Monthly Archives: April 2012

Ade, o Potsdamer Doktortitel – anschließende Gedanken

Er schrieb seine Doktorarbeit über die eigene Partei und bediente sich aus unsauberen Quellen: Florian Graf, Berliner CDU-Fraktionschef, will seinen Doktortitel los werden. Mit der Bitte um Aberkennung kam er wohl einem Titelentzug durch die Universität Potsdam zuvor.

Hätte ich hier die Quelle (SPIEGEL online) nicht genannt, hätte ich ein Plagiat begangen. Oder nicht? – Da entzieht sich ein bisher unbescholtener Berliner Provinzpolitiker, der grundbrav wie ein erstsemestriger  Regensburger Priesterseminarist ausschaut, einer eventuellen Entlarvung. Das ist gut so, sollte Florian Graf tatsächlich plagiiert haben. So gehört es sich. Nicht gehörig finde ich, dass der Verzicht auf die Doktorwürde einigen Parteifreunden „großen Respekt“ abverlangt. Das lässt den Schluss zu, dass solche Ehrlichkeit bei Berliner CDU-Politikern nicht die Regel ist. Also: Großer Respekt jemandem, der nichts Falsches tut, sondern schlicht und einfach ehrlich (geworden) ist. Großer Respekt für Ehrlichkeit. Hoffentlich nimmt das mein vom Raubtierkapitalismus leicht infiziertes Töchterchen (11 J.) nicht allzu wörtlich und verlangt demnächst für ihre Ehrlichkeit eine Ehrlichkeitsprämie.

Doch zurück zur Doktorarbeit des ehrlichen Berliners. „Noch dazu“, heißt es in der Presse, „befasste sich seine Dissertation mit der eigenen Partei“. Da keimt in mir doch eine Frage auf: Wie „ehrlich“ (nach den Maßstäben des Internet-Zeitalters) waren Dutzende von Doktorarbeiten z. T. prominenter Politikerkinder, die zum Beispiel über die Adenauer-Stiftung (angeblich eine CDU-nahe Institution) arbeiteten und bereits vor oder spätestens nach Erhalt der Promotionbsurkunde einen CDU-nahen Karriereposten erhielten oder tatsächlich Karriere machten?

Ich plädiere wieder einmal für mehr Gehirnschmalz bei der Formulierung von Dissertationsthemen durch die Damen und Herren Doktorväter und -mütter. Die Gesellschaft hat meines Erachtens ein Recht darauf, aus einer (hoffentlich) hart und mit (viel) Gehirnschmalz erarbeiteten Doktorarbeit Nutzen zu ziehen. Haben Sie, geschätzter Leser,  schon mal Dissertationen, vornehmlich „geisteswissenschaftliche“, gelesen und Nutzen aus der Lektüre gezogen? – Mir ist’s selten passiert, obwohl ich annehme, bei der Vergabe von Intelligenz nicht unbedingt weit hinten in der Reihe gestanden zu haben.

Schlussendlich würde mich Florian Grafs Diss. beinahe interessieren: Sollte er sich nämlich nicht nur irgend welche Ideen anderer Autoren bedient, sondern besonders gute „gestohlen“ haben, würde ich ihm – zwar respektfrei, aber tröstlich – mitteilen, dass es einer guten Idee wurscht ist, von wem sie gestohlen wurde!

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Eignungsprüfungen für angehende Lehrer tun not!

(hp) Allensbach hat wieder einmal zugeschlagen. Und SPIEGEL online referiert, stark verkürzt, aus der Studie, die offenbar von einem Jungprofessor Dr. Binsen konzipiert wurde. Alles Mögliche beleuchten die Onliner, das Wesentliche am Thema wird nur gestreift. Die Hauptfrage ist doch, weshalb „Lehrer in Zeiten der Bildungspanik“ (Titel der Studie) Unzufriedenheiten anmelden, weshalb sich fast die Hälfte der jungen Lehrer überfordert fühlt.

