Monthly Archives: Mai 2012

Joachim Gauck wurde heute gelobt!

(hp) Auch der Zentralrat der Juden habe Gauck „gelobt“, hieß es heute in „heute“. Der gelobte Bundespräsident, der nach bewährtem Muster – Staatsvisite in Israel, Jad Vashem, Präsident und Regierungschef – einen Pflichtbesuch absolvierte, sein „Herzensanliegen“ formulierte, schaute am letzten Tag  der Dienstreise auch im Westjordanland vorbei.Dort wartete rechtzeitig ein mit deutschen Mitteln erbautes Schulhaus für Palestinenserkinder, denen das geistige Präkariat erspart bleiben soll. – Ich frage mich: Was soll das „Lob“? Galt es der samthandschuhigen Dezenz der Gauckschen Ermahnung an Netanyahu, den Siedlungsbau auf palestinensischem Gebiet zu stoppen? – Weil das ZDF berichtete, Gauck habe die Führung des Noch-Nicht-Staates Palästina ermahnt, trotz offener Fragen an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Frage an den Bundespräsidenten: Worüber soll „verhandelt“ werden? Da sich  Netanyahu nicht einmal von US-Präsident Obama in der causa Siedlungsstopp beeindrucken ließ, scheint mir die Gaucksche Ermahnung so überflüssig wie ein Kropf und alles andere als lobenswert. Viel eher hätte mich ein Treffen Gaucks mit regierungskritischen Israelis beeindruckt. Aber was will ich? – Dann hätt‘ es sicher keine Belobigung seitens des Jüdischen Zentralrats gegeben…

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DIE LINKE: Frauen nach vorn!

(hp) Unser Ruf nach einer neuen Clara Zetkin – siehe Blog von gestern – hatte ein gutes Echo. Auf einen Schlag meldeten mehrere glücklicherweise kluge und ansehnliche Frauen aus der Führungsriege der Linke-Länderorganisationen ihre Kandidatur für den Parteivorsitz an. Wie schön. Bleibt vor dem Göttinger Parteitag die Hoffnung, dass Männer der LINKEN nicht als selbst ernannte grauen Eminenzen sticheln, bevor endlich wieder mal Ruhe einkehrt in der obersten Etage. Für alle Fälle will für den Fall irgend welcher Streitereien unter der Weiberriege einen seit dem Mittelalter bewährten Vorschlag beisteuern, wie man – im verschärften Fall – Ruhe einkehren lassen kann. Der Tipp ist kostenfrei. Für diebische PIRATEN, die Urheberrechte ignorieren: Die Abbildung darf kostenlos abgekupfert werden.

Ideal gegen Frauenstreit: die traditionsreiche "Weibergeige"

Ideal gegen Frauenstreit: die traditionsreiche "Weibergeige"

 

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DIE LINKE zerfrisst sich selbst: Eine neue Clara Zetkin muss her!

(hp) Was die Verantwortlichen dieser Partei in den letzten Wochen veranstalten, geht auf keine Kuhhaut mehr. Die Mauer zwischen jenen, die eine auf demokratisch umfunktionierte kleine Volkspartei wollen  und denen, die im Sog des roten Rächers aus dem Saarland einer Art Hoffnungslosigkeit frönen, wird immer höher. Dabei war der Ansatz ernst und seriös: eine links von den allzu bürgerlich gewordenen Sozialdemokraten stabilisierte sozialistische Kraft wollten sie werden, damals, als sie sich gründeten. Mittlerweile ist die Angst der „Altparteien“ vor den Linken verschwunden und immer weniger linksgestrickte Sozis träumen noch von einer Wiedervereinigung mit den Abtrünnigen, die immer weniger werden und heute nur mehr eine Fußnote in der politischen Landschaft darstellen. Was mich aber am meisten an der dummen Streiterei an der Spitze der Linken stört, ist der Betrug an ihren Wählern und Sympathisanten. In so manchem deutschen Märchen erweist sich, dass (saarländische) Rumpelstilzchenhaftigkeit,  (berlinerisch) Schläue und mitteldeutsche Sturheit kein happy end ermöglichen, wenn sie – wie gegenwärtig – in desperater Manier auftreten. Eine überzeugende Clara- Zetkin-Epigonin muss her, möglichst im Doppelpack. Damit sie den Streithanseln die Waden wieder nach vorn richtet bzw. richten!

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PRIDE für die Daheimgebliebenen

(hp) In 3sat gab’s kürzlich ein Feature mit dem Titel „Ösis in Berlin„.  Ex-Wiener und -Provinzler, vornehmlich Kulturschaffende, kamen zu Wort. Eine in ihren Kreisen bekannte Frau definierte den Unterschied zwischen der Berliner und der Wiener Mentalität und brachte wesentliche  Fakten auf den Punkt. Gute Sendung. Ein Manko möchte ich dennoch erwähnen: dass es neben aufmüpfigen Künstlern und Schreibern vornehmlich Schwule waren, die das damalige Berlin (West) als Fluchtburg entdeckten, um bezüglich ihrer Lebensführung austrianischen Pressionen, Verteufelungen und Verunsicherungen zu entgehen. Ich kenne nur wenige, die nach Wien & Umgebung zurück kehrten. Die Berliner Freiheit kann für diese Personengruppe durch nichts eingetauscht werden.

Ein Blick in das in Linz an der Donau produzierte PRIDE („Das lesbisch/schwule Österreichmagazin“), von beherzten Leuten trotz finanzieller Enge mit großer Sorgfalt gemacht, gibt den hierzulande freilaufenden Homos ein beredtes Bild von der nach wie vor existierenden Rückständigkeit des Klimas für Schwule in den Tälern des Alpenlandes. Die PRIDE-Macher und -Autoren verdienen meines Erachtens Ehrungen, wie sie sonst nur engagierten Entwicklungshelfern zuteil werden. Wann, liebe PRIDEr, schockiert ihr das Volk mit einem nackten Männerpaar auf der Titelseite? – An eventuellen Strafverteidigerkosten würde sich unser Verlagsmitarbeiter  Hans-Peter beteiligen. Auch er verließ, weil ihm sein gewagtermaßen offenes Schwulsein eine Karriere vermasselte, 1978 die landschaftlich wunderschöne Steiermark.

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ad Sarrazin: „Es sind nicht die schlechtesten Früchte, an denen die Wespen nagen!“

(hp) Die jüngste Ausgabe des stern zeigt wieder einmal, dass exzellenter Journalismus auf ebenso exzellente Weise perfide sein kann. Es geht um das neue Buch von Thilo Sarrazin: Noch nicht auf dem Markt, erkeckt sich der stern vom 16. d. M., das Buch „Europa braucht den Euro nicht!“ auf 9 (in W.: neun) Seiten zu zerreissen. Die stern-Autoren sind locker genug, schon auf der Titelseite des Magazins das „neue Buch“ wie folgt anzukündigen: „Wie Brandstifter Sarrazin mit schrillen Thesen Millionen macht“. Erstens: Sarrazin ist Sarrazin. An sich Werbung genug. – Zweitens: Das Buch wird mit schrillen Vorschuss-Lorbeeren angeschossen. – Drittens: Das Buch erscheint „im Verlag DVA, der wie der stern zu Bertelsmann gehört“ (Zitat stern). Da macht es sich gut, hinterfotzig und für den braven Leser seriös, wenn der jüngste Erguss Sarrazins über alle Maßen beworben und gleichzeitig als „Brandstiftung“ verdammt wird. Das nennt man PR. Das ist etwas anderes als die ordinäre „Ich bin doch nicht blöd!“-Werbung einer Firmenkette.

Am Sonntagabend saßen sich, da die ARD sich nicht lumpen lässt (obwohl das Buch noch nicht auf dem Markt ist), Thilo S. und Peer Steinbrück bei Jauch gegenüber. Steinbrück hatte das Buch laut eigener Aussage und laut Bestätigung durch Jauch bereits gelesen und zerlegte es nun – wie zu erwarten – auf elegante Weise; nicht das ganze Buch, sondern einige Thesen sowie etliche Gemeinplätze, die Sarrazin üblicherweise und deshalb auch in seinem jüngsten Buch anbietet. Zur Hebung der Anti-Sarrazin-Stimmung im aufgelassenen Berlin-Schöneberger Gasometer wurden per Video noch einige Sarrazinosen aus der Vergangenheit an die Wand geklatscht, darunter sein durch ewige Wiederholungen legendär gewordener Hartz4-Menüvorschlag. Jauch spielte den „C“, der vermittelnd oder aufreizend den „A“ oder den „B“ zu provozieren versuchte, gewohnt brav und für die ARD weiterhin unverzichtbar.

Im Publikum wurde während der gegenseitigen Statement-Verkündung klar: Das Buch ist wichtig oder gar richtig, auf jeden Fall käuflich. Der Rest der PR wird für große Auflagen sorgen. Obwohl in diesem Buch diesmal keine kleinen Kopftuchmädchen vorkommen.

Herr Sarrazin, der optisch eher einer Trauerweide als einer deutschen Eiche gleicht, darf sich nach dieser Jauch-Sendung und weiteren Auftritten  – abgesehen von der Vorfreude auf die nächste Million Euro – das andere deutsche Sprichwort vor Augen halten: „Was kümmert es eine starke Eiche, wenn sich Wildschweine an ihrem Stamm reiben.“

Die von stern und Focus provozierte Käuferschlange
Die von stern und Focus und Jauch undundund provozierte Käuferschlange. Sind Sie auch dabei?

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Lasst wohlbeleibte Männer um sie sein!

(hp) Seit ein körperlich dünner Vice die Kanzlerin Angela Merkel jungenhaft smart und gern säuerlich  lächelnd umzingelt, erscheinen mir ihre Augen noch müder als zur Gauck-Kür. Ihre Mundpartie  dünkt mich noch gesenkter, und wenn sie Beschwichtigendes sagen will, erfolgt ein Lidschlag, der beweist, dass sie eigentlich angefressen ist ob der Reibereien im Umgang mit gewissen Menschen. Jedes Lächeln der Frau Merkel nur mehr gezwungen. Unser tschechischer Behavoirist Bohumil findet gar, sie sei ausgebrannt. Im Kabinett gibt es niemanden, den sie mal eng an sich drücken könnte, um sie aufzuheitern. Mag sein, meint Bohumil, dass Machterhalt um jeden Preis zurzeit ihr einziges Doping geblieben ist. Was sie absolut nicht leiden kann, sind Besserwisser und Willi Wichtigs. Nun hat sie mit N. Röttgen einen solchen abserviert und sich – frei nach Shakespeare (siehe Titel) – einen wohlbeleibten, also braven Mann ins Kabinett geholt. Einer, der bisher alles volllippig und üppig im Ton von sich gab, was der Kanzlerin und der CDU gut tat und gut tun sollte. Zuweilen ging Altmaiers Hörigkeit gegenüber der Chefin bislang ziemlich weit, aber es war noch gut auszuhalten, nicht zuletzt dank seiner Körpermaße, die neben Härte auch Gemütlichkeit verraten. Neben dem netten Amtssprecher S. nun also auch dieser Flügelhornist Peter Altmaier, den man bei den TV-RegierungssprecherInnen Will & Co. bereits bewundern durfte. Finde ich übrigens gut, dass der Bosbach-Beschimpfer aus dem Kanzleramt seine Blockflöte schon längere Zeit nicht mehr laut blasen durfte.

P.S. Bohumil, nicht erst seit 1968 der DDR nicht sehr zugetan, spürt übrigens einen Hauch von DDR-Flair, da er weiß, dass sich die Kanzlerin vor ihrem harten Tritt gegen Röttgen die Unterschrift vom Bundespräsidenten holen musste. Ein Präsident Johannes Rau hätte die Dame sicherlich zu einer Tasse Tee geladen, aus rein pastoralen Gründen, um das Thema nach christlicher Art zu besprechen und – etwa nach Art des kath. Vatikanischen Polit-Büros  – den Rausschmiss etwas samtiger zu gestalten. In praxi blieb es jedoch Ex-DDRlich im Stil der K.P.D.: kurz; präzise; durchschlagend.

P.P.S.
Stimmt es, dass sich einer der heutigen drei SPD-Granden nur deshalb neben dem Wunschkandidaten Peer S. wählbereit hält, um für den Fall des Falles als wohlbeleibter Koalitions-Vice von der Wahlsiegerin goutiert zu werden?

 

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Der rbb kramt Kalte-Kriegs-Erinnerungen aus

(hp) Als reichten die in Berlin bereits bestehenden Reminiszenzen an düstere Zeiten nicht aus, wird auch noch ein Museum über den Kalten Krieg geplant. In einem Bürogebäude am ehemaligen Checkpoint Charlie soll an die 1990 beendete Ära der  Zeitgeschichte erinnert werden. Da nun das Alliiertenmuseum (gegenüber dem ehemaligen US-Hauptquartier an der Clay-Allee) auf das Areal des aufgelassenen Flughafens Tempelhof übersiedeln soll, tauchte die Frage auf, ob ein Museum über den Kalten Krieg nicht ebenfalls dort eröffnet werden sollte. Der Hörerstreit („RBB-Kulturradio“) nahm sich heute des Themas an. Dem Moderator Marek Kalina assistierte der moderate Historiker Michael S. Cullen als Studiogast, der sich u.a. als Ideengeber für die Verhüllung des Reichstages durch den Großflächen-Verhüller Christo  einen Namen gemacht hat. Der zur Mittagszeit live ausgestrahlte Wettstreit der – wie gewohnt – übedrwiegend älteren Hörer war, wie meistens, nicht besonders aufregend, aber durchaus erkenntnisreich:

Das Kalte-Kriegs-und Ost-West-Denken ist ungebrochen. Tempelhof (mitten in Berlin gelegen) sei „so weit draussen“, argumentierte ein sehr alter Herr am Telefon. Ein anderer meinte, weil Wowereit (Berlins Regent) Tempelhofer sei, wolle er Negatives sicherlich nicht in seinem Heimatbezirk haben. Ein dritter Hörer erinnerte an den Schicksals-Schauplatz Checkpoint Charlie, wo sich nach der Verstacheldrahtung Westberlins amerikanische und russische Panzer drohend gegenüber standen, was die Westberliner ein paar Stunden erzittern ließ. Zwei praktische Beiträge erregten meine Zustimmung: Das Mauer-Museum am Checkpoint sei dank der Touristen zeitweise überfüllt (Ramsch inklusive), sodass sich ein weiteres Museum an diesem Ort verbiete. Ein neues Haus würde ausserdem viel Geld kosten, zwar vom Lotto erhofft, doch wir Steuerbürger müssten Ausbau, Betrieb und Erhaltung finanzieren.

Mir fehlte das Totschlag-Argument, Berlin sei mit Erinnerungsstätten (NS-Zeit und Folgen) längst überversorgt. Was mir nach wie vor fehlt, ist ein Ort, an dem die Politiker der Weimarer Republik kritisch gewürdigt werden, jene Leute also, die – im Gegensatz zu herausragenden Menschen wie Rathenau und Stresemann – durch Bösartigkeit und Streitsucht die erste deutsche Demokratie verspielten und so das Tor für Hitler und seine Schergen öffneten. Sollten Sie durch Häppchen-Bildung à la „History“ verdorben sein, schlagen Sie in dieser causa am besten nach bei Sebastian Haffner. Da liegen Sie immer richtig. Garantiert. – Übrigens: Hunderttausende Kalte-Kriegs-Museen  finden Sie zweibeinig live auf allen Straßen Berlins – mit oder ohne Rollator.

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Drohende Ö-Ministerin löst D-Merkel vorübergehend ab

(hp) Wie wird die österreichische Finanzministerin Maria Theresia Fekter (Kosename Schotter-Baronin) in Hitler-Uniform auf den Titelseiten griechischer Zeitungen aussehen? Besser als die für diesen publizistischen Zweck missbrauchte deutsche Kanzlerin? Etwa aparter? Oder schamloser? – War es ein raffiniertes Arrangement zwischen beiden Frauen (beide in der CDU bzw. ihrer Ösi-Schwester ÖVP!), das griechische Feindbild Angela Merkel abzulösen und sich als vorübergehende Buhfrau zu opfern, um die EU-Oberchefin kurzlebig das Image der Bösartigkeit zu nehmen? – Immerhin: Die Fekter, made in Austria, steht nicht für die Euro-Großmacht Germany, sondern für ein vergleichsweise lächerlich kleines Geberland innerhalb der Gemeinschaft. Ihre Drohung, Griechenland aus der EU zu drängen, wäre glaubhafter. Heute wenigstens. Denn noch vor kurzem erkeckte sich die Ministerin Fechter, vor einem Austritt Griechenlands deshalb zu zu warnen, weil dann die Aussichten auf Kreditzinsen aus Athen garantiert in den Orkus gehen würden. Nun ja, wer fragt danach, was gestern war. Nun steht Maria Theresia F. in den Schlagzeilen. Man wird sehen. Zurzeit üben sich der Präsident Griechenlands und die Parteiführer im Hin und Her zwecks Regierungsbildung. Die Scheinwerfer strahlen, diejenigen Greco-Millionäre, die ihre Schäfchen längst ins Trockene (z.B. Schweizer Banktresore) gebracht haben, strahlen auch. Da fällt mir ein, was Kurt Tucholsky (1890 – 1935) schon seinerzeit sagte:

„Jede Wirtschaft beruht auf dem Kreditsystem; das heisst, auf der irrtümlichen Annahme, der andere werde gepumptes Geld zurückzahlen.“  – Oder aus aktueller Perspektive betrachtet: „Dem Geld darf man nicht nachlaufen. Man muß ihm entgegengehen.“ (Multimillionär Aristoteles Onassis, 1906 – 1975). Der posthume Ratschlag des Herrn O. dürfte die heutige Situation Griechenlands vorausgesehen haben.

Um der auch im bieder-putzigen österreichischen Kabinett nicht unumstrittenen Finanzministerin Zitaten-Ehre anzutun, sei aus Gründen der Neutralisierung aus Wikipedia folgender Passus angehängt:

„Im Rahmen einer EU-Krisensitzung zur Schuldenkrise am 13. Juli 2011 meinte Fekter: „Die Zeit, die wir uns gegeben haben, ist shortly. Und auf Ihre Frage, was das heißt, sage ich Ihnen: shortly, without von delay“. Im Dezember 2011 wurde „shortly, without von delay“ zu Österreichs „Spruch des Jahres 2011“ gewählt. Die Jury sah ihn als „symptomatisch für die Überforderung von europäischen Politikern in der komplexen wirtschaftlichen Situation, in der sich die EU derzeit befindet“ an.“

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„ttt“ entdeckt Albert Göring, den vergessenen Judenretter

(hp) Die Macher der ARD-Sendung „Titel Thesen Temperamente“ (siehe Programm vom NRW-Wahlsonntag) haben Albert Göring, den jüngeren Bruder des fetten Hermann, entdeckt. Als aktuelle Quelle diente William Hastings Burke mit seinem im Aufbau Verlag gerade erschienenen Buch
„Hermanns Bruder. Wer war Albert Göring?“ – Wir freuen uns, wenn auch mit unterdrücktem Lächeln. Hat doch unser Roman-Erstling „Es liegt noch Gold im Halensee„, erschienen vor einem guten Jahr, den Göring-Bruder Albert, den Lebemann und Anti-Nazi aus der Rosenheimer Familie Göring, gewürdigt und dies vermutlich genauer als Mister Burke, ein fescher Wirtschaftswissenschaftler, Forscher (focus) und PR-Profi. Im ttt-Beitrag, der – berechtigterweise – auf die von Albert geretteten Juden abhebt und den respektablen Manager und internationalen Vertreter des größten reichsdeutschen Rüstungskonzerns mit Schindler vergleicht, kommen sympathische Zeitzeugen – Kinder geretteter Juden – zu Wort. Und Burke plädiert mit Engagement für Albert-Göring-Denkmäler.

War sehenswert, der Bericht. Die Nennung des ehemaligen österreichischen Kanzlers „Franz“ Schuschnigg, der in Wahrheit Kurt hieß, sei gütig entschuldigt. Nicht so unser Mangel an Werbung für unsere Romanbiografie („Halensee“, siehe oben), in der auch die Mutter Alberts näher betrachtet wird. Sie habe just in der Zeit, als Albert, der jüngere Bruder des späteren Reichsfeldmarschalls, gezeugt wurde, ein „Pantscherl“ mit dem reichen Berliner Juden v. Epenstein , dem „Hausfreund“ der Familie gehabt und gern die im salzburgischen Lungau romantisch gelegene Burg Mauterndorf frequentiert. Sollte, was zu vermuten ist, Albert Göring Epensteins Sohn gewesen sein, wäre seine judenfreundliche Haltung verständlich, meint der Prager Historiker B. Prohaska, auf den sich unser „Halensee“-Autor Gerd Joachim stützt.

Nur so nebenbei: Joachim beschreibt in seinem Buch unter anderem den ersten Wahlkampftag Hermann Görings im oberen Murtal (Steiermark), das vorzeitige „Ja“ J. F. Kennedys zum Projekt „Berliner Mauer„, und als Zugabe einige brisante Hintergründe des „Wunders von Bern“ (1954) – Stichwort Doping! – Nun ja: Werbung à la ttt hätte auch unserem kleinen Verlag gut getan. Das Buch ist nach wie vor in jeder gepflegten Buchhandlung sowie bei Amazon erhältlich.

Titelseite "Es liegt noch Gold im Halensee"

Es liegt noch Gold im Halensee

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In Berlin stinkt’s – in vielen Dimensionen

(hp) In Berlin-Schönefeld hecheln die braven Arbeiter, damit alles fertig wird bis zur Eröffnung des Flughafens. Auch am Kurfürstendamm wird gehechelt: Aus den Gullys stinkt’s bei Tiefdruck nach Fäkalien, sprich: Scheisse. Die will mangels Schwemmwasser aus längst nicht mehr vorhandenen Wohnungen nicht abfließen. Im Regierungsviertel stinkt’s ebenso, nur dass der Gestank nicht durch die Nase wahrzunehmen ist. Es vergeht zur Zeit kein Tag, ohne dass irgend ein Skandal hochkommt. Das schafft Gewöhnung und senkt den Aufmerksamkeitspegel der Masse, die speziell mit Nachrichten aus der Welt des Sports gemästet wird. Aktuell zerreisst man sich in bestimmten Kreisen das Maul über die Auszeichnung des Killerspiels „Crysis 2„. Ein technisch ausgefeiltes Computerspiel, an dessen Entwicklung auch das angesehen Fraunhofer-Institut  und der Filmmusikkomponist Hans Zimmer beteiligt waren.

In der Jury saßen allerlei Bundestagsabgeordnete, etwa Thomas Jarzombek (CDU). Im Gegensatz zu anderen Juroren, die die Preiskrönung kritisieren oder zumindest den Mund verziehen, erklärte lt. SPIEGEL online Herr J. auf den Hinweis, es sollten „künstlerisch anspruchsvolle, aus Deutschland stammende und pädagogisch wertvolle Spiele“ ausgezeichnet werden, verteidigend: „Nun ist Kunst nicht immer pädagogisch. ‚Crysis 2‘ ist sicher kein pädagogisch wertvoller Titel, aber es setzt neue Maßstäbe in der Kunst.“ Man glaubt es nicht. Wie eng muß der Horizont eines solchen Politikers geschnürt sein, um nicht zu erkennen, dass dieses Baller-Spiel gerade wegen des Prädikats „Jugendverbot“ bei Jugendlichen besonders gefragt ist. Wäre interessant, wie die Spiele-Industrie die Juroren „betreut“ hat. Ich möchte angesichts des erbärmlichen Themas nicht von Bestechung reden. Was Politiker wie Thomas J. in der Birne haben, wenn sie bei „Crysis 2“ Kunst erkennen, mag als rhetorische Frage genügen.

Ehrlich gestanden, sind das peanuts. Weit empörender empfinde ich den Wortfetzen eines Jungpolitikers in einer kleinen Strudel-Runde im Café Einstein Unter den Linden. Zitat: „Wir alle müssen amerikanischer denken. Dort wird von allen seit jeher anstandslos akzeptiert, dass es Reiche und Superreiche und Arme und Superarme gibt.“ – Das Wort „Superarme“ hat’s in sich. Was meinen Sie?

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