Verwöhnte Weichängstler, lest Erich Kästner!

(gw)  Die Attacken gegen die Kanzlerin mal kurz beiseite gelegt -, es ist doch der Föderalismus, der einem schnellen und produktivem Handeln entgegen steht, der aus der deutschen Bürokratie eine komplizierte, uneffektive Maschinerie gemacht hat, in der etliche Räder nicht ineinander greifen. Was seinerzeit die Herren Steinbrück und Koch mehr oder weniger elegant fabrizierten, erweist sich im Ernstfall als Stückwerk. Am leichtesten durchschaubar war und ist es im Kompetenzgerangel bei der Bildungspolitik. Da muß der Bund bei den Ländern anfragen, ob er in Landeshoheiten eingreifen darf, muß mit Millionen an Zuschüssen Provinzpolitiker ködern und dergleichen mehr. Weitaus ernster ist es mit der Sicherheitspolitik in diesem Staat. Man muß gar nicht an die NSU-Pannen denken, wo hinter den sieben Bergen Sachsens anders vorgegangen bzw. ignoriert wurde als in der offenen Kölner Bucht, wo die eine Hand keine Ahnung von der anderen hatte. So groß ist Deutschland nicht, dass es in ernsten Angelegenheiten nicht bei einer zentralistischen Handlungskompetenz bleiben müßte. Wenn’s schon europaweit keine oberste Kompetenz gibt, dann doch wenigstens in Deutschland. Wenn sich die Kanzlerin im Herbst 2015 arg verschätzt hat mit ihrem „Wir schaffen das!“, dann vorwiegend deshalb, weil sie in ihrem menschlich lobenswerten Impetus die behördlich abgesegnete Beamtenmentalität mit den unbeherrschbaren Föderalismen nicht mitbedacht hat. Beispiel: LaGeSo Berlin.

Zum versöhnlichen Schluß beachte man nach dem Gedächtniskirchenattentat Erich Kästners (1899 – 1974) Hinweis, dass das „Leben immer lebensgefährlich“ sei, also nicht nur auf Weihnachtsmärkten. Und für Fortgeschrittene, die den gut gemeinten Lese-Empfehlungen zur Vorweihnachtszeit nicht anheim fallen, sei Kästners wunderbarer Roman „Fabian“ empfohlen: Ein Mann, der ein ertrinkendes Kind aus dem Berliner Landwehrkanal rettet, überlebt diese seine Rettungsaktion nicht und ersäuft. – Dies soll bitte nicht als Anspielung auf Merkels Flüchtlingspolitik gemeint sein. Frohes, unbeschwertes Fest, insbesondere für verwöhnte Weichängstler!

 

 

 

 

 

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Die Schuldigen sind nicht „die da oben“!

(gw) Die da oben, das Establishment, die Politiker, die Zeitungsschmierer. Das sind die Adressaten, bei denen die Unzufriedenen, die Verlorenen, die Alleingelassenen ihren Frust abgeben. Das hat bei uns zuvörderst nichts mit Geld und vorhandener Ungleichheiten zu tun, sondern mit der Verluderung der Gesellschaften. Das Mit- und  Zwischenmenschliche, das Verbindliche ist uns abhanden gekommen. Aus jeglichem Miteinander sind Nebeneinander und Konkurrenz geworden. Die Resultate heißen Bindungsunfähigkeit und Sozialverlust in allen Lebensbereichen. Dass nun die sogenannten Populisten, Rattenfänger im Nadelstreif oder Hosenanzug ernten, was auf der Strecke geblieben ist, kann uns nicht wundern.

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Worte zum deutschen Banken-Unwesen

(hp) Wir erinnern uns an die „notleidenden“ Banken. Ist auch gar nicht lange her. Jetzt erklärt jemand, der es wissen muß: Es gibt nur zu viele Banken in Deutschland, sagte der Chef der Deutschen Bank, John Cryan, vor kurzem in einem „Handelsblatt“-Gespräch. Eine vernünftige Analyse, meine ich. Dass der Brite anschließend das Märchen von der Niedrigzinspolitik als aktuell größtes Problem der Banken wiederholt, finde ich aber eher lächerlich. Das ZDF-Magazin „frontal“ zeigte gestern auf, wie stark etwa deutsche Sparkassen unter dem Niedrigzins leiden: Abgesehen davon, dass etliche ihrer Manager gegen das Sparkassengesetz verstoßen, ohne dafür an die Schandmauer genagelt zu werden, leiden sie ganz und gar nicht, sondern machen saftige Gewinne. Das Blödvolk der Kunden zahlt allerlei Kontoführungs- und überhöhte Überziehungszinsen, um die saufrech erhöhten Vorstandsgehälter zu finanzieren. So macht man’s im Neorealismus, wenn die Aufsichtsbehörde die gierigen Bosse nicht rechtzeitig an den Ohren zieht…

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SPD: Wo bleiben die Wiesehügels?