Dass die Ausbildung praxisfern ist,  wird kaum fokussiert. Mir tun die Schüler leid, deren Lehrer kein pädagogisches Gespür besitzen und unfähig sind, Kinder – ich spreche von der Grundschule – zu faszinieren. Sowas hat man oder man hat es nicht. Die meisten jüngeren Lehrer, die ich persönlich kenne, besitzen diese Gabe nicht. Sie wurden daraufhin auch nie überprüft. Es gibt junge Lehrer, die ihren Beruf als Job auffassen –  für mich ein Armutszeugnis für den Lehrerstand im Lande.

Wo gibt es eine realistische Schulpraxis? Von Referendarzeiten ist die Rede und nicht etwa, wie es sich gehören müsste, von mehrwöchigen Landschul- oder industrie-regionalen Praktika für angehende Pädagogen. Ein erster Test im Kindergarten, wie er in der alten österreichischen Lehrerbildung nach 1945 in einigen Regionen des Alpenlandes für sechzehnjährige Lehramtskandidaten (3. Jahrgang der Lehrerbildung) üblich war, existierte hierzulande nie. So manches Fräulein wurde seinerzeit gerade bei dieser Art von Test dabei ertappt, dass ihr das Gespür für einen qualifizierten Umgang mit Kindern fehlte. So mancher junge Bursche erlebte, dass er bei Kindern gut ankam.Wie nützlich und anregend für die Betroffenen diesseits und jenseits der Schulbank.

Schon Uralt-Pädagogen lange vor Montessori forderten Eignungstests für angehende Lehrer, um deren Zufriedenheit und Ausdauer im praktischen Wirken vor und in der Schulklasse zu sichern. Eine verpflichtende pädagogische Eignungsprüfung vor dem Ende des Lehramtsstudiums hätte verhindert, dass der Lehrerberuf zu einer Modeerscheinung wurde. Wer sonst nichts wird, wird LehrerIn. War doch so. Und es wird höchste Zeit, dass sich das ändert. Die Kulturministerialen sollten ihre Köpfe weniger in universitäre Hörseele stecken, wenn überhaupt, sondern in die Pflichtschulklassen und Lehrerzimmer.

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BILD mischt das „gesunde“ Volksempfinden auf!

(hp) Selbstverständlich ist es ein Treppenwitz der Sozialgeschichte. Da werden Langzeithäftlinge weit über das richterlich verordnete Strafmaß noch jahrelang hinter Verschluss gehalten , weil es in Deutschland dank Gesetz möglich war, und nun kommt ein europäischer Gerichtshof, der die nachträglich veranlasste Sicherheitsverwahrung kritisiert. Die über’s Strafmaß hinaus eingekerkerten Schwerverbrecher erhalten nun eine Haftentschädigung in einer Höhe, vor der es dem gesunden Volksempfinden graust. Nicht nur die Springer-Blätter nehmen sich, jedes auf seine Weise, des Themas an.

Auch mir gruselt es, gestandenermaßen. Da wurden Leute festgehalten, nicht bei Wasser und Brot, sondern in geordnetem, wohltemperierten Stil. Also nicht Steinbruch oder Bergwerk, kein wöchentlicher Fasttag, kein Entzug von Medienkonsum, keine Prügel. Dass die Kosten für den staatlich erzwungenen Aufenthalt hinter Gittern nicht von der Haftentschädigungssumme abgezogen wurden, wundert auch  mich. Nur: Wenn ich daran denke – und darüber las ich heute nichts in den Zeitungen -, mit welch zum Teil himmelschreiend hohen Summen ausscheidende bzw. hinausgeschmissene Spitzenmanager abgefertigt wurden oder werden, weil es so in ihrem Arbeitsvertrag stand oder steht,  relativiert sich meine Verwunderung. Und mein social feeling sagt mir, die Haftentschädigung könnte im Sinne der Sozialisierung ehemaliger Straftäter von Nutzen sein.

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Vorsicht, liebe Omas, vor übersensibilisierten Enkeln!

