Job-Vorschlägen vom Amt. Na, was wird’s sein? Gebäudereinigung oder dergleichen. Man kann sich täuschen: „Hotelboy / 5-Sterne-Hotel“ lese ich und zur Minderung meines Erstaunens beginne ich eine kurze Konversation mit dem Rumänen, als der er sich ausweist, der deutschen Sprache so mächtig, wie man es ohne jegliche Schulbildung – „Nix Schule!“ – nach drei Monaten Deutschland haben kann.
Abgesehen davon, dass sich der vom lieben Gott nicht gerade mit Attraktivität beschenkte Mann in den Ärmel schneuzt, trägt er, als wären sie aus der Mülltonne, zerlemperte Turnschuhe, von denen zunehmend ein übler Gestank in meine Nase dringt. Feige vermeide ich es, den Rumänen dorthin zu schicken, wo er mit der offenen Stelle als 5-Stern-Hotelboy abgefertigt wurde, und geh mit meinem Kästner von dannen. War gerade an der Stelle, wo es heißt: „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.“
Ich werde mich hüten, ob eines derart sensiblen Dienstes am Kunden zornig, noch einmal ein Jobcenter zu betreten.

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Alexis Sorbas pfeift auf Brüssel

(hp) Hat es jemand anders erwartet? – Die Kontrolleure („Troika“) stellen gewaltige Mängel fest und geben es vorzeitig bekannt, dass Griechenland eben nicht so funktioniert, wie sich das der deutsche Michel vorstellt. Von einem Fortschritt bei Reformvorhaben kann keine Rede sein. Keine Rede war auch eine lange Zeit in den Erklärungen der Politik. Als wäre der Staatsbürger ein minderjähriges Kind, hieß es immer wieder – auch von der  Kanzlerin: Man müsse die Berichte der Troika  abwarten, bevor man sich erkläre. Als wären die Vertreter von Weltbank, EU & Co. in einer Art Konklave während ihrer Kontrollbesuche in griechischen Ämtern und Behörden.

Mittlerweile ist die Troika wohl überflüssig geworden. Denn die Europäische Zentralbank hat ihre Euter und Zapfhähne freigegeben. Was meine Athener Freundin schon vor 3 Jahren sagte, ist nach wie vor Realität: „Alexis Sorbas pfeift auf Brüssel und Berlin-“ – Für die Zusage, innerhalb eines Quartals eine vergleichsweise unproblematische Operation in einem öffentlichen Krankenhaus zu erleben, hatte sie – prophylaktisch – im neutralen Briefkuvert 250 Euro Trinkgeld unter dem Tisch an den Arzt weiterzureichen. Na dann is ja alles beim Alten!

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