Wiesehügel zur Debatte über Managergehälter(kb) Der gewiefte Gewerkschafter Klaus Wiesehügel, als Arbeitsminister vorgesehen,  wäre der einzige Grund dafür gewesen,  die SPD und damit den Genossen Steinbrück zu wählen – trotz dessen Geburtsfehlers namens Arroganz. Nun gut, das war einmal. Verschütteter Milch soll man nicht nachtrauern. – Ich frag mich nur, wenn ich die Beamtenreihen im Bundestag sehe: Wo bleiben in der linken Reichshälfte die Wiesehügels? Sind die wenigen wort- und tatkräftigen   Gewerkschafter alter sozialdemokratischer Schule, die es vor einigen Jahren noch gab, frühpensioniert oder gar gestorben? Oder wurden sie von den Konzernen so satt gefüttert, dass sie sich die Parlamentsarbeit gar nicht antun würden? – Stille Gewerkschafter, Mitläufer ihrer Fraktion, sind für mich uninteressant. Also wähle ich demnächst keine SPD mehr, liebe Genossen!

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Ihre politische Sterbestunde ist noch unbekannt!

(gh) Als wären wirklich wichtige Themen von ihr bereits ausgelutscht worden, geifert derzeit sogar die als seriös geltende Journaille nach einer Auskunft über die eventuelle politische Sterbestunde der amtierenden Bundeskanzlerin. Dr. Angela Merkel zeigt selbstverständlich keinen Stinkefinger, was ich ihr gar nicht verübeln würde. Sie zeigt aber auch keine Raute, verzieht lediglich ihr Gesicht, als würde sie denken: „Ihr könnt mich mal!“

Obwohl seit Beginn ihrer gesamtdeutschen Karriere immer wieder Objekt  scharfstrichiger Karikaturisten, pflegt diese fleißige Frau bis dato einen klaren Pragmatismus in ihrem Tun, sodass sie – von allerlei Querelen nicht unbeschädigt geblieben – zum streitbaren Vorbild für Bravbürger geworden ist. Politisch wie privat. Und stark, was so viele ihrer vor allem innerparteilichen Gegner beweinen. Diese Frau weiß, was sie macht, auch wenn vieles, was sie möchte, nicht machbar ist. Sie scheut nicht davor zurück, Körbe einzustecken. Als gelernte Wissenschaftlerin weiß sie, dass es zuweilen sehr vieler Versuche bedarf, um ein Ziel zu erreichen. Ihre Ziele gibt sie sich selber vor. Von wem sie sich, falls überhaupt, beraten lässt, ist nicht ganz klar. Weit und breit aber keiner, der sie nicht achtet – im Inland wie im Ausland. Und wenn sich ihr noch so viele Gegner in den Weg stellen -, sie übersteht Hindernisse jeder Art. Offensichtlich mit Gesundheit gesegnet, wird sie versuchen, ihren Amtsbonus so lange wie möglich zu nutzen, bis sie ihre wichtigsten Ziele erreicht hat. Insofern stimme ich meiner schottischen Freundin Lizzy zu, die meint, die Journalistenfragen nach ihrem eventuellen Rücktritt 2017 seien keine Koketterie, sondern einfach nur blöd.

Eine der ersten Karikaturen. Mittlerweile wurde aus dem Jongleursdraht ein dickes Stahlseil.

Eine der ersten Merkel-Karikaturen. Mittlerweile wurde aus dem Jonglierstab der jungen Frau eine feste Peitsche.

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Auf ins neue Biedermeier!