Erinnerung an einen Verlobungsurlaub ...

Erinnerung an einen Verlobungsurlaub ...

 

(hp) Kaffee bei Oma Anna. Neben dem Tisch ein geöffneter Karton mit Erinnerungsstücken. Fotos von Verblichenen, ein  Telegramm, einige Zeitdokumente und Ausweise. Enkelkind Sonja greift nach einem Billett, schaut es genau an und wirft- kein Scherz! – der Oma vor, eine Nationalsozialistin gewesen zu sein. Der Grund: siehe nebenstehendes Foto.

Die Oma trifft der Vorwurf. Sie verschüttet den Zucker. Dass sie als damalige Vorarbeiterin mit ihrem Verlobten (der 1942 in Stalingrad ums Leben kam!) einen Schiffsurlaub, vermittelt durch die NS-Organisation Kraft durch Freude, buchen durfte, was eine Auszeichnung war, legte das 16-jährige Enkelkind, immerhin Gymnasiastin, als faule Ausrede aus und blieb bei ihrem vorwurfsvollen Blick. Als sich die alte Dame wieder gefangen hatte, meinte sie nur noch, weder sie noch der Verlobte seien Nazis gewesen. Nur weil auf einem Dokument aus der Zeit ein Hakenkreuz abgebildet war —-, der aufgeschlossene Leser mag sich sein Teil denken. Irgendwo, meine ich, geht die Sensibiliserung der Jugend zuweilen etwas zu weit. Man muß gar nicht daran denken, was einem Martin Delius noch blühen kann, wenn er sich nicht selber einen engen Maulkorb verpasst!

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Handball: Krieg der Steirer gegen Kärntner neu entfacht?

In der Partie des österreichischen Abstiegs Play-offs zwischen Ferlach und Leoben hat es Ausschreitungen unter den Zuschauern gegeben. Mit im Tumult verwickelt war auch Raul Santos, Nationalspieler Österreichs in Diensten der Leobener.

Für einen Handballspieler schockierende Nachrichten aus dem Alpenland. Da stehen sich zwei Schlusslicht-Teams gegenüber und müssen Ähnliches erleben, was bisher eigentlich nur beim Fußball passiert. Aufgeputschter, meist durch Alkoholgenuss angetriebener Ruß auf zwei Beinen, schleicht sich in den Handballsport ein. Noch dazu in der steirischen Bergstadt Leoben. Zum Vorfall heißt es in einem Fachmagazin:

„Wie die Kleine Zeitung berichtet, hat Santos beim Stand von 22:22 den Ferlacher Keeper Lukas Blaha beim Strafwurf im Gesicht getroffen. Danach gab es Unruhe auf den Rängen, beteiligt dabei auch die Angehörigen von Werfer und Torwart.“ Der Vater von Lukas Blaha hat Raul rassistisch beschimpft“, teilte Leobens Obmann Claus Hödl der Kleinen Zeitung mit, „Rauls Schwester wollte daraufhin mit Herrn Blaha reden. So weit kam es aber nicht. Er schlug ihr ins Gesicht.“

Dass die erbärmliche Szene samt Nachspiel auf den Rängen beim Handball passierte, will ich nun mal ausblenden, sondern die historische Keule schwingen: Mir sind heftigere steirisch-kärnterische Konfrontationen eigentlich nur aus der Vergangenheit bekannt. Träger aggressiven inländischen Rassismus waren in den Vorkriegsjahren vornehmlich „treudeutsche“ Studenten (Burschenschaftler). Raufereien und – in Graz – sogar Messerstechereien mit Todesfolge gab es mehrmals im Jahr. Verloren haben damals meistens die Kärntner.

Diesmal war ein namentlich echter Ausländer beteiligt, dessen Schwester beim Papa Blaha keine Chance zur Versöhnung hatte. Schade. Dabei sind die Kärntner ganz allgemein als nett, friedsam und darüber hinaus als die besten Liebhaber Österreichs gerühmt. Fragt sich also, ob die Blahas überhaupt echte Ferlacher sind (oder Zugereiste). Weiter frage ich lieber nicht, denn Ferlach war und ist nicht nur ein liebenswürdiges Nest, sondern auch ein berühmter, traditionsreicher Standort für die Herstellung ebenso berühmter Feuerwaffen.

