Monthly Archives: Juli 2012

Österreich: Es gibt durchaus Lichtblicke

(hp) Westdeutsche Stammtische, ob im hessischen Wirtshaus oder in meiner Berliner Kunststudentenmensa, haben in den letzten paar Jahren in Sachen political correctness dazugelernt. Wohltuend, dass Witze über Ossis out sind. Die Ösis füllen nun die Lücke der berechtigten und der unberechtigten Vorurteilskundgebungen. Die Klassifizierungen haben sich seit der präpotenten Regierung Schüssel & Haider zwar verschärft, aber der unfeine Ruch einer gewissen Operettenhaftigkeit der Politik im Alpenland erlebt Wandlungen in Richtung Seriosität. Das tut dem Auslandsösterreicher richtig gut. Und wenn es wie zurzeit kräftige Fakten in kleinen Artikeln deutscher Zeitungen gibt, die abseits der „Bunt gemischt“-Kolumnen stehen, tut es richtig wohl. Zwei aktuelle Beispiele:

Dass der frühere Generalsekretär des Österreichischen Olymp. Komitees, Heinz Jungwirth, wegen seiner Millionen-Betrügereien zu fünf Jahren Häfn (Haft, unbedingt) verknackt wurde, tut wohl. Die Rotzfrechigkeit wurde geahndet. Es gab – im Gegensatz zu bundesdeutscher Praxis – kein Gemauschel zwischen Staatsanwaltschaft, Verteidiger und Gericht mit dem Ergebnis, dass sich ein Millionenbetrüger freikaufen kann. Chapeau nach Wien!

In Salzburg wurden sämtliche Angeklagte, die in eine Testamentfälschungsserie verwickelt waren, schuldig gesprochen. Im  Gericht Dornbirn (Vorarlberg) hatten sich Amtspersonen dank manipulierter Nachlassverfahren persönlich bereichert. Chapeau ins Hauptgerichtsgebäude der Festspielstadt!

Auch wenn die übrig gebliebenen Eiterbeulen und Pickel aus der Kärntner Ära des „Volkstribuns“ Jörg Haider chirurgisch nicht zu beseitigen sind, werden die vorhandenen Misthäufen der Reihe nach gelüftet. Wer zur Erweiterung seines Horizonts auf 3sat die ZIB2 („Zeit im Bild“, Nachrichtensendung des ORF) konsumiert, mag ebenfalls sein Chapau bereithalten. Während der knappen halben Abendstunde erlebt der bundesdeutsche Zuschauer, wie österreichische Moderatoren mit Politikern umgehen: nüchtern, scharf und immer ohne Samthandschuhe – wiederum im Gegensatz zu den „Tagesschau“ und „heute journal“-Moderatoren, die weitaus stärker dem amerikanisch angenäherten Infotainment verpflichtet erscheinen.

Bis zur nächsten Austria-Blamage (Opernball mit „Mörtel“ samt bezahltem Busensternchen) möge es im südlichen Alpenland so seriös weitergehen wie oben geschildert. Dann werden vielleicht auch die Ösi-Witze von den Stammtischen verschwinden.

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„Wagner-Festspielstätte ist in ein Antisemitismus-Museum umzufunktionieren!“

(rz) Dass die Sarrazin-These von der Abschaffung der Deutschen in Deutschland zumindest unter Bezugnahme auf den statstisch erfassten Bevölkerungszuwachs gegenüber dem Vorjahr (91.000 Ausländer) zumindest vorübergehend falsch ist, war eine der heutigen Hauptmeldungen im staatlichen Fernsehen. Dass es eines Verfassungsgerichtsspruches bedurfte, um das schludrig oder gar bösartig konstruierte Wahlgesetz als verfassungswidrig, also ungültig zu verdammen, war den Nachrichtenredaktionen wenigstens mehrere Sätze wert – wenn auch ohne Kommentar eines Koalitionsmitglieds. Wahrscheinlich ließen sich Leute wie Dr. Merkel und Dr. Westerwelle vor Ihrem „Holländer“ in Bayreuth nur ungern stören. Danach zur Ablenkung des Fernsehvolkes bunte Sommertagsbilder mit halbnackten Mitmenschen und die obligate London-Szenerie. Von einem Fußballfunktionäre namens Butt und einer sportiven Fahnenträgerin war auch die Rede. Richtig froh musste man als nicht Verblödungswilliger sein, dass es auch Sender wie 3sat gibt.