(md) Das Wiener profil befasst sich in seiner aktuellen Ausgabe mit der „verrückten Welt“. Ich wundere mich, dass die Autoren nicht von der „verrückter gewordenen Welt“ schreiben. Denn das, was sich heute in dieser Welt tut, im Kleinen wie im Großen, ist doch eigentlich nichts Neues, sondern nur anders, will heißen: Es geht heute um neue, ungewohnte Verrücktheiten. Die äußeren Merkmale sind schlicht anders. Beispiel: Kalter Krieg. Gab es vor 1989 offene Drohungen à la Atomkrieg zwischen den Weltmächten, so gibt es heute, da man sich nicht gegenseitig ausrotten will, andere Formen, sich das Leben möglichst schwer zu machen. Die heutigen Transportmittel zur Austragung von Zwistigkeiten sind andere geworden, raffinierter sozusagen. Wurden seinerzeit Leute wie Chruschtschow von den Amerikanern gedemütigt und reagierten mit Aggression, so läuft es heute per Cyberkrieg, Sanktionen und Reiseverboten. Vom Westen früher gehätschelte Diktatoren wurden in der Erwartung, aus Diktaturen seien umgehend Demokratien herzustellen, beseitigt, was blutige Scherbenhaufen, Chaos incl. Terror zur Folge hat. Früher war’s anders. Und wir, hierzulande? – Wir nehmen’s zur Kenntnis, dass alles „verrückt“ ist, jammern und beschuldigen alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, schotten uns ab und verhalten uns wie in der Biedermeierzeit – nur eben anders als damals im originalen Biedermeier.

Keine Grund, sich zu ängstigen: die Welt ist zwar "verrückt", aber eben nur anders...

Keine Grund, sich zu ängstigen: die Welt ist zwar „verrückt“, aber eben nur anders als sie es bisher war…

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Es wird zu viel geschnackselt

(e) Als die Fürstin Gloria von Thurn und Taxis vor Jahren in einer Talkrunde darüber plauderte, dass Eingeborene in der Dritten Welt gern „schnackseln“, wurde über ihre Volkstümlichkeit gelästert. Die lästernden Journalisten fanden es damals nicht wichtig, das Fürstinnenwort zu hinterfragen. Der Frau Gloria ging es darum, auf ihre Art den Zusammenhang zwischen Überbevölkerung und Ernährungsmangel und Armut zu beschreiben, wozu sie aber dank des Moderators keine Gelegenheit bekam. Nur das köstliche Wort schnackseln ist geblieben, wohl deshalb, weil es außerhalb der bayerischen Mundart nicht bekannt war.

Über das Zuviel des Schnackselns hat sich bereits vor mehr als 200 Jahren der Brite Thomas Malthus Gedanken gemacht, weiterführende Überlegungen, ohne dazu die Dritte Welt zu benötigen. In den Elendsbezirken englischer Städte verhungerten damals Kinder, weil es deren zu viele gab angesichts der geringen Einkommen ihrer Eltern, die keine Empfängnisverhütung betrieben und offensichtlich auch, soweit es die Männer betraf, von der „natürlichen“ Methode des coitus interruptus zu wenig Gebrauch machten. Als wären sie zu ungebildet, um den Zusammenhang von Überbevölkerung und Geschlechtsverkehr zu erkennen.

In vielen Ländern Afrikas und Asiens, wo die Wurzeln der heutigen Überbevölkerung und der damit verbundenen Armut liegen, mag – nach den Verhütungsverboten der christlichen Religionen – dank UNICEF & Co. noch so viel von Bildung und Emanzipation der Frauen die Rede sein -, allein die Denke und der traditionelle Zwang, nur viele Kinder würden die Alten ernähren können, verhindert jegliche Drosselung des Kinderreichtums. Eine Frau in Ruanda, die nicht mindestens 6 Kinder  geboren hat, gilt nichts in diesem und in anderen Ländern, wo es weder eine Kranken-, noch eine Altersversicherung gibt. Das Problem ist als nicht das ungezügelte Schnackseln, sondern die soziale Rückständigkeit.

P.S.: Als die Berliner Firma Schering 1961 mit ANOVLAR die erste Antibabypille auf den Markt brachte, hatte Ägypten nur halb so viele Einwohner wie heute. Nach dem in Sachen Geburtenplanung aufgeschlossenen Diktator Abdel Nasser, der den Einsatz von ANOVLAR erlaubt und Aufklärungsprogramm für die Frauen in den ägyptischen Städten gefördert hatte, wurde es – dank der traditionskonservativen Männer – still um das Thema Geburtendrosselung. Aber in Ägypten ist es vergleichsweise humaner in Sachen Altersversorgung als in anderen Ländern der Erde…

 

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Zum Henker, Herr Juncker!