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CSU-Chef fordert Rückzug in die gemütlichen alten Zeiten

(hp) Goldene Zeiten für die CSU will er, der Herr Seehofer, der für seine bayerischen Muttis, die die Sozen-Erziehung nicht haben wollen für die CSU-Säuglinge und Krabbelkinder. Denkt er wirklich nur an die Koalitionsverpflichtung und an den bleiernen Willen, auf keinen Fall was zu verändern, was ja immer schon CSU-Doktrin war („Gestern war alles besser, da war die CSU das Einzige in Bayern!“)? – Früher waren die Weiber verlässlich zu Hause, die Männer konnten ungestört in die Wirtshäuser gehen. Damals, so sagt es unser hochaktuelles Kalenderbild, war sicherlich alles schöner. Grüß Gott, Herr Seehofer!

Die CSU will die guten alten Zeiten wiederbeleben...

Die CSU will die guten alten Zeiten wiederbeleben...

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FDP: Unerträglich, deshalb Maulkorb für Rösler & Brüderle!

(jutta) Mir bleibt die Spucke weg. Da versucht die durch Blödsprüche verluderte FDP in Karlsruhe krampfhaft die Wiederbelebung. Ein trockener Rösler referiert wie ein aufgedrehter Gymnasiast. Mit dem NRW-Hoffnungsträger, der berechtigterweise begeisterten Applaus erntete, erscheint endlich mehr Licht am Horizont. Aber dann ein Mann namens Brüderle, der gleich einmal die Regierungspartner  unflätig beschimpft und dann das Eigenschuldbekenntnis liefert, der FDP sei der Zuwachs an Arbeitsplätzen zu verdanken in diesem Land.

Der Mann, der zu den stärksten Bremsern eines Mindestlohnes gehört kann, zählt und sich nur dann Schlagzeilen verdient, wenn er wieder mal wie im Suff vom Rednerpult lallt, ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und sitzt (oder saß) im ZDF-Fernsehrat.Ein Mann, der zu den schärfsten Gegnern eines gesetzlichen Mindestlohns gehört, der offenbar kein bißchen soziale Verantwortung trägt und immer nur die halbe Wahrheit sagt, obwohl er heute im Bund nicht mehr vor den Arbeitgebern kuschen muß wie in seiner kurzen Zeit als Wirtschaftsminister. Wo lebt dieser Mann? Ist er mit Leiharbeitsfirmen verschwägert? Hat er je ein Jobcenter besucht? Ist er je in einer „Arche“ gewesen, um hautnah und praktisch mitzukriegen, wie es den vielen Hunderttausenden geht, die statistisch zwar nicht mehr „arbeitslos“, dafür aber lohngedumpt bezahlt werden und aufstocken müssen, um einigermaßen über die Runden zu kommen? Hat dieser Brüderle vergessen, dass auch die FDP der sozialen Marktwirtschaft verpflichtet ist? –

Weit weniger gefährlich ist Rösler. Den kann man in der FDP mittlerweile ignorieren. Ein lieber Gatte  und Papa mag er sein, aber kein Politiker für die obersten Ränge (sondern für die Kanzlerin ein bequemer Schatten) .