In der Sendezeit zwischen „heute“ und „Tagesschau“ befasste sich dieser ehrenhafte Sender mit unehrenhaften bis blamablen Details der jüngeren Bayreuther Festspielgeschichte. Die Ablösung des „Holländers“ Nikitin durch einen koreanischen Sänger, eine Kurzzeitentscheidung der Wagner-Schwestern, wurde nur kurz angerisssen, weil sie bereits gestern europaweit kolportiert wurde. Anschließend quälte sich Regisseur Neuenfels, dessen „Lohengrin“-Inszenierung Wagnerianer in bester Erinnerung haben, zu einer saftigen Stellungnahme in dieser Angelegenheit. Das war Pflicht für die Macher der 3sat-Sendung. Es folgte dankenswerterweise die Kür: Der frühere Botschafter des Staates Israel, Avi Primor, den man als klugen, unkonventionellen Mann kennt, der auch gegenüber seiner eigenen Regierung nicht zimperlich aufzutreten pflegt und von Diplomatengeschwätz nichts hält, erzählte frank und frei von seinem misslungenen Versuch, mit der Festspielleitung im Zusammenhang mit der von den Wagner-Schwestern angekündigten Aufarbeitung der antisemitischen Geschichte der Wagners ins Gespräch zu kommen. Er sei quasi ausgeladen worden, sagte Primor mit bitterem Unterton. Dabei hätte, nicht nur meiner Meinung nach, ein Dialog dem Image der Wagner-Erbinnen höchst nützlich sein können. Immerhin war Wagners Bayreuth eine der schillerndsten Brutstätten des Antisemitismus im eutschen Reich, nicht nur seit der grenzenlosen Umschwärmung Hitlers durch Winifred samt Familie. Ich bin sehr gespannt auf die Produkte der „Aufarbeitung“ und denke, ebenso wie meine nichtjüdische Freundin Waltraud – auch aus vielen anderen Gründen – an die ein Projekt „Umwandlung der Bayreuther Gebäude in ein internationales Antisemitismus-Museum samt Dokumentation“. Die Meistersinger, der Holländer, Parsifal und der Ring klingen auch anderswo prächtig und vornehmlich lautstark.

 

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ad Vizekanzler Rösler: Wir brauchen mehr von der Sorte!

(hp) Da haben wir endlich  einen schnuckelig aussehenden Vizekanzler, an dessen piepsige Schnellreden wir uns gewöhnen mussten, und schon wieder fallen die unterspickten, sportiv ausschauenden Kollegen über ihn her und drängen ihn im nichts sagenden Chor des gemischten Kabinetts anklagend in die Ecke. Trittin trat etwas stärker zu. Und die heuchlerische Journaille hat wieder einen wenn auch kurzlebigen Sommerskandal. Dies alles vor den Londoner Kommerzspielen, hinter denen sich Kleinpolitiker unbeobachterweise wieder so manches Stückchen leisten werden. Und warum die Kritik an Rösler? Er sagte doch nur das, was alle wissen: die Politiker, die Journalisten, sofern sie bei der Vergabe der Intelligenz und  Ehrlichkeit nicht ganz weit hinten in der Reihe standen, und weiteres heuchlerisches Personal aller Windrichtungen.

Vorzeige-Experten wie der Herr Sinn (IFO-Institut) oder der Herr Bofinger, auf seine Weise auch der Ex-Bundesbanker Sarrazin, haben ihre Diagnosen – Beispiel Griechenland nebst Nachbarstaaten – schon seit langem aufgetischt. Aber offensichtlich lassen sich die Nicht-Bankiers Merkel, Schäuble u. a. in ihrer Europa-Mission dank ihrer eigenen Finanzberater nicht davon abbringen, ihrer bisherigen Linie treu zu bleiben: Europa muss zusammen bleiben, auch wenn gar nichts dafür spricht, eine vereinigte Großnation zu erhoffen. Die USA als Großnation entstanden nach Vertreibung der Ureinwohner aus Europa-Flüchtlingen und Emigranten, die alle dasselbe wollten: Freiheit, Unabhängigkeit, Frieden und Erfolg. Nach blutigen Auseinandersetzungen bildeten sie ihre Großmacht.