(kb) Sie kapieren wohl nichts mehr, Jean-Claude Juncker! Sitzen Sie auf einem so hohen Roß, dass Sie, von der goldenen Sonne des Geldes geblendet, das, was sich an der Basis tut, nicht mehr sehen und hören? Nachdem der lavierende Inselbrite höflich verabschiedet wurde, mit Freundschaftsküsschen ihrerseits belästigt, sollte man Sie ohne Kusshand zum Teufel jagen! – So, die erste Galle ist raus.

Wenn sich sogar der nagelneue österreichische Bundeskanzler, bisher erfolgreicher Manager des Großkonzerns ÖBB, bereits in seiner ersten Brüsseler Sitzung laut über Ihren EU-Entscheid, das Handelsabkommen mit Kanada (CETA) an den Parlamenten der Mitgliedsstaaten vorbei abzuschließen, empören muß, sollte das für Sie ein ernstzunehmendes Warnsignal sein:

Eine Direttissima für die Durchsetzung der CETA, lieber Herr Juncker, wäre die falscheAuf dem bevorsthenden EU-Gipfel wird nur abgenickt.Strategie, eventuellen Einsprüchen und damit verbundenen Verzögerungen aus dem Weg zu gehen. Wenn nun auch der deutsche Wirtschaftsminister warnend erklärt, das könnte das Ende der TTIP-Verhandlungen werden, dann sollten Ihnen die Grausbirnen aufsteigen. Was glauben Sie denn, wer Sie sind? Haben Sie Ihren EU-Juristen einen Maulkorb verpasst (siehe Bild)? – Als oberster Dienstleister der EU haben Sie nicht das Recht, sich – auch wenn durch Paragraphen abgestützt – aufzuführen wie ein König. Basta.

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Nationalismus: Ende der Schonzeit für Mütter (2)

(..) „Anstatt für Harmonie und Ausgleich zu sorgen“, erklärte jüngst eine bosnische Journalistin in einem französischen Radiosender, als es um die Greuel von Srebrenica ging, „haben sie, zum Teil sogar stärker als die Väter und Großväter, die Söhne aufgehetzt und den anerzogenen Hass auf die Serben geschürt.“  – Die Journalistin berichtete aus ihrer eigenen Vergangenheit. Sie selber sei auf ihre muslimische Schwester gehetzt worden, weil sich diese heimlich mit einem kroatischen, nicht muslimischen Arzt des staatlichen Krankenhauses von Sarajewo  verliebt hatte. Seit ihrer Flucht habe sie jeglichen Kontakt mit ihrer Familie abgebrochen. – Die eigene Mutter hetzte weiter, machte auch die entflohene Tochter und den ihrer Meinung nach zu laschen Ehemann schlecht bei den Nachbarn und in der Verwandtschaft. – Merke: Es gibt nicht nur Nationalisten, sondern auch Nationalistinnen. Mütter, denen alles Mütterliche abhanden kommt, wenn der/die Führer rufen!

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Islam: Ende der Schonzeit für Mütter (1)

(rg) Vielen Dank dem Deutschlandradio! – Endlich einmal widmet sich der mit Abstand intelligenteste der bundesdeutschen Radiosender einem Thema, das von so gut wie allen anderen Medien in einseitig praktizierter Rücksicht auf den Anteil der Frauen an den Problemen, die uns jugendliche Muslime männlichen Geschlechts machen, ignorieren. Zur Sache:

„Mütter erziehen ihre Söhne zu Paschas“, sagt Safeta Obhodjas, bosnisch-muslimische Schriftstellerin, und beschreibt die häusliche Erziehungspraxis. Söhne werden verwöhnt, mit allen Freiheiten ausgestattet, während Töchter von klein auf zu untertänigen, also unfreien Dienerinnen erzogen werden, von der Wiege an durch Kopftuch und Bravität in eine unmündige Zukunft gezwungen. Und dann wundert man sich, dass die jungen Männer  glauben, ihnen stünden alle Rechte eines freien Menschen zu, unabhängig von den jeweiligen Umständen. Wenn sich diese Freiheiten allerdings nicht ausleben lassen, werden speziell dazu begabte Jugendliche entweder verbittert, unausstehlich  oder gar kriminell. Sie fühlen sich von der Gesellschaft missachtet, ignoriert, ungerecht behandelt. Wenn sie dann Anerkennung suchen, die sie zu Hause nicht finden können, begeben sie sich in die Arme konservativer Imame, die sie in ihren Gefühlen, benachteiligt zu sein, bestärken. Und wir wundern uns!

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