Ob Rösler mit derben Witzchen dem wahlkämpfenden Parteikollegen nützt, möchte ich bezweifeln. Bei seinem Auftritt in Mainz beendete Lindner Röslers rhetorische Anbiederungen beim Publikum angeblich mit der klaren Rhetorik-Ohrfeige: „Mätzchen machen wir nicht. Gags überlassen wir anderen. Schon im Stil wollen wir uns (von Berlin) unterscheiden“. Richtig, Lindner! Wenn sich schon die alten Herren der vorigen Generation nicht ins heutige FDP-Getriebe einmischen -, Sie können das. Heben Sie – gerade in NRW – Ihre Sozialkompetenz hervor, erfinden Sie zukunftsfähige Konzepte in Sachen Familie und untermauern Sie Ihren Grundsatz vom „aufstiegsorientierten Sozialstaat“ durch gute Vorschläge, die einer modernen FDP würdig sind und beim zweifelnden Wahlvolk ankommen. Es wäre nämlich schade, wenn Ihre FDP – die Betonung liegt auf Ihre! – nicht in den Düsseldorfer Landtag  einziehen könnte.  Enttäuschen Sie mich nicht!

 

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Die Entscheider sind immer die Nichtbetroffenen

(hp) Emigration, Immigration, Kriminalität, Altenpflege, Hartz IV,  Krankheit, Putzfrauen-Jobs, Emanzipation, Quoten. Ist Ihnen schon aufgefallen, dass für die genannten Themenbeispiele nur Nicht-Betroffene verantwortlich und entscheidungsbefugt sind. Der Gesundheitsminister ist jung, sportiv, in praktischen Krankenhausfragen höchstens anlässlich eines Krankenbesuches aktiv. Die Arbeitsministerin, Tochter aus reichem Hause, war sicher nie Putzfrau , ausser im eigenen, keineswegs schlampigen Heim. Und der weibliche Quoten-Witz der gegenwärtigen deutschen Regierung, Kristina Schröder, eine CDU-Karrieristin, ist für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zuständig.

Die Letztgenannte steht zur Zeit berechtigterweise in den Schlagzeilen. Über die Bereiche ihres Ministeriums hat sie keine Eignungsprüfung abgelegt. Eine Studie über Wertvorstellungen innerhalb der CDU (Bundestagsabgedordnete contra Nicht-Bundestagsabgeordnete) reichte für die Promotion. Ihr Doktorvater, der Politikwissenschaftler Falter (gern in Morgenmagazinen befragt), musste Kritikern der promotionswürdigen Studie eigens bestätigen, dass mit der Arbeit alles in Ordnung sei. Doch das nur ganz nebenbei. Mit ihrer Redenschreiberin hat sie jedenfalls ein Buch verfasst, um ihr eigenes Frauenbild zwischen zwei Verkaufsbuchdeckeln unterzubringen.  Was erkeckt sich – die Frage muss erlaubt sein! – diese junge Frau, egomanisch gegen die Emanzipation aufzutreten und sich zu erlauben, damit öffentlich die einzige gelungene gesellschaftspolitische Revoulution, die ein modernes Frauenbild bewirkt hat, unwürdig abzutun.

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Mittlerweile reicht’s, Frau Merkel. Reichen Sie diese Frau Schröder bitte schnell an irgend eine CDU-Stiftung weiter, möglichst weit weg von Berlin. Sie ist die falsche Person im Ministerium. Setzen Sie bittschön eine ältere, also lebenserfahrene Mehrkind-Mutter oder einen verdienten Sozialpolitiker auf diesen Platz, eine glaubwürdige Person, die das Leben kennt! Über die Schrödersche Zuständigkeit für Familien, Senioren und Jugend möchte ich mich hier gar nicht äußern. Es wird sicher genügend Schicki-Mickis und Juppies geben, die der Ministerin applaudieren. Da schau ich mir lieber „Fahrenheit 451“ an, um der Wirklichkeit näher zu sein als der genannten Politikerin.

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Schloss plus Kunsthalle für Potsdam? – Kleiner Querschuss im rbb

(hp) Herr Dr. h.c. Hassso Plattner, einer der Superreichen im Lande, verdient Applaus für seine vielfältigen Aktivitäten zugunsten der Förderung von Wissenschaft und Kultur. Bedingt zwar, grundsätzlich aber Applaus. Er will der Stadt Potsdam, der er bereits die Wiederherstellung des Stadtschlosses mit 20 Mio. ermöglicht, noch eine Kunsthalle schenken, in der er DDR-Kunst und Bilder aus seiner Privatsammlung platzieren möchte. Das rbb-Kulturradio widmet der Plattnerschen Ankündigung einen sogenannten „Hörerstreit„, moderiert vom rbb-Moderator Marek Kalina, das ist der mit dem social touch eines engagierten Grundschulpädagogen in der Stimme. Ihm zur Seite der Vorsitzer des Potsdamer Kunstvereins – womit die Richtung des“ Hörerstreits“ geklärt war. Aber stellen Sie sich vor: Da erfrecht sich ein Hörer, der allein schon aufgrund seines männlichen Geschlechts nicht zu den wohlhabenden Bürgerinnen Potsdams bzw. Berlins – Hauptpublikum des Senders – zu zählen ist und das Konstrukt des Fragespiels durcheinander wirft wie ein Mikadospieler seine Stäbchen:

Den Mann interessiert nicht die Standortsuche für eine Kunsthalle, nicht der Disput über die Potsdamer Stadtschlossfassade, nein: der Hörer erfrecht sich nach seiner Feststellung, weshalb der Milliardär Plattner ein weiteres egomanisches Denkmal zu seinem Ruhm und zu Ehren der Kunst in unserem „Hartz-IV-Land“ bauen lassen will und es offensichtlich nach wie vor – dies sagte der Hörer übrigens nicht –  an sozialem feeling fehlen lässt.

Wie wollen hier keine Neiddebatte eröffnen und die Anpasslerdenke des Senders nicht mutwillig verreissen. Nur: Wäre es, Herrr Dr. Plattner, nicht hoch an der Zeit, sich neben ihrer sonstigen großartigen Mäzenaten-Tätigkeit ein dauerhaftes soziales Denkmal zu leisten, etwa eine Akademie zur Alten- und Krankenpflegeausbildung in Potsdam, Cottbus oder irgendwo an der Oder, vielleicht in Kooperation mit der Berliner Charité oder einem anderen angesehenen Institut?

Ich denke, kluge, erfolgreiche Köpfe wie Sie könnten und sollten – beispielgebend und andere Begüterte anregend – eine zeitgemäße Ära des angewandten Humanismus einläuten und nicht nur Ihren eigenen Nachfahren ein pionierhaftes Image als kunstfreudiger Unternehmer, der aus der Technik kommt, hinterlassen. Wir wünschen Ihnen anhaltende gesundheitlich-sportive Fitness und für den Fall, dass Ihnen einmal jemand irrtümlich einen Golfball in den Knöchel knallen sollte, einen vorzüglichen Pflege-Service.

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Lb. Piraten, sprecht endlich von Taten!

(hp) Ihr hat Euren Namen selbst ausgesucht und die Tore weit geöffnet für Sympathisanten und andere, die der etablierten Politik die kalte Schulter zeigen wollen. Ihr habt Vorschusslorbeeren eingeheimst. Seit mehr als hundert Tagen seid ihr im Blickfeld. Mittlerweile habt ihr berufskompetente  Häuptlinge an Bord, so den NRW-Spitzenkandidat Dr. Joachim Paul, einen studierten Biochemiker. Der lässt sich von der Presse bepänkeln und lässt sich zu watteweichen Äußerungen hinreissen, was eventuelle Regierungsbeteiligungen betrifft.  Dass er Attribute „irrational und unvernünftig“ überhaupt in den Mund nimmt, um seine realistische Denke zu beweisen, mag seriös sein. Ob es vernünftig ist, sich nicht konkreter auszudrücken, möchte ich bezweifeln. Ihr müsst, weil ihr es (noch) nicht können könnt, schwammig bleiben, aber tut dies mit Nachdruck. Damit’s beim Volk ankommt. Erlaubt denen unter euch, die bei der Verteilung der Intelligenz vorn in der Reihe standen, die Redefreiheit zu konkreten ThemenVon Piraten erwarte ich konkrete Taten, zumindest deren AVnkündigung. . Bevor ihr damit entlarvt werdet, keine zu haben.

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