So etwas kann in Europa nicht passieren:  Alexis Sorbas aus Saloniki möchte der bleiben, der er ist, und Jimmy aus London, der sogar den Joe aus Edinburgh nicht leiden kann, hat ebenso wenig Lust, sich nicht von einem Landsmann regieren zu lassen. Ich schätze, dass sich ein Pariser Bankier nur ungern von einem litauischen Kollegen beaufsichtigen lassen will. Deutschland kann sich bekanntlich, nachdem das Deutsche Reich 1940 schon ein Mal eine Zwangsvereinigung Europas zuwege brachte – England war damals ebenso out of interest  wie heute -, einen Zweitversuch nicht leisten. Also bleibt es dabei, dass das Weiterwursteln der Spitzenpolitiker der europäischen Staaten anhalten wird nach dem Motto „Hinter uns die Sintflut!“.

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Bayreuth: Heuchlerei und andere Feigenblättchen

(hp) Der grandiose Bariton Nikitin, Multitalent mit Punk-Vergangenheit und entsprechenden Tattoos, darunter das unter russischen Halbstarken übliche Hakenkreuz, hat seine „Holländer„-Rolle verloren. Denn die Festspielleitung will sich von der Geschichte – Sie wissen, welche Ära ich meine! – distanzieren. Anstatt dem Sänger eine saisonale Maskenbildnerin angedeihen zu lassen, die die rechte Brust während der Dauer seines Auftritts „keimfrei“ übermalt, gab’s mit der erwünschten Absage des Russen einen kleine Skandal als Vorab-Ouverture dieser Festspielzeit.

Ich bin sehr gespannt, ob das Festival künftig auch von Schwulen – ich denke da nicht nur an den Herrn Aussenminister der Bundesrepublik Deutschland! – „verlassen“ bzw. gemieden wird in Anbetracht der historischen correctness der Bayreuther Chefinnen. War doch die Urmutter des Festivals, Richard Wagners zweite Frau Cosima (Liszt-Tochter) erstens Ehebrecherin, die ihren Gatten (Dirigent Bülow) zugunsten des rothaarigen, kleinwüchsigen, vom lieben Gott nicht mit Schönheit gestraften, aber begnadeten Richard W. verließ, was seinerzeit in den katholischen Kreisen als Skandal gewertet wurde, wie ihr Gatte nicht nur mainstreamig antisemitisch bis zum Gehtnichtmehr, sondern auch eine herrische Schwulenmama und -feindin zugleich. Denn ihr und Richards Sohn, Siegfried Helferich Wagner, der – siehe Gerichtsakten – nachweislich in (damals verbotenen) Homosexuellen-Zirkeln  verkehrte und mehrmals in Schwierigkeiten steckte, wurde von der Cosima umgehend zwangsverheiratet mit einer aufgeschlossenen englischen Pflegetochter, bekannt als späterer Hitler-Fan Winifred.

Cosima sorgte sich akribisch darum, dass in ihrer Villa kein Schwuler einen Fuß unter ihren Tisch setzte, egal, ob jemand prominent war wie Friedrich Nietzsche oder unauffälliger als dieser Wagnermusik-Verehrer, der unter Cosimas intrigantisch inszeniertem Hausverbot elendiglich litt. Dabei hatte Nietzsche zu keiner Zeit seiner Beziehung zu Richard Hand an dessen Hosenschlitz gelegt. So meine Fußnote zur Geschichte des Bayreuther Hügels, auf den dieser Tage außer Bundeskanzlerin Dr. Merkel samt Personenschützern eine Schar festiv gekleideter Menschen pilgern werden. Israelische „Pilger“ werden wohl nicht darunter sein. Lasst uns also nur die Schwulen zählen, die sich trotz der oben geschilderten Bayreuther Familienhistorie vom grandiosesten Getöse der Weltmusik und von hakenkreuzfreien SängerInnen berauschen lassen werden…

P.S. Näheres zu dieser causa findet der tolerante Leser und seine neugierige Gattin/Frau auch im Buch „Es liegt noch Gold  im Halensee“ – siehe diese website. Falls Sie homophob wie Cosima sein sollten, lesen Sie nur von Seite 150 bis 170. Dieser Teil ist ziemlich „keimfrei“.

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Kennen Sie Mappuschenko?

(hp) Sie kennen den Begriff „zweierlei Maß“? – Mein junger Kaffeehaus-Nachbar, ein Student der Berliner Hochschule der Künste und demnächst Meisterschüler, kennt ihn auch. Mag sein, dass ihm das Mappus-Foto in der deutigen taz derart verschönerungswürdig erschien, dass er den Kopf des ehemaligen Ministerpräsidenten durch eine Gretelfrisur à la Timoschenko veredelte. Bevor er abhaute, der Student nämlich, fragt er mich noch rhetorisch, ob die Charité auch für Herrn Mappus einen Facharzt losschicken werde. Auf meinen Hinweis, dass Herr Mappus (noch) nicht in einer (eventuell) verwanzten württembergischen Gefängniszelle nacktbäuchig um Hilfe flehe wie die ukrainische Ex-Politikerin, die – soweit bekannt – ebenfalls Geschäfte zum Schaden ihres Landes gemacht habe, der schnippische Kommentar: “ Der Mappus ist kein Kamerafutter, egal, ob nacktbäuchig oder im Nadelstreif!“

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Sex-Sucht: Justizminister bat um mehr Pharma-Forschung

(hp) Der Mesner aus Bayern, der sich mehrfach an jungen Ministranten vergriff und nun 4 Jahre weggesperrt wird, ist sicher  kein pädophiler Einzelfall. Auch jene Männer, die – altersunabhängig – (straflos) sexsüchtig sind und dank Viagra & Co. mit Langzeit-Aktivitäten bis ins Greisenalter rechnen, obwohl viele von ihnen unter ihrer Sucht leiden (Beweis: Selbsthilfegruppen), hoffen auf eine Lösung ihrer Probleme. Da könnte einiges geschehen. Es muß ja nicht eine Neuauflage der Bayerischen Staatsregierung sein, die von dem Jahr 1900 veranlasste, dass Kampfeinheiten ihrer Armee vor einem Einsatz Kokain in den Pfefferminztee geschüttet wurde und in Friedenszeiten Brom. Damit’s fromm bleibt unter den Wolldecken der Truppe.

7 Jahrzehnte später erlebten die Berliner Hormonforscher bei Schering eine Überraschung, als die Hauspost geleert war:

Justizminister Dr. Vogel persönlich an den Schering-Vorstand...

Justizminister Dr. Vogel schrieb im Mai 1975 persönlich an den Schering-Vorstand…

In diesem Brief aus Bonn bat der Minister, ein Forschungsprojekt, das die Schering AG eigentlich einstellen wollte, nicht beenden zu wollen. Es ging um ein Gestagen, das ursprünglich als Antibabypille der zweiten Generation geplant, allerdings wegen unerwünschter Nebenwirkungen (bei der Frau) als nicht verantwortbar zu den Akten gelegt worden war. Der Wirkstoff (CPA) hatte allerdings bei Männern, die unter krankhaft gesteigertem Sexualtrieb litten, eine auffallend starke triebdämpfende Wirkung. Dies erwies sich bei den ausschließlich freiwilligen Versuchspersonen aus deutschen Männerhaftanstalten,  die an einer Vorstudie teilnahmen und für die Wirkung dankbar waren. Anläßlich einer Konferenz der Länderjustizminister erfuhr auch Bundesminister davon, der daraufhin den Schering-Vorstand offiziell um die Weiterführung der Forschung am Wirkstoff CPA ersuchte. Man war 1975 aus vielerlei Gründen skeptisch in der Geschäftsleitung und ließ die Beforschung nur auf kleiner Flamme weiter laufen. Als Ergebnis blieb die wissenschaftliche Erkenntnis, dass der Wirkstoff  in geringer Dosis gegen den Hirsutismus bei Frauen, worunter man krankhafte Vermännlichungserscheinungen wie z.B. übermäßigen Haarwuchs versteht, nützlich sei. Beim Mann hilft CPA gegen hormonal bedingte Erkrankungen der Prostata (Androcur). Als Therapeutikum für Triebtäter kam es nicht zur Zulassung.  Damit war der damalige Justizminister Vogel  sicher nicht zufrieden. Aber zu einem staatlichen Forschungsprojekt, das Knowhow der Scheringschen Hormonforschung für die Entwicklung eines anderen hormonalen Wirkstoffs nutzend, kam es meines Wissens nicht. Was aber nicht heißt, dass man heute, 25 Jahre nach der unerfüllten Hoffnung von ehedem, nicht ein ähnlich gelagertes Projekt in Angriff nehmen könmnte. Immerhin gibt es heute völlig neue Methoden, die Gentechnik und weitere Chancen, um mit einem innovativen Arzneimittel „Sexualdeviationen“ (Vogel s.o.) erfolgreich zu behandeln. Bis dahin wird es weiterhin Fußfesseln, Verzweiflungssuizide Betroffener und regionale Bürgerinitiativen geben. Siehe dazu den vorigen BLOG („Kastration“) auf dieser Website.

 

 

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Pädofile Rückfaller sterilisieren oder kastrieren?

(hp) Wie schwer sich die christilich-jüdische Gesellschaft in diesem Lande tut! Langsam wird’s unterträglich, wie bigott anno 2012 mit dem Thema Unterleib, Trieb und Sex umgegangen wird. Erst das Beschneidungsthema lockert die Maulklemme unter den „Entscheidern“, die sich nicht entscheiden können,

…wie man 1.) mit diesem Thema,

…wie man 2.) mit dem Thema Zwangstaufe,

…wie man 3.) mit dem Thema Rückfalltäter pädofiler Art umgehen sollte.

ad 1: Schon als Kind, dem die älteste bekannte Kriminalserie (genannt „Altes Testament“) höchst verdächtig erschien und tausendmal brutaler als sämtliche Grimm-Märchen-Darstellungen, war ich entsetzt darüber, wie ein Vater seinen geliebten Sohn abstechen wollte, nur weil es ein prüfender Gott so wollte. Heute werden solche „Opfer“ von liebenden Vätern gottlob (welchen Gott lob‘ ich hier eigentlich?) nicht mehr verlangt. Heute schneidet man nur mehr ein Stückchen Vorhaut weg – in einem Alter, das dem zu Beschneidenden keine Gegenwehr möglich macht. Um dem Vorwurf „Volksverhetzung“ zu entgehen, will ich mich nicht weiter über dieses Thema auslassen. Es wird anderweitig genügend kommentiert.

ad 2: Als zwangsgetaufter Katholik, der ohne sein Zutun auf Wunsch der Eltern, als Baby zum Gotteskind geadelt wurde, konnte ich zumindest die körperliche Unversehrtheit bewahren. Gleichwohl gestehe ich meinen seinerzeitigen Neid auf beschnittene (Gleichaltrige), die angeblich wegen der die freiluftigen Eichel angeblich länger, also ausdauernder, ficken konnten. Mittlerweile weiß ich, dass das nur eine Hypothese war und ist.

ad 3: Weil es einem wegen praktizierter Pädofilie langzeitig inhaftierten Mann nach seiner Freilassung gelang, die Fußfessel-Kontrolle zu verhindern, brach jüngst eine Debatte darüber aus, was das Sicherste sei, um so etwas künftig zu verhindern. Von lebenslanger Zwangsverwahrung des Delinquenten bis zu Maßnahmen, die mich an ein Gerät namens  Guillotine erinnern, war die Rede. Über Totalsterilisierung  oder Kastration hab ich nichts gelesen. Seltsam: In Menschenrechts-Musterstaaten wie Norwegen oder Dänemark war die Zwangssterilisierung noch bis in die 1970er Jahre ein Gesetz für den Fall des Falles. Ich kannte Leute, allesamt männlich, die sich – freiwillig – ihres übermäßigen bzw. krankhaften Sexual- und Aggressionstriebes durch solcherlei standard-medizinische Eingriffe von ihrer Last befreiten und für die Gesellschaft nicht mehr gefährlich waren. Über elegantere Maßnahmen zur Eindämmung der Sexsucht lies freundlicherweise im nächsten Blog, der den Titel „Justizminister Vogel: Forscht bitte weiter!“ tragen wird.

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Schämen könnt‘ ma‘ sich für die Ösis!

(hp) „Ja glauben die denn alle, wir sind komplett verblödet???“ fragt ein austrianischer Blogger die Redaktion des Wiener „Standard„, der bislang (noch) berechtigterweise als einziges ehrenhaft kritisches Tagesblatt erscheint. Die ZIB 2 des ORF, die man auf 3sat glücklicherweise auch in Deutschland anschauen kann, wird leider immer wieder amputiert, sodass man nicht alles mitkriegt, was einen interessiert oder amüsiert. Jüngst war wieder Hochsaison im österreichischen Polit-Stadl. Allein der Begriff Korruptionsausschuss (Manegen-Star Nr. 1: Ex-Finanzminister Grasser, Jörg Haiders ehemals frühes Karrierekind, ein optisch schöner Mensch mit Kärntner Dialektfärbung, der vor seinem Ausscheiden beim Cello-Kanzler Schüssel in dessen Koalitionskabinett wirkte) sagt einiges aus. Daneben gibt es die Alpe-Adria-Bankenskandal-Kommission – die Kärntner Schwester des bayerischen Untersuchungsausschusses – und manchen anderen Misthaufen, in dem Ermittler Stecknadeln suchen und zu kombinieren versuchen.

Als Auslandsösterreicher muß man sich schämen, andererseits freuen, wie mein alter Potsdamer Freund Ferdl meint: „Wenigstens habt’s einen grünen Pilz im Parlament, der seit Jahren rechtzeitig aufheult, falls es unter seinen Politikerkollegen stinkt.“ – Früher, als Journalisten wie Lingens, Worm & Co. gehaltvollen Journalismus erleben ließen, war’s für den Leser aus großer Entfernung wunderbar ertragreich, sich über Vorgänge östlich von Passau zu ärgern bzw. zu wundern – je nachdem, wie hoch der Operettenqauotient war. Heute fehlt das „profil“ sogar im Berliner KaDeWe, „News“ war auch nur kurzfristig erhältlich und der „Falter“ schwirrte nie durch die Etagen des Edelkaufhauses, auf das Berlin so stolz ist. Glücklicherweise gibt es das Internet, das sich auch der Rentner leisten kann.

Richtiggehend geil mutet die aktuellste Meldung der ZiB 2an: Zum Prachtfoto eines völlig menschenleeren Sitzungssaals im Wiener Parlamentsgebäude hieß es, der Korruptions-Ausschuss mache Ferien. Hoffentlich Auslandsferien, damit kärntnen-intern nicht weitere Schandtaten  eingefädelt werden können. Schon Altkanzler Kreisky mied Kärnten zugunsten von Mallorca als Urlaubsland.

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Ist das „Posener Becken“ ein Relikt aus der Nazizeit?

(hp) Um nicht missverstanden zu werden: Lemberg (Lwów), die siebtgrößte und interessanteste Stadt der heutigen Ukraine, früher Hauptort von Galizien, durfte man während der Fußball-EM Lemberg nennen. Bei Posen (Poznan) , heute Polen, ist das offensichtlich nicht so. Das erfuhr ich, als ich heutige Metereologen der FU Berlin nach der Bedeutung des „Posener Beckens“ fragte. Keiner der drei Gefragten konnte Auskunft geben. Mein Kärntner Geografie- und Sportprofessor B. nervte uns mit Themen wie „norddeutsche Tiefebene“, „Endmoränenlandschaft“ u.a.m. Aber das „Posener Becken“, angeblich eine elliptische Klimazone – begrenzt von Magdeburg und Westen und Posen (Poznan) im Osten, mittendrin Berlin – war das Wichtigste für Prof. B.

Er studierte nie bei Alfred Wegener, sondern nur in Graz und Wien. Im Krieg diente er jedoch in Norddeutschland, von wo er auch seine spätere Gattin an den Wörthersee importierte. Aber das nur am Rande. B.s These ad Posener Becken lautete: Am Rand des oben vorgezeichneten Raumes verlören sowohl Westwinde, die von der Nordsee bis zu den Vogesen Richtung Osten strömen, wie auch Winde aus dem Norden (Ostsee) und Osten (Sibirien & Co.) ihre Kräfte. Das Ergebnis: Das jeweils bestehende „Berliner“ Klima verändert sich nur mühsam oder gar nicht. Während westlich bzw. östlich des „Posener Beckens“ ein völlig anderes Wetter herrschen kann, bleibt’s stabil in Berlin. Der legendäre „schöne Mai“ und der oftmals wunderbare Oktober seien die besten Beweise seiner Theorie, sagte Prof. B., bevor er uns mit Nebenflüssen der Havel und der Elbe nervte. Nun frage ich aus Altersneugiert: Gab es den Begriff „Posener Becken“ wirklich – vielleicht nur bis 1945? Leser dieses Blogs, die helfen können, sind herzlich willkommen!

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Gegen Kindesmissbrauch: Gratis-Tipp für Ackermann

(hp) „Sie saßen und tranken am Teetisch und sprachen von Missbrauch viel; die Bischöfe waren ästhetisch und fanden der Lösungen viel“ (frei nach Heinrich Heine). Vier Tage lang beschäftigten sich 220 hochrangige Vertreter der katholischen Weltkirche in der Päpstlichen Gregoriana zu Rom mit dem Thema „Missbrauch in kirchlichen Einrichtungen“. Kluge Worte fielen, auch Eingeständnisse in jenen Fällen, da des Kindermissbrauchs überführte Geistliche nicht aus der Kirche rausgeworfen, sondern an andere Einsatzorte einfach versetzt wurden. In Rom referierten auch Psychologen und andere Experten. In einem Gespräch mit Radio Vatikan äußerte sich der in der Kirche Deutschlands als neuer Missbrauchsbeauftragter tätige Bischof Ackermann (Trier) mit der Ankündigung, man werde „immer wieder das Controlling“ brauchen, um Missbrauch künftig möglichst lückenlos zu verhindern. Von einem biologischen Rezept gegen ausgelebte Pädofilie in der Kirche war in Rom nicht die Rede. In meiner grenzenlosen Güte darf ich es hiermit anbieten, nicht ohne in einem Satz den historischen Ursprung des „Rezeptes“ zu verraten, das ausnahmsweise nicht von der vielstrapazierten Hildegard von Bingen stammt:

Als im Spätmittelalter aus Klöstern in und rund um Mainz – also nahe dem heutigem Antssitz von Bischof Ackermann – die Nachricht von pädofilen Kloster-Orgien an das Ohr des Mainzer Bischofs drang, veranlasste dieser per Dekret (in Ermangelung geeigneter Diplom-Psychotherapeuten), dass zum Abendessen pro Klosterbruder „zwei Liter süffigen Weines“ zugeteilt werden müssen, wobei das Aussaufen der Weinkrüge bis zum letzten Tropfen  vom ältesten der Klosterbrüder „controllieret“ werden musste. Nach dem Weingenuss durften verdauungssensible Patres „hinter dem Klostergarten scheissen“, wenn dies nötig war. Anschließend war das „Aufsuchen“ der Zelle Pflicht. – Fortan sollen Kloster-Orgien nur mehr sehr selten stattgefunden haben.

Herr Bischof, das wäre doch eine Maßnahme, die in Ihrer berühmten Weingegend  erfolgreich sein dürfte